BYD hat den Nachfolger seines meistverkauften europäischen Modells vorgestellt. Der Atto 3 EVO wechselt auf die Plattform e-Platform 3.0 mit 800-Volt-Architektur, bietet eine Leistung von bis zu 449 PS und lädt in 25 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Das Fahrzeug soll in diesem Frühjahr in den europäischen Showrooms stehen, berichtete Autoblog NL.
Der Wechsel zur 800-Volt-Architektur ist die auffälligste Änderung gegenüber dem bisherigen Atto 3. Die maximale Ladeleistung steigt beim Gleichstromladen von 88 kW auf 220 kW – also um 150 Prozent. Der Akku mit einer Kapazität von 74,8 kWh (gegenüber 60,48 kWh beim Vorgänger) nutzt die Blade-Battery-Technologie mit Lithium-Eisenphosphat-Chemie und Cell-to-Body-Konstruktion, bei der die Zellen direkt Teil des Fahrgestells sind.
„In weniger als drei Jahren haben wir enorme Fortschritte gemacht. Der Atto 3 EVO vereint unsere neuesten EV-Technologien in einem Paket, das sich bei europäischen Kunden bereits bewährt hat", sagte Stella Li, Executive Vice President von BYD, laut AutoRAI.
BYD bietet den Atto 3 EVO in zwei Ausführungen mit demselben Akku an. Die Basisversion Design mit Hinterradantrieb verfügt über einen Elektromotor mit 230 kW (313 PS) Leistung und 380 Nm Drehmoment. Der Sprint auf 100 km/h gelingt in 5,5 Sekunden, die kombinierte WLTP-Reichweite liegt bei 510 km.
Die Version Excellence fügt einen zweiten Elektromotor an der Vorderachse hinzu. Die gesamte Systemleistung beträgt 330 kW (449 PS) und 560 Nm. Der Standardsprint gelingt in 3,9 Sekunden, die Reichweite sinkt auf 470 km. Beide Varianten können einen gebremsten Anhänger mit 1.500 kg Gewicht ziehen und bieten serienmäßig die V2L-Funktion zur Versorgung externer Verbraucher mit bis zu 3,3 kW Leistung.

Die Außenmaße bleiben unverändert (4.455 × 1.875 × 1.615 mm), doch die effizientere Raumnutzung bringt einen vergrößerten Kofferraum – 490 Liter gegenüber rund 440 Litern beim aktuellen Modell. Mit umgeklappten Rücksitzen sind es 1.360 Liter. Neu ist ein Stauraum unter der Fronthaube (Frunk) mit 101 Litern Volumen.
Der Innenraum wurde deutlich überarbeitet. Der Getriebewahlhebel wanderte an die Lenksäule, das Kombiinstrument besteht aus einem 8,8-Zoll-Digitaldisplay, und der zentrale Bildschirm mit 15,6 Zoll Diagonale läuft auf einem System mit integrierten Google-Diensten wie Google Maps, Play Store und Google Assistant. Das exzentrische Design des Vorgängers, das BYD selbst als „vom Fitnessstudio inspirierten Innenraum" bezeichnete, gehört der Vergangenheit an.
In den Niederlanden startet der Atto 3 EVO Design bei 40.990 Euro, die Version Excellence bei 43.990 Euro. In diesem Preissegment trifft er auf etablierte Konkurrenz: Der Tesla Model Y RWD (300 PS, 534 km) kostet ab 39.990 Euro, der Volvo EX30 Extended Range (272 PS, 474 km) ab 39.995 Euro, der Hyundai Ioniq 5 Style (170 PS, 440 km) ab 42.995 Euro und der Škoda Elroq 85 (286 PS, 571 km) ab 43.990 Euro.
Der Atto 3 EVO bietet im Vergleich die höchste Leistung in der Basisversion und erlaubt als eines der wenigen Autos in diesem Segment das Ziehen eines 1.500 kg schweren Anhängers. Der Škoda Elroq wiederum bietet mit 571 km eine längere Reichweite und verfügt als heimische Marke in Tschechien über ein dichteres Servicenetz.
Der aktuelle BYD Atto 3 ist in Tschechien ab 949.000 Kč bei Händlern in Prag, Brünn und Ostrava erhältlich. Der Atto 3 EVO bringt deutlich verbesserte Technik – 800-Volt-Laden, einen größeren Akku und stärkere Motoren. In den Niederlanden startet er ab 40.990 Euro. Offizielle tschechische Preise hat BYD bisher noch nicht veröffentlicht.
BYD verzeichnet zugleich rückläufige Verkäufe auf dem heimischen chinesischen Markt in Europa und erweitert die Produktion im ungarischen Szeged, wo jährlich bis zu 300.000 Fahrzeuge gebaut werden sollen. Die europäische Fertigung soll helfen, die EU-Einfuhrzölle zu umgehen – was sich auch positiv auf den Preis von Modellen wie dem Atto 3 EVO auswirken könnte.