Chinesischer SAIC Z7 kopiert den Porsche Taycan zum Viertel des Preises. Premiere am 31. März

Chinesischer SAIC Z7 kopiert den Porsche Taycan zum Viertel des Preises. Premiere am 31. März

Jiří Zelinka, 7. März 2026

Die HIMA-Allianz mit Huawei in der Hauptrolle hat die Elektrolimousine SAIC Z7 enthüllt, deren Design vom Porsche Taycan kaum zu unterscheiden ist. Während der Taycan in China ab 918.000 Yuan (rund 3,1 Millionen Kronen) startet, soll der Z7 250.000 bis 350.000 Yuan kosten — umgerechnet 840.000 bis 1.180.000 Kronen. Die offizielle Premiere findet am 31. März statt.

Türen, Dach und Spiegel: fast wie beim Porsche

Von der Seite betrachtet ist der Z7 vom Taycan kaum zu unterscheiden. Die abfallende Dachlinie, die markant modellierten hinteren Kotflügel, die versenkten Türgriffe sowie die Proportionen der Kabine kopieren das Stuttgarter Original. Unterschiede finden sich erst im Detail: Die Laserscheinwerfer haben ein anderes Innenmotiv, und die Frontmaske besitzt ein eigenständiges Design.

Die Kopie setzt sich auch am Heck fort: Das durchgehende LED-Band über die gesamte Fahrzeugbreite sowie die Form der Kofferraumklappe erinnern in jedem Detail an den Taycan. Wie das Portal Carscoops anmerkte, „wirkt die Form der Türen, des Dachs, der Spiegel und der Griffe, als stammten die Teile direkt aus dem Ersatzteilkatalog von Porsche."

Neben der Limousine bereitet SAIC auch die Variante Z7T im Shooting-Brake-Stil vor, die die Silhouette des Porsche Taycan Sport Turismo kopiert. Beide Versionen sollen noch in der ersten Jahreshälfte auf dem chinesischen Markt erscheinen.

SAIC Z7T – Shooting-Brake-Variante, die an den Porsche Taycan Sport Turismo erinnert
Der SAIC Z7T in Shooting-Brake-Ausführung kopiert die Silhouette des Taycan Sport Turismo. Foto: SAIC / HIMA

Huawei liefert Software und Sensoren

Der Z7 entstand nicht unter dem Dach eines klassischen Automobilherstellers. Dahinter steht die Allianz HIMA (Harmony Intelligent Mobility Alliance), in der Huawei für Software, autonomes Fahren und Konnektivität verantwortlich ist. SAIC stellt die Produktion und die Plattform bereit.

Auf dem Dach beider Versionen ist ein LiDAR sichtbar, das an das System Huawei Qiankun ADS 4.0 angebunden ist — die neueste Generation der Fahrassistenzsysteme von Huawei. Dieses ermöglicht in definierten Situationen das Fahren in der Stadt und auf der Autobahn ohne Eingriff des Fahrers. Huawei liefert dasselbe System auch für Modelle anderer chinesischer Marken, darunter die Luxusfahrzeuge Aito und Stelato.

Batterie mit 80 oder 100 kWh, Leistung noch unbekannt

Chinesischen Medien zufolge wird der Z7 mit zwei Batterien angeboten: 80 kWh für die Version mit Hinterradantrieb und 100 kWh für die Variante mit Allradantrieb. Offizielle Angaben zu Leistung, Reichweite oder Beschleunigung hat SAIC bislang nicht veröffentlicht.

Die Fahrzeuglänge soll rund 5.000 mm betragen — er ist damit etwa vier Zentimeter länger als der Porsche Taycan (4.963 mm).

SAIC Z7 Interieur – digitales Kombiinstrument und drei Displays
Das Interieur des Z7 setzt auf drei Displays und ein flaches Sportlenkrad. Foto: SAIC / HIMA

Interieur: drei Displays und kabelloses Laden

Im Inneren des Z7 finden sich ein schlankes digitales Kombiinstrument, ein großer zentraler Infotainment-Bildschirm und ein separates Display für den Beifahrer. Das Lenkrad hat eine sportlich flache Form. Zur Verfügung stehen zwei kabellose Ladestationen für Smartphones.

Zum Viertel des Taycan-Preises — vorerst nur für China

Der Preisunterschied ist erheblich. Der Porsche Taycan startet in China bei 918.000 Yuan (rund 3,1 Mio. Kč), während der Z7 laut Magazyn Auto ab 250.000 Yuan kosten soll — also umgerechnet ab etwa 840.000 Kč.

ParameterSAIC Z7Porsche Taycan
Preis in Chinaab 250.000 CNY (~840 Tsd. Kč)ab 918.000 CNY (~3,1 Mio. Kč)
Länge~5.000 mm4.963 mm
Batterie80 / 100 kWh89 / 105 kWh
AntriebRWD / AWDRWD / AWD
Autonomes FahrenHuawei ADS 4.0 + LiDARPorsche InnoDrive
KarosserieLimousine + Shooting Brake (Z7T)Limousine + Sport Turismo
Vergleich der wichtigsten Parameter. Preise umgerechnet zum Kurs 1 CNY = 3,36 Kč. Quellen: Carscoops, Magazyn Auto

Es bleibt die Frage, ob Porsche rechtliche Schritte einleiten wird. In der Vergangenheit hat sich der deutsche Hersteller nur selten gegen das Kopieren seines Designs gewehrt, da chinesische Gerichte historisch zugunsten einheimischer Unternehmen entschieden haben. Der SAIC Z7 geht beim Kopieren jedoch weiter als die meisten seiner Vorgänger.

Design-Kopien in China nehmen wieder zu

Der SAIC Z7 ist kein Einzelfall. Anfang des Jahres tauchte ein chinesischer Klon des Cupra Raval auf, der das spanische Elektroauto noch vor dessen offizieller Vorstellung kopierte. Der Trend zum Design-Kopieren, der in China nach 2015 abgeflaut war, kehrt zurück — diesmal allerdings mit deutlich ausgereifterer Technik unter der Haube.

Im Unterschied zu den Klonen aus der Ära des Landwind X7 (einer Kopie des Range Rover Evoque aus dem Jahr 2014) bieten die heutigen chinesischen „Inspirationen" eigene technologische Plattformen, fortschrittliche Assistenzsysteme und eine konkurrenzfähige Ausstattung. Das Design ist jedoch nach wie vor von europäischen Originalen übernommen.

SAIC in Europa: bekannte Marken, unbekannter Eigentümer

SAIC Motor ist einer der größten Automobilhersteller Chinas und ist in Europa über die Marke MG präsent, die er seit 2007 besitzt. MG wird in Tschechien verkauft und zählt zu den erfolgreichsten chinesischen Marken auf dem europäischen Markt.

Der Z7 wird unter der Marke SAIC oder HIMA voraussichtlich nicht nach Europa kommen — Porsche würde eine Kopie seines Designs auf dem europäischen Markt wahrscheinlich rechtlich anfechten. Für den chinesischen Markt gelten jedoch andere Regeln, und der Z7 kann gerade durch die Kombination aus Premium-Optik, Huawei-Technologie und einem Bruchteil des Preises punkten.

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