BMW hat bekannt gegeben, dass seine Kunden mit dem Assistenzsystem Highway Assistant bereits über 200 Millionen Kilometer zurückgelegt haben, ohne die Hände ans Steuer zu nehmen. Im vergangenen Jahr meldete der Hersteller noch rund 160 Millionen Kilometer, sodass sich das System für das hands-free Fahren auf der Autobahn laut BMW im realen Betrieb immer schneller verbreitet. Ein wichtiges Detail dabei: "ohne Hände" bedeutet hier nicht "ohne Aufmerksamkeit" - und auf tschechischen Autobahnen ist die Funktion bislang nicht verfügbar.
Der Highway Assistant ist eine Erweiterung des herkömmlichen adaptiven Tempomats und des Spurhalteassistenten. Auf Autobahnen und Schnellstraßen kann er gleichzeitig die Geschwindigkeit regeln und das Fahrzeug bei Tempi bis zu 130 km/h in der Spur halten, sodass der Fahrer auf längeren Abschnitten das Lenkrad loslassen kann. Das System feierte im Frühjahr 2024 Premiere, die ersten Märkte waren Deutschland, die USA und Kanada, und zunächst stand es nur einer Handvoll Modelle der Oberklasse zur Verfügung.
Das System beherrscht die Längs- und Querführung des Fahrzeugs, also Gas und Bremse gleichzeitig mit der Lenkung. Neu ist der automatische Spurwechsel, den der Fahrer jedoch per Blick bestätigen muss - will das System überholen, schaut der Fahrer in den entsprechenden Außenspiegel und genehmigt damit das Manöver. Dass der Fahrer das Verkehrsgeschehen tatsächlich im Blick behält, überwacht eine auf den Innenraum gerichtete Kamera, die Blickrichtung, Augenöffnung und Kopfposition auswertet.
Das Sicherheitskonzept basiert auf Redundanz. Die Spurposition wird laut BMW von mehreren Quellen gleichzeitig erfasst: Front- und Seitenkameras sowie hochpräzise Kartendaten. Die Funktionstüchtigkeit der gesamten Kette überwacht zudem ein eigenständiger Sicherheitschip. Ziel ist es, dass der Ausfall eines einzelnen Elements nicht zum Kontrollverlust über das Fahrzeug führt.

Trotz aller Marketingwirksamkeit bleibt der Highway Assistant ein Assistenzsystem der SAE-Stufe 2. Der Fahrer muss zwar das Lenkrad nicht festhalten, trägt aber während der gesamten Fahrt die Verantwortung, muss das Verkehrsgeschehen beobachten und jederzeit bereit sein, sofort die Kontrolle zu übernehmen. Sobald die Innenraumkamera nachlassende Aufmerksamkeit erkennt, wird der Fahrer aufgefordert - im Extremfall bremst das System das Fahrzeug langsam ab. Vollautomatisiertes Fahren, bei dem der Blick abgewendet werden darf (Level 3), ist bei BMW der separaten Funktion Personal Pilot in der 7er Limousine vorbehalten und funktioniert nur bei niedrigen Geschwindigkeiten im Stau.

Die neuesten Fahrzeuge erhalten zudem eine Ebene, die BMW Symbiotic Drive nennt. Der Fahrer kann selbst Gas geben, die Lenkspur feinjustieren oder abbremsen, ohne den Assistenten dabei vollständig zu deaktivieren - nach dem Eingriff kehrt das System in den aktiven Modus zurück. Als erstes Modell erhält diese Generation das elektrische SUV BMW iX3, das auf der Neue Klasse Plattform aufbaut.

Die Funktion bieten heute die 5er Reihe, die 7er Reihe, iX, X5, X6, X7, XM und der neue iX3 an. Während die erste Generation nur in Deutschland, den USA und Kanada funktionierte, wird die neue Generation laut Hersteller in mehr als zwanzig europäische Länder ausgerollt. In der ersten Welle sind neben Deutschland Österreich, die Schweiz, Italien, Frankreich und die Benelux-Staaten, kurz darauf sollen Großbritannien, Irland, Spanien und Portugal folgen.
| Verfügbarkeit des assistierten hands-free Fahrens | Märkte |
|---|---|
| Jetzt verfügbar (neue Generation) | Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich, Benelux |
| In Kürze | Großbritannien, Irland, Spanien, Portugal |
| Später | Nord-, Ost- und Südosteuropa (inkl. Tschechien) |

Für tschechische Fahrer ist entscheidend, dass Tschechien weder zu den Ländern mit sofortiger Verfügbarkeit gehört noch zu jenen, in denen die Funktion "in Kürze" verfügbar sein soll. BMW ordnet den Rest Mittel-, Nord- und Osteuropas einer späteren Welle zu, ein konkreter Termin für den tschechischen Markt wurde bisher nicht genannt. Hierzulande verkaufte Fahrzeuge können zwar mit dem System ausgestattet sein, auf heimischen Autobahnen lässt es sich jedoch vorerst nicht aktivieren. Die Freischaltung der Funktion hängt nämlich von der Zulassung und Kartierung des Straßennetzes im jeweiligen Land ab.
Assistenzsysteme niedrigerer Stufe, die lediglich beim Spurhalten und Abstandhalten helfen (und Hände am Steuer erfordern), funktionieren selbstverständlich auch bei uns ohne Einschränkungen. Der Unterschied liegt darin, dass der Fahrer bei diesen das Lenkrad nicht loslassen darf. Zur Erinnerung: Seit 2024 müssen alle neu zugelassenen Fahrzeuge in der EU über ein vorgeschriebenes Paket an Assistenz- und Sicherheitssystemen verfügen - hands-free Fahren gehört jedoch nicht dazu, es bleibt eine kostenpflichtige Zusatzausstattung.
Vollständige Spezifikationen, Preise und Vergleiche des elektrischen iX3, der die neue Assistenten-Generation einführt, finden Sie auf der BMW iX3 Seite.