Besitzer des Nissan Leaf der zweiten Generation, die bis Mai 2019 gebaut wurden, sowie des e-NV200 verlieren am 30. März 2026 die mobile App NissanConnect EV. Grund dafür ist die schrittweise Abschaltung der 3G-Netze, von denen das Kommunikationsmodem dieser Fahrzeuge abhängt. Als Erstes berichtete darüber die französische Website Auto Plus, gestützt auf eine Mitteilung, die den Besitzern direkt in der App angezeigt wurde.
Die App NissanConnect EV ermöglichte es, den Ladezustand der Batterie aus der Ferne zu überwachen, Ladezyklen zu planen, die Heizung oder Klimaanlage der Kabine vor der Fahrt zu starten und den Fahrverlauf mit dem Energieverbrauch einzusehen. Laut MotorsActu handelt es sich um das vollständige Ende des Fernzugriffs — nach dem 30. März wird die App nicht mehr mit dem Fahrzeug kommunizieren.
Das Fahrzeug selbst bleibt voll funktionsfähig. Klimaanlage und Ladetimer lassen sich weiterhin über das Bordinfotainment einstellen. Der Komfort der Fernbedienung per Smartphone entfällt jedoch — also jene Funktion, die Nissan beim Verkauf als einen der Vorteile der Elektromobilität beworben hat.

Der Leaf der zweiten Generation aus den Jahren 2017–2019 verfügt über ein Kommunikationsmodem, das nur mit 2G- und 3G-Netzen kompatibel ist. Telekommunikationsanbieter in Europa schalten diese Netze schrittweise ab — die freigewordenen Frequenzen werden auf 4G und 5G umgeleitet. Ohne Datenverbindung kann die App nicht mit dem Fahrzeug kommunizieren.
Nissan bietet keine Möglichkeit, das Modem gegen ein neueres auszutauschen. Leaf-Modelle, die nach Mai 2019 gebaut wurden, nutzen die App NissanConnect Services, die auf 4G läuft und weiterhin funktioniert.
Die Abschaltung der 3G-Netze betrifft vernetzte Fahrzeuge branchenweit. Škoda gab bekannt, dass ältere Fahrzeuge der Generation MOD2 die Dienste von Škoda Connect verlieren. SEAT verspricht ein OTA-Update für einen Teil der Modelle, aber nicht für alle. Porsche kündigte Einschränkungen der Online-Dienste beim Cayenne der Modelljahre 2018–2020 an. Auto Plus erwähnt auch den Renault Zoé und den Škoda Citigo-e iV.
| Marke | Betroffene Modelle | Lösung des Herstellers |
|---|---|---|
| Nissan | Leaf (bis 05/2019), e-NV200 | Keine — App wird eingestellt |
| Škoda | Citigo-e iV, Fahrzeuge MOD2 | Keine — Connect-Dienste enden |
| SEAT / Cupra | GEN1, GEN3 pre-UNECE | OTA-Update für einen Teil der Fahrzeuge |
| Porsche | Cayenne 2018–2020 | Keine — technisch nicht umsetzbar |
| Renault | Zoé (ältere Modelljahre) | Unbestätigt |
Leaf-Besitzer sind nicht völlig ohne Möglichkeiten. Die App Leaf Spy Pro kommuniziert über den OBD-II-Anschluss mit dem Fahrzeug und bietet detaillierte Diagnoseinformationen, einschließlich des Zustands der einzelnen Batteriezellen. Eine weitere Alternative ist EV Notify oder der Routenplaner A Better Routeplanner, der Fahrzeugdaten über einen Bluetooth-Dongle auslesen kann. Keine dieser Apps kann jedoch die Klimaanlage aus der Ferne starten — das bleibt dem Bordsystem vorbehalten.
Der Nissan Leaf wird in Tschechien seit 2011 verkauft. Laut Zulassungsdaten sind über 800 Exemplare auf tschechischen Straßen unterwegs; die meisten kamen als Gebrauchtwagen aus Westeuropa. Allein im Jahr 2025 wurden 107 Leaf zugelassen, davon nur zwei als Neuwagen — der Rest waren Gebrauchtwagen.
Ein erheblicher Teil der tschechischen Leaf-Fahrzeuge dürfte zu der von der Einstellung von NissanConnect EV betroffenen Gruppe gehören — gebrauchte Importfahrzeuge sind typischerweise ältere Baujahre mit 3G-Modem. T-Mobile CZ hat den 3G-Betrieb 2024 eingestellt, O2 und Vodafone schränken die Abdeckung schrittweise ein.
Nissan durchläuft dabei eine schwierige Phase — wie wir im Artikel Nissan kämpft ums Überleben berichtet haben, schränkt die Marke die Produktion ein und sucht nach einer neuen Strategie. Für bestehende Leaf-Besitzer ist das Ende der App ein weiteres Signal dafür, dass die Unterstützung älterer Elektroautos keine Selbstverständlichkeit ist.