Leapmotor T03 im Test 2026: Das günstigste Elektroauto in Tschechien überzeugt mit der Ausstattung, aber nehmen Sie es nicht auf die Autobahn

Leapmotor T03 im Test 2026: Das günstigste Elektroauto in Tschechien überzeugt mit der Ausstattung, aber nehmen Sie es nicht auf die Autobahn

Jiří Zelinka, 14. April 2026

Der Leapmotor T03 unter der Lupe

Leapmotor ist eine chinesische Marke, die in Partnerschaft mit Stellantis auf den europäischen Markt eingetreten ist, und genau deshalb wird der T03 im polnischen Werk Tychy gebaut (demselben, in dem auch der Fiat 500 entsteht). Für tschechische Kunden bedeutet das Service im autorisierten Stellantis-Netz im ganzen Land sowie eine fünfjährige Garantie bis 150 000 km und acht Jahre / 100 000 km auf die Batterie. Der T03 ist das kleinste Modell im Angebot der Marke. Darüber stehen der Crossover Leapmotor B10 und das SUV C10.

Beim Design gibt sich der T03 nicht als etwas anderes aus als ein erschwingliches Stadtauto. Der kurze Überhang, die hohe Karosserie und die kleinen 15-Zoll-Räder mit Reifen der Größe 165/65 R15 machen deutlich, dass Praktikabilität und nicht Ästhetik im Vordergrund steht. Beim Exterieur gehen die Meinungen auseinander: Manche Tests bezeichnen es als „sympathisch verspielt“, andere als „generisch“. Entscheidend ist aber, was sich darunter verbirgt.

Leapmotor T03 Heckansicht
Foto: Leapmotor / Stellantis

Am Steuer: ein Stadtspezialist mit überraschendem Verbrauch

Der Elektromotor mit 70 kW (95 PS) Leistung und einem Drehmoment von 158 Nm klingt auf dem Papier bescheiden, in der Praxis überrascht der T03 in der Stadt jedoch. Die Beschleunigung aus dem Stand ist zügig und geschmeidig, im Sport-Modus schafft er den Sprint auf 50 km/h aus dem Stand in 3,7 Sekunden. Auf 100 km/h sind es offiziell 12,7 Sekunden, doch das polnische Magazyn Auto hat 10,7 s gemessen, also spürbar besser, als der Hersteller angibt.

Die Lenkung ist leicht und ideal zum Einparken. Den Wendekreis von 9 Metern wird jeder zu schätzen wissen, der sich täglich durch die Stadtmitte kämpft. Bei höheren Geschwindigkeiten verliert der T03 jedoch an Sicherheit. Die Federung (McPherson-Federbein vorne, Verbundlenkerachse hinten) ist auf Komfort ausgelegt und funktioniert in der Stadt gut — Unebenheiten werden ohne Widerspruch geschluckt. Auf Landstraßen und der Autobahn ist das Fahrwerk jedoch zu weich, das Auto neigt sich in Kurven, und bei 130 km/h (Höchstgeschwindigkeit) überzeugt die Stabilität nicht mehr. Laut Tests von Auto Bild kommt es zudem bei wiederholtem Bremsen aus höherer Geschwindigkeit zu einer deutlichen Abschwächung der Bremswirkung, auf der Autobahn ein potenzielles Sicherheitsrisiko.

Wo der T03 glänzt, ist der Verbrauch. Der tschechische Test von fDrive maß im Durchschnitt 14 kWh/100 km im gemischten Betrieb, Autokult.pl bestätigte ähnliche Werte. Den Elchtest bei 75 km/h meisterte der T03, ein überdurchschnittliches Ergebnis für ein Auto dieser Klasse.

Das Video ist auf Slowakisch.

Motor, Batterie und Reichweite

Der T03 bietet nur eine Motorisierung: einen 70-kW-Elektromotor mit einer LFP-Batterie (Lithium-Eisenphosphat) mit einer Kapazität von 37,3 kWh. Die LFP-Chemie bedeutet eine geringere Energiedichte als bei teureren NMC-Batterien, dafür aber eine höhere Widerstandsfähigkeit gegen Degradation und mehr Sicherheit. Der Hersteller gewährt auf die Batterie eine Garantie von 8 Jahre / 100 000 km.

Parameter Wert
Motor Elektromotor 70 kW (95 PS) / 158 Nm
Batterie 37,3 kWh LFP
Reichweite WLTP 265 km
Reale Reichweite (Stadt) ~240 km
Reale Reichweite (Winter) ~210 km
Kombinierter Verbrauch 16,0 kWh/100 km (real 14–15)
Laden AC (Wallbox 6,6 kW) 3,5 Stunden auf 100 %
Laden DC (max 45 kW) 36 Min. auf 80 %
0–100 km/h 12,7 s (gemessen 10,7–11,9 s)
Höchstgeschwindigkeit 130 km/h
Gewicht 1 175 kg

Die angegebene Reichweite von 265 km WLTP ist in der Praxis nur unter idealen Bedingungen erreichbar. In der Stadt kommt man real auf 240 km, auf der Autobahn und im Winter eher auf 150–180 km. Ein slowakischer Test unter winterlichen Bedingungen bestätigte eine reale Reichweite von rund 210 km. Eine Wärmepumpe gehört zur Ausstattung (ab Modelljahr 2025), was die Winterreichweite deutlich verbessert. Das DC-Laden erreicht maximal 45 kW. Langsam, aber für ein Fahrzeug, das primär für nächtliches Laden zu Hause gedacht ist, ist das kein grundlegendes Problem.

Innenraum und Alltag

Der Innenraum des T03 ist eine Überraschung. Hartplastik ist überall zu finden, doch die Verarbeitung ist solide, nichts knarzt, nichts knirscht. Das Lenkrad ist mit hochwertigem Kunstleder bezogen, Schaltung und Fensterbedienung wirken für den Preis solide. Die Vordersitze sind gut geformt und für kurze Strecken angenehm. Für längere Fahrten fehlt jedoch der seitliche Halt. Das Panoramadach gehört zur Serienausstattung, und über dem Kopf ist überraschend viel Platz, selbst für Fahrer über 185 cm.

Leapmotor T03 Innenraum und Armaturenbrett
Foto: Leapmotor

Die Rücksitze bieten Platz für zwei Erwachsene, der über die gesamte Fahrzeuglänge ebene Boden hilft dabei. Ein dritter Passagier hinten wird aber leiden. Der Kofferraum fasst 210 Liter, nach Umklappen der Rücksitze bis zu 880 Liter. Die Zahlen wirken ordentlich, doch die Öffnung ist schmal und die Ladekante hoch. Die Praxistauglichkeit entspricht nicht den Zahlen auf dem Papier. Die Ladekabel nehmen zudem einen Teil des Stauraums ein.

Leapmotor T03 Seitenprofil
Die kompakten Abmessungen des T03 in der Praxis. Foto: Leapmotor / Stellantis

Technologie und Konnektivität: reichhaltige Ausstattung, aber nervige Umsetzung

Ein 10,1-Zoll-Touchscreen ist die Bedienzentrale des gesamten Fahrzeugs. Und hier beginnen die Probleme. Klimaanlage, Einstellungen der ADAS-Systeme und sogar einige Grundfunktionen werden ausschließlich über den Bildschirm gesteuert. Keine physischen Tasten. Die Icons sind klein, die Displayauflösung ist durchschnittlich.

Der kritischste Kritikpunkt in allen Tests ist das Verhalten der Assistenzsysteme. Die Müdigkeitswarnung löst praktisch bei jedem Gähnen aus — ein lauter Alarm, begleitet von einem 15-sekündigen Countdown. Der Spurhalteassistent greift unnötig aggressiv ein. Und das Schlimmste: Die meisten dieser Systeme lassen sich nur bei geparktem Fahrzeug über das Displaymenü abschalten. Während der Fahrt geht das nicht. Autocar bezeichnete diese Eigenschaft als „gefährlich ablenkend“.

Ein zentrales Manko: keine Unterstützung für Apple CarPlay oder Android Auto. Im Jahr 2026 ist das bei einem Auto für eine halbe Million schwer zu entschuldigen. Die Navigation ist integriert, doch die Qualität der Karten und der Benutzeroberfläche erreicht nicht das Niveau von Smartphone-Apps. Die Bluetooth-Verbindung ist gelegentlich instabil.

Auf der anderen Seite ist die Serienausstattung für den Preis außergewöhnlich reichhaltig: adaptiver Tempomat, Rückfahrkamera, Parksensoren, digitales Kombiinstrument, kabelloses Laden fürs Handy, DAB-Radio und das bereits erwähnte Panoramadach. Und das alles in einer einzigen Ausstattungsversion ohne Aufpreis.

Sicherheit

Euro NCAP hat den Leapmotor T03 bisher nicht getestet. Die Karosserie besteht zu 68 % aus hochfestem Stahl, und das Fahrzeug verfügt über sechs Airbags. Es gibt zehn aktive Sicherheitssysteme (das von der EU-Gesetzgebung geforderte Minimum). Deren Umsetzung ist jedoch, wie bereits erwähnt, problematisch. Auto BILD verzeichnete in seinem Test bei wiederholtem intensivem Bremsen einen deutlichen Rückgang der Bremswirkung (Brake Fade) — bei einem so leichten Fahrzeug (1 175 kg) ein ungewöhnlicher und potenziell besorgniserregender Befund.

Zuverlässigkeit und Servicekosten

Für eine Zuverlässigkeitsbewertung ist der Leapmotor T03 auf dem europäischen Markt noch zu neu, in den Ranglisten von TÜV Report oder Consumentenbond taucht er bislang nicht auf. LFP-Batterien gelten generell als eine der widerstandsfähigsten Technologien mit minimaler Degradation selbst nach Tausenden Ladezyklen. Die Garantie von 5 Jahre / 150 000 km auf das Fahrzeug und 8 Jahre auf die Batterie ist im Segment überdurchschnittlich (Dacia Spring bietet nur 3 Jahre / 60 000 km bzw. 8 Jahre auf die Batterie). Den Service übernimmt das Stellantis-Netz, in Tschechien über Händler, die gleichzeitig Fiat, Peugeot oder Citroën verkaufen.

Was echte Besitzer sagen

Der Leapmotor T03 ist erst seit Ende 2024 auf dem europäischen Markt, sodass es bislang weniger Langzeiterfahrungen gibt als bei der etablierten Konkurrenz. Dennoch sammeln sich in Foren wie PistonHeads oder im Leapmotor Forum bereits erste reale Erfahrungsberichte. Polnische Besitzer bewerten den T03 auf AutoCentrum.pl mit durchschnittlich 4,5 von 5 Punkten, und 100 % von ihnen würden das Auto wieder kaufen.

Was die Besitzer freut

Ein britischer Besitzer beschreibt den T03 auf PistonHeads nach Monaten im Alltag als „faultless“ (fehlerfrei) und gibt einen Durchschnittsverbrauch von 4,2 mi/kWh im Misch-Betrieb Stadt/Autobahn an. Auf langsameren Straßen kann der Wert auf bis zu 5,7 mi/kWh sinken, also etwa 11 kWh/100 km. Bei einer 55-Meilen-Fahrt verbrauchte er nur 34 Meilen Reichweite, was die hohe Effizienz des kleinen LFP-Akkus bestätigt. Ein weiterer Besitzer „TaurusMexico“ kombiniert den T03 im selben Forum mit Solarpanels auf dem Dach und fährt in den Sommermonaten praktisch kostenlos. Ein polnischer Rezensent lobt auf autoGALERIA nach der Testphase die Geräumigkeit im Verhältnis zu den Abmessungen und die Ausstattung „über den Verhältnissen“, einschließlich des Panoramadachs.

Was den Besitzern zu schaffen macht

Laden an der Wallbox. Im Leapmotor Forum häufen sich Berichte über unterbrochenes Laden, bei dem das Display „Charging complete“ anzeigt, obwohl die Batterie nicht voll ist. Ein Besitzer löst das Problem durch das Zurücksetzen der Sicherung FF16 (langsames Laden), der Fehler kehrt aber zurück. Ein anderer Nutzer beschrieb den Fehler „PLUG CONNECTED CHARGING NOT STARTED“, der wiederholt auftrat. Mehr dazu im Überblick über Probleme, die Besitzer chinesischer Autos weltweit melden.

Defekt des Onboard-Laders (OBC). Ein Besitzer meldet im Leapmotor Forum einen OBC-Ausfall nach 1 300 Meilen und drei Monaten Betrieb. Der Händler übernahm das Fahrzeug, schloss die Reparatur aber erst nach mehr als 30 Tagen ab, und das, ohne zu überprüfen, ob die Reparatur tatsächlich funktioniert. Während der 10 Wochen beim Händler verlor die Batterie zudem 19 Prozentpunkte an Ladung, also rund 2 % pro Woche.

Heizung und beschlagene Scheiben. Ein polnischer Test auf Francuskie.pl deckte auf, dass die Heizung ausschließlich im Umluftmodus funktioniert. Nach dem Umschalten auf Frischluftzufuhr strömt kalte Luft in die Kabine, ohne dass das Fahrzeug in irgendeiner Weise darauf hinweist. In Kombination mit dem geschlossenen Kreislauf beschlagen die Scheiben sofort. Besitzer auf PistonHeads bestätigen das gleiche Problem, die Lösung erfordert das gleichzeitige Einschalten von Klimaanlage und Heizung.

Bodenfreiheit und Aufsetzen des Unterbodens. Ein französischer Test verzeichnete einen Kontakt des Unterbodens mit der Fahrbahn bei Unebenheiten, bei denen 50 andere getestete Stellantis-Fahrzeuge problemlos durchkamen. Für tschechische Straßen außerhalb der Stadt kann das relevant sein.

Kleinigkeiten bei der Ergonomie. Der Schlüssel hat eine glatte Oberfläche ohne fühlbare Markierungen und Beleuchtung, nachts ist er blind nicht bedienbar. Der Warnton bei langsamer Fahrt ist laut mehreren Besitzern „wirklich nervig“. Die Verbindung zur Leapmotor-App ist unzuverlässig, Nutzer melden Fehlermeldungen beim Scannen des QR-Codes.

Garantieerfahrungen

Den Service übernimmt das Stellantis-Netz (Fiat-, Peugeot- und Citroën-Händler), sodass die Verfügbarkeit kein Problem sein sollte. Reale Erfahrungen deuten jedoch bislang auf Nachholbedarf hin: Ein Besitzer mit OBC-Defekt wartete über einen Monat auf die Reparatur. Die Garantie von 5 Jahre / 150 000 km ist im Segment überdurchschnittlich, und die 8-jährige Batteriegarantie gibt Sicherheit. Mit der Erweiterung der Modellpalette (C10) dürften sich auch die Ersatzteilverfügbarkeit und die Servicererfahrungen verbessern.

Leapmotor T03 in Tschechien: Preise, Verkäufe und Konkurrenz

Im Jahr 2025 wurden in Tschechien 15 neue T03 zugelassen, im ersten Quartal 2026 weitere 9 Stück. Die Zahlen sind bislang niedrig, zeigen aber einen Trend. Interessanter ist die Struktur der Verkäufe: 84 % der Zulassungen entfielen auf Firmenwagen. Aus der Analyse der Zulassungsdaten geht hervor, dass ein großer Teil der Fahrzeuge bei Händlern als Vorführfahrzeuge landet: Der größte „Käufer“ ist der Importeur P Automobil Import s.r.o. selbst (4 Stück) sowie die Autohäuser Autosalon Dědek (4 Stück) und Auto Dobrovolný (3 Stück). Tatsächliche Kundenverkäufe an Privatpersonen gab es 2025 nur vier. Prag dominiert bei den Zulassungen, gefolgt von Žďár nad Sázavou und Náchod — Sitz regionaler Händler.

Im Kontext der Marke Leapmotor ist der T03 nach dem SUV C10 (25 Stück in 2025) das zweitmeistverkaufte Modell. Der neue Crossover B10 hat jedoch in den ersten Monaten 2026 bereits beide Modelle überholt.

Vergleich mit der Konkurrenz

Detaillierter Vergleich aller vier Modelle in unserem Vergleichstool

Für wen ist der Leapmotor T03 geeignet?

Der Leapmotor T03 ergibt für ein sehr spezifisches Fahrerprofil Sinn: den Stadtpendler, der den günstigsten elektrischen Einstieg in die Elektromobilität sucht und täglich bis zu 80 km zurücklegt. Für einen Einpersonenhaushalt oder als Zweitwagen für eine Familie, bei der der T03 nachts an der Wallbox geladen wird. Für Firmenflotten für Zustellungen in der Stadt — der Kurier-Test von fDrive bewies, dass der T03 auch mit voller Beladung zurechtkommt.

Wenn Sie aber regelmäßig außerhalb der Stadt fahren, Apple CarPlay benötigen oder Sie die aggressiven Sicherheitssysteme stören, die sich während der Fahrt nicht abschalten lassen, sollten Sie sich anderswo umsehen. Gegen einen moderaten Aufpreis bietet der Citroën ë-C3 eine deutlich längere Reichweite und dreimal so schnelles DC-Laden. Und wenn das Budget wirklich knapp ist, bleibt die Dacia Spring das günstigste Neufahrzeug auf dem Markt — wenn auch mit weniger Ausstattung und einem schwächeren Motor.

❌ Nachteile

  • Keine Unterstützung für Apple CarPlay oder Android Auto
  • Aggressive ADAS-Systeme, die sich während der Fahrt nicht abschalten lassen
  • Ungeeignet für die Autobahn — max 130 km/h, weiches Fahrwerk
  • Kleiner Kofferraum mit 210 l und unpraktischer Öffnung
  • Langsames DC-Laden (max 45 kW)
69%
BEWERTUNG

Stärken

  • Einer der niedrigsten Elektroauto-Preise auf dem Markt ()
  • Umfangreiche Serienausstattung inklusive Panoramadach
  • Niedriger realer Verbrauch von 14–15 kWh/100 km
  • Ausgezeichnete Manövrierfähigkeit in der Stadt (Wendekreis 9 m)
  • Überraschend geräumiges Interieur für 4 Erwachsene

Schwächen

  • Keine Unterstützung für Apple CarPlay oder Android Auto
  • Aggressive ADAS-Systeme, die sich während der Fahrt nicht abschalten lassen
  • Ungeeignet für die Autobahn — max. 130 km/h, weiches Fahrwerk
  • Kleiner Kofferraum mit 210 l und unpraktischer Öffnung
  • Langsames DC-Laden (max. 45 kW)

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