Das Volkswagen-Werk im katalanischen Martorell hat am 3. Juni die Serienproduktion von zwei Elektrofahrzeugen gleichzeitig aufgenommen - dem Stadtschrägheck CUPRA Raval und seinem Schwestermodell Volkswagen ID. Polo. Für das Werk bei Barcelona, das bislang hauptsächlich Seat-Verbrenner und den Audi A1 produzierte, bedeutet dies den Wandel zur Elektroauto-Montagefabrik für den gesamten Konzern.
Am feierlichen Produktionsstart nahmen laut Pressemitteilung von SEAT auch der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez, Volkswagen-Konzernvorstandsvorsitzender Oliver Blume, Markengruppenleiter Core Thomas Schäfer sowie der Vorstandsvorsitzende der Marken SEAT und CUPRA Markus Haupt teil. Die Anwesenheit des Ministerpräsidenten unterstreicht, welchen Stellenwert das Projekt für die spanische Wirtschaft hat: In den Umbau von Martorell flossen dem Unternehmen zufolge mehr als 3 Milliarden Euro.
Entscheidend ist weniger das Fahrzeugduo selbst als vielmehr die Frage, wer dafür die Verantwortung trägt. Die Entwicklung der gesamten Familie erschwinglicher Stadtstromer hat der Volkswagen-Konzern den Marken SEAT und CUPRA übertragen - damit leitet erstmals kein Wolfsburger Stammhaus, sondern die spanische Division ein Projekt dieser Größenordnung. SEAT und CUPRA werden künftig auch die Weiterentwicklung der Plattform MEB21 verantworten, auf der all diese Fahrzeuge basieren.
„Der heutige Tag bedeutet weit mehr als nur der Start der Produktion zweier Modelle. Wir haben unsere Transformation abgeschlossen, mehr als 3 Milliarden Euro in Martorell investiert und sind bereit, Europa aus Spanien heraus zu elektrifizieren", sagte Markus Haupt, Vorstandsvorsitzender der Marken SEAT und CUPRA.

Die gemeinsame Plattform soll laut Hersteller Kosten und Fertigungskomplexität senken. Aus einer technischen Basis entstehen insgesamt vier Modelle von drei Marken: Neben dem Raval und dem ID. Polo gehören noch das SUV Volkswagen ID. Cross und die Škoda Epiq zur Familie. Die Produktion der ersten beiden Modelle läuft bereits, die übrigen zwei folgen später.

Das Werk in Martorell beschränkt sich nicht auf eine reine Endmontagelinie. Die Batterien für beide Neuheiten werden direkt auf dem Gelände in Halle 20 gefertigt, wo SEAT als erster im Konzern die Cell2Pack-Technologie eingeführt hat - die Zellen werden ohne Zwischenlage von Modulen direkt in das Batteriepack verbaut. Die Halle kann dem Unternehmen zufolge rund 1.200 Batterien pro Tag produzieren, also etwa eine alle 45 Sekunden.

Die technischen Grundlagen beider Fahrzeuge sind eng verwandt, sie unterscheiden sich vor allem in Abstimmung und Ausstattung. Der ID. Polo wird mit Antrieben von 85, 99 und 155 kW, Batterien mit 37 und 52 kWh sowie einer Reichweite von 329 bzw. 454 Kilometern nach WLTP erhältlich sein. Der Raval basiert auf denselben Batterien, erhält in der Topversion VZ jedoch 165 kW (225 PS) und ein sportlicheres Fahrwerk.
Der Start der Serienproduktion ist für Interessenten vor allem wegen der Liefertermine eine gute Nachricht - die Fahrzeuge existieren nicht mehr nur auf dem Papier. Der CUPRA Raval hat in Tschechien eine veröffentlichte Preisliste: Die günstigste Aktionsversion ROOKIE startet bei 649.900 Kc, die reguläre Basisversion bei 719.900 Kc und die Topversion VZ kostet 909.900 Kc. Vollständige Spezifikationen und Preise finden Sie auf der CUPRA Raval-Seite.
| CUPRA Raval | Batterie | Leistung | Preis in CZK |
|---|---|---|---|
| ROOKIE (Aktionsversion) | 37 kWh | 85 kW (115 PS) | 649 900 Kč |
| Basis | 37 kWh | 85 kW (115 PS) | 719 900 Kč |
| VZ | 52 kWh | 165 kW (225 PS) | 909 900 Kč |
Der Volkswagen ID. Polo hat noch keine tschechische Preisliste. Der Vorverkauf soll im August 2026 beginnen, die ersten Fahrzeuge sollen im Oktober an Kunden übergeben werden. Der Hersteller verspricht einen „attraktiven Einstiegspreis", und die Unternehmensführung hat früher eine Grenze unter 25.000 Euro (rund 625.000 Kc) für die Basisversion angedeutet; genaue Zahlen für den tschechischen Markt folgen jedoch erst mit der Öffnung der Bestellungen. Beide Fahrzeuge werden über das SEAT/CUPRA- bzw. Volkswagen-Händlernetz vertrieben, sodass Service und Ersatzteile in Tschechien ebenso verfügbar sind wie bei etablierten Modellen.