Nissan hat die dritte Generation des Juke vorgestellt — und dieses Mal ist es ein Elektroauto. Die Premiere fand auf der Nissan-Vision-Veranstaltung in der Konzernzentrale in Japan statt, und der neue Juke unterscheidet sich von seinem Vorgänger praktisch in allem. Ein scharf geschnittenes, von Origami inspiriertes Design, eine mit dem neuen Leaf geteilte Plattform und Vehicle-to-Grid-Technologie. Die Pilotproduktion im britischen Sunderland startet bereits diese Woche.
Der Juke hat schon immer provoziert — und die dritte Generation geht noch weiter. Nissan spricht von einem „gewagten und unkonventionellen" Stil mit deutlicher Inspiration durch das Konzept Hyper Punk aus dem Jahr 2023. Die Karosserie ist mit scharfen Kanten und Falten übersät, die an japanisches Origami erinnern. Die zweifarbige Ausführung mit schwarzer Motorhaube, Dach, Kotflügeln und unterem Karosseriebereich kontrastiert mit dem neongrünen Lack der Show-Version.

Vorne dominieren dreifache LED-Tagfahrleuchten, hinten versteckte Türgriffe. Der Gesamteindruck ist aggressiv, fast konzeptartig — genau deshalb hat das Auto in den sozialen Netzwerken eine Welle von Reaktionen ausgelöst. Die britische Presse vergleicht ihn mit einem „Marmite car" — man liebt ihn oder man hasst ihn.


Unter der Karosserie steckt die CMF-EV-Plattform der Renault-Nissan-Allianz, dieselbe wie beim Nissan Leaf der dritten Generation und beim Nissan Ariya. Zur Wahl stehen zwei Batterievarianten — 52 kWh und 75 kWh mit Flüssigkühlung und NMC-Chemie. Bei der größeren Batterie wird eine Reichweite von rund 400–480 km nach WLTP erwartet.
Die Antriebseinheit ist vom Typ Three-in-One — Motor, Wechselrichter und Getriebe in einer kompakten Einheit. Die Leistung hat Nissan bislang offiziell nicht bestätigt, doch Auto Express schätzt, dass sie niedriger ausfallen wird als beim Leaf (130 kW / 176 PS in der Basisversion, 160 kW / 218 PS in der höheren Ausstattung). Der Juke ist nämlich leichter und kleiner.

Der Innenraum wurde noch nicht vollständig gezeigt, doch Nissan hat ein Paar 14,3-Zoll-Displays bestätigt — eines für den Fahrer, das andere als zentraler Touchscreen. Das Infotainmentsystem läuft auf Google-Basis mit nativer Google-Maps-Navigation, die für Ladestopps optimiert ist, sowie Over-the-Air-Updates.
Dank der CMF-EV-Plattform, die von Grund auf für Elektroautos konzipiert wurde, dürfte der neue Juke einen geräumigeren Innenraum bieten als die auslaufende Benzin-Generation — obwohl die Außenmaße bei rund 4,2 Metern Länge bleiben. Der Kofferraum des aktuellen Juke fasst 422 Liter, bei der elektrischen Version ist ein ähnliches oder etwas größeres Volumen zu erwarten.

Der Juke EV wird zusammen mit dem neuen Leaf die Vehicle-to-Grid-Technologie (V2G) unterstützen — also bidirektionales Laden, das es ermöglicht, Energie aus der Batterie zurück ins Stromnetz einzuspeisen. Für Haushalte mit Solaranlagen kann das erhebliche Energieeinsparungen bedeuten. Nissan ist in diesem Bereich ein Pionier — den ersten Leaf mit V2G stellte der Hersteller bereits vor mehr als zehn Jahren vor.
Der neue Juke wird im Nissan-Werk in Sunderland im Norden Englands gebaut — wie bisher auch. Die Pilotproduktion startet diese Woche (April 2026), der Verkaufsstart ist für das Frühjahr 2027 geplant. Preise wurden noch nicht angekündigt, doch angesichts der Konkurrenz wie dem CUPRA Raval, dem Renault 4 E-Tech oder dem Audi A2 e-tron ist ein Einstiegspreis von rund 25 000–30 000 Euro zu erwarten.


Die Konkurrenz ist hart: Der Škoda Epiq zielt auf einen Preis unter 600.000 Kronen, der Renault 4 E-Tech bietet Retro-Stil zu ähnlichem Geld, und der CUPRA Raval sportlichen Charakter ab 660.000 Kronen. Der Juke setzt auf Design — und das ist tatsächlich anders als alles, was die Konkurrenz bietet.