Der Toyota Proace Verso ist ein Personentransporter, der sich an Familien, Unternehmen und professionelle Beförderer richtet. Er will mit einem riesigen Raumangebot, variabler Sitzanordnung und moderner Technik überzeugen. Und auch mit einem attraktiven Preis. Das macht ihn zu einer praktischen Alternative zu Modellen wie dem Volkswagen Multivan oder dem Ford Tourneo Custom. Kein Geheimnis ist, dass es sich um den technischen Zwilling der Modelle Peugeot Traveller, Citroën SpaceTourer und Fiat Scudo handelt, mit denen er sich die Plattform EMP2 sowie die meisten mechanischen Komponenten teilt.


Der Innenraum und seine Variabilität sind das A und O dieser Fahrzeuge. Maßstab ist der Multivan mit einzeln ausbaubaren Sitzen, während der Staria in diesem Bereich mit nicht ausbaubaren Sitzen deutlich zurückbleibt. Der Toyota Proace Verso wird in zwei Karosserielängen mit bis zu 9 Sitzen in vier Ausstattungslinien angeboten: Kombi, Business, Family und VIP. Jede Version bietet unterschiedliche Sitz- und Ausstattungskonfigurationen. Der Proace bietet in der Ausstattung Family verschiebbare hintere zwei Sitzreihen sowie ausbaubare Sitze sowohl in der zweiten als auch in der dritten Reihe. Unser Testwagen hatte eine Anordnung für neun Passagiere, wobei die Reihen im Verhältnis 1:2 geteilt waren. Bei jedem Sitz ließ sich die Rückenlehne umklappen, und jeder Sitz (bzw. jede Doppelsitzbank) ließ sich leicht ausbauen. Die Rückenlehnen konnten in mehreren Stufen positioniert werden. Störend könnte die Platzierung der Sicherheitsgurte der äußeren Sitze in der zweiten Reihe an den Karosseriesäulen sein (schwer erreichbar), ebenso das Fehlen von Armlehnen. Die Rückenlehne des Beifahrersitzes lässt sich umklappen, um so lange Gegenstände zu transportieren.

Unter der Haube stehen zwei Varianten des Zweiliter-Dieselmotors zur Wahl. Die Basisversion leistet 144 PS und ist mit einem manuellen Sechsganggetriebe kombiniert. Die stärkere Variante bietet 180 PS und ist mit einem Achtgang-Automatikgetriebe mit Drehmomentwandler ausgestattet, das Gegenstand unseres Tests war. Sobald man sich hinter das Lenkrad setzt, fallen einem die bekannten Bedienelemente des Stellantis-Konzerns sofort auf. Von der Spiegelbedienung über die Lenkstockhebel und die Lenkradtasten bis hin zum Wählhebel des Automatikgetriebes.

Der Fahrer sitzt naturgemäß relativ hoch und sehr aufrecht, das Lenkrad hat nicht so einen großen Verstellbereich wie etwa beim Multivan, und die Sitzposition hinter dem Lenkrad wirkt insgesamt etwas „nüchterner“. Ebenso wirkt das Armaturenbrett nicht so „aufgehübscht“ wie bei den genannten Rivalen. Seinen Zweck erfüllt es aber hervorragend. Genügend Ablagefächer, eine automatische Klimaanlage und alles griffbereit. Auf einer längeren Fahrt fehlte mir die linke Armlehne, und mein rechter Fuß blieb beim Wechsel vom Gas- zum Bremspedal immer wieder leicht hängen – entweder am Bremspedal von unten oder rechts an der Mittelkonsole. Das störte mich während des gesamten Tests ein wenig.

Beim Starten erwacht der Zweiliter-Diesel, der vor allem im kalten Zustand nicht zu überhören ist. Doch schon ab der ersten Fahrt schaltet das Planetengetriebe wunderbar samtig, Anfahren und Gangwechsel verlaufen dank des Drehmomentwandlers völlig ruckfrei. Überrascht haben mich die Laufruhe und Stabilität des Fahrzeugs auf der Autobahn, ebenso hielt sich der Verbrauch im Rahmen des Anständigen. Außerorts begnügte sich der Zweiliter-Diesel mit Automatik mit 7 Litern, auf der Autobahn waren es rund 8,5 Liter. Bei niedrigeren Geschwindigkeiten dominiert das Motorengeräusch, auf der Autobahn verschmilzt es zu einem angemessenen Geräuschpegel, und auch Fahrten über dem Autobahnlimit sind kein Problem. Reifen mit hoher Profilhöhe schlucken viele Unebenheiten, sodass es nicht stört, dass das Fahrwerk etwas straffer ist, denn das sorgt für mehr Halt in Kurven. Aufgrund der hohen Sitzposition sind Seitenneigungen nämlich stärker spürbar, sodass ihr Ausbleiben eine gute Nachricht ist.

Was ist bei einem solchen Auto am wichtigsten? Natürlich Platz und Variabilität. Was das Kofferraumvolumen betrifft, so sind es hinter der dritten Sitzreihe 1060 Liter, 2100 Liter, wenn man die Sitze der dritten Reihe ausbaut, und 3700 Liter, wenn zusätzlich auch die zweite Reihe entfernt wird. Das dürfte selbst für den Wochenendeinkauf einer recht hungrigen Familie ausreichen. Der Unterschied zur kürzeren Version L1 beträgt beim Kofferraumvolumen rund 400 Liter, da sämtliche zusätzlichen Zentimeter hinter der Hinterachse angebracht sind. Der Radstand ist bei beiden Längen identisch.
