Rolls-Royce hat den Spectre Series II enthüllt - das erste Facelift seines allerersten Serienelektrofahrzeugs, das 2023 auf den Markt kam. Auf den ersten Blick sieht das Modell nahezu unverändert aus, doch unter der Oberfläche bringt es eine größere Batterie, mehr Reichweite, höhere Leistung und vor allem ein neues beleuchtetes Armaturenbrett mit mehr als achttausend Lichtpunkten. Das vollständige Fahrzeug - außen wie innen - tauchte auf X auf, zusammengefasst vom Account GearheadCole; die technischen Details bestätigte das Portal Carscoops.
Die wichtigste technische Änderung betrifft die Batterie. Rolls-Royce hat überarbeitete Zellen verbaut und die Bruttokapazität von 102 kWh auf 112,4 kWh erhöht. Dadurch steigt die WLTP-Reichweite der Basisversion um bis zu 18 Prozent auf 628 km (390 Meilen). Für den amerikanischen Markt, an den die durchgesickerte Präsentation in erster Linie gerichtet ist, gibt Rolls-Royce 308 Meilen nach der strengeren EPA-Methode an, also rund 496 km - der Unterschied zwischen beiden Werten liegt an der abweichenden Messmethodik, nicht an einer anderen Batterie.
Auch das Laden geht schneller vonstatten. An einem Gleichstrom-Schnelllader mit 195 kW schafft der Spectre eine Ladung von 10 auf 80 Prozent in 28 Minuten - das sind 14 Prozent weniger als bisher. Für den nordamerikanischen Markt erhält das Fahrzeug einen NACS-Ladeanschluss (der von Tesla übernommene Standard) - der europäische Spectre bleibt beim CCS2-Stecker.
Auch die Leistung beider Varianten ist gestiegen. Der Basis-Spectre bietet nun 442 kW (593 PS) und 1.015 Nm, der schärfere Black Badge kommt auf 500 kW (671 PS) und 1.100 Nm - den Sprint auf 100 km/h (genauer: auf 96 km/h, also 60 mph) absolviert er in 4,1 Sekunden. Allradantrieb wird von zwei Elektromotoren übernommen.
| Version | Leistung | Drehmoment | Batterie | Reichweite (WLTP) |
|---|---|---|---|---|
| Spectre Series II | 442 kW (593 PS) | 1.015 Nm | 112,4 kWh | bis zu 628 km |
| Spectre Black Badge Series II | 500 kW (671 PS) | 1.100 Nm | 112,4 kWh | nicht veröffentlicht (geringer) |

Das optisch auffälligste Novum ist das hinterleuchtete Armaturenbrettblende auf der Beifahrerseite (Rolls-Royce nennt es illuminierte Facia), in die die Marke 8.108 einzelne Lichtpunkte eingebettet hat. Diese zeichnen den Schriftzug SPECTRE und ein diffuses Motiv nach, das an aufgewirbelten Staub oder einen Nebel erinnert. Hinzugekommen sind außerdem neue Analoguhren, die von Flugzeuginstrumenten inspiriert wurden und in einer Glasvitrine sitzen, sowie der exklusive Stoff Duality Twill aus Bambus-Rayon, dessen Stickerei bis zu 2,6 Millionen Stiche umfassen kann.

Interessant ist auch, was Rolls-Royce bewusst vermieden hat. Während ein Großteil der Automobilhersteller - einschließlich Premiummarken - die Bedienung in Touchscreens verlagert, behält der Spectre Series II physische Tasten und Drehregler für die Klimaanlage sowie separate Bedienelemente im Mitteltunnel. Digitales Kombiinstrument und zentrales Display sind vorhanden, ergänzen aber das Bestehende, anstatt es zu ersetzen.

An der Karosserie hat Rolls-Royce nur minimal eingegriffen - bei einer Marke, die auf Zeitlosigkeit setzt, ist das folgerichtig. Neu ist der Farbton Ethereal Blue sowie 23-Zoll-Schmiedefelgen in teilweise oder vollständig polierter Ausführung; der Black Badge erhält dunklere Akzente für ein „bedrohlicheres" Erscheinungsbild. Die Silhouette des zweitürigen Coupés mit langer Frontpartie, gegenläufig öffnenden Türen (sogenannte Coach Doors) und senkrechten Heckleuchten bleibt unverändert.
Rolls-Royce hat weder einen Preis noch einen Verkaufsstart für den Series II bekanntgegeben. Die aktuelle Generation ist im tschechischen Angebot ab 10.114.000 Kc in der Version mit 430 kW erhältlich - aktuelle Preisliste und technische Daten finden Sie auf der Rolls-Royce Spectre Seite. Das Facelift mit größerer Batterie, höherer Leistung und erweiterter Ausstattung dürfte den Preis nochmals nach oben verschieben; genaue Zahlen für den europäischen und tschechischen Markt wird die Marke noch bekanntgeben.
Der Spectre bleibt dabei ein Vorgeschmack auf die Richtung, die Rolls-Royce einschlägt: Die Marke hat angekündigt, bis 2030 vollständig auf Elektroantrieb umzusteigen. Der Verbrenner-V12 in Phantom, Ghost und Cullinan hat damit seine Tage gezählt, und der Spectre ist der erste Vorbote dieses Wandels.