Der Range Rover Velar durchläuft einen grundlegenden Wandel. Neben dem Umstieg auf einen rein elektrischen Antrieb verliert er seine Heckscheibe und baut auf der neuen Plattform EMA auf. Das Debüt ist für die zweite Hälfte des Jahres 2026 geplant.
Spionagefotos von der Website Carscoops zeigen den Prototyp bei winterlichen Tests in Tarnfolie. Das Profil ist deutlich sportlicher als beim aktuellen Modell — die stark geneigte Frontscheibe geht fließend in einen steil abfallenden Dachbogen über, wodurch eine Silhouette entsteht, die einem SUV-Coupé nahekommt.
Das interessanteste Detail ist das Heck. Auf dem Dach ist eine Kamera montiert, was darauf hindeutet, dass der Velar ohne herkömmliche Heckscheibe auskommt. Der Fahrer würde sich auf einen digitalen Rückspiegel verlassen — ähnlich wie beim Polestar 4, der laut jüngsten Berichten allerdings die Heckscheibe im Rahmen des Facelifts wieder einführen soll. Land Rover würde damit den entgegengesetzten Weg einschlagen und auf Aerodynamik und ein cleanes Design setzen.
Die Front verbirgt einen geschlossenen Kühlergrill, der von schmalen Scheinwerfern gesäumt wird. Die Türgriffe sind in die Karosserie eingelassen, und der Ladeanschluss befindet sich am Heck.
Im Gegensatz zum elektrischen Range Rover, der auf der modifizierten Plattform MLA-Flex basiert, die er sich mit den Verbrennerversionen teilt, erhält der Velar die Architektur EMA (Electrified Modular Architecture). Dabei handelt es sich um eine Plattform, die ausschließlich für Elektrofahrzeuge konzipiert wurde, und der Velar soll das erste Modell sein, das sie in Serienproduktion einsetzt.
| Parameter | Range Rover Electric | Range Rover Velar EV (Schätzung) |
|---|---|---|
| Plattform | MLA-Flex (geteilt) | EMA (rein elektrisch) |
| Architektur | 800 V | 800 V |
| Batterie | 117 kWh | ~117 kWh |
| Antrieb | AWD, zwei Motoren | AWD, zwei Motoren |
| Leistung | ~550 PS | ~542 PS (404 kW) |
| Drehmoment | — | ~849 Nm |
| Produktion | Solihull | Halewood |
Die 800-V-Architektur soll sehr schnelles DC-Laden ermöglichen — im Spitzenwert kann sie sich bis zu 350 kW annähern. Der Zweimotoren-Allradantrieb soll laut Carscoops rund 542 PS und 849 Nm leisten. Es ist wahrscheinlich, dass JLR mehrere Leistungsversionen vorbereitet.
Der elektrische Range Rover sollte nach früheren Plänen bereits 2024 auf den Markt kommen. JLR hat die Markteinführung mehrfach verschoben — zunächst wegen weiterer Tests, später weil die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen langsamer wuchs, als die Marke erwartet hatte.
Der Velar kann somit als Lackmustest dienen. Wenn die Kunden ein rein elektrisches Modell auf einer von Grund auf für den Batterieantrieb entwickelten Plattform annehmen, erhält JLR ein Argument für die Erweiterung des Angebots. Die Produktion läuft im Werk Halewood in der Grafschaft Merseyside, in das JLR Milliarden Pfund investiert hat, um die Elektroproduktion vorzubereiten.
Land Rover wird in Tschechien von der Gesellschaft Jaguar Land Rover Czech Republic vertreten. Der aktuelle Velar mit Verbrennungsmotor startet bei etwa 73.600 €. Die Elektrogeneration dürfte teurer werden — ähnlich große Premium-Elektrofahrzeuge wie der BMW iX oder der Mercedes EQE SUV bewegen sich üblicherweise über der Grenze von zwei Millionen Kronen.
Die Marke Freelander, die JLR in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Hersteller Chery wiederbelebt, könnte künftig eine erschwinglichere Alternative bieten. Der elektrische Velar zielt jedoch auf das Segment der Premium-SUV-Coupés, in dem Land Rover für Exklusivität einen Aufpreis verlangt.