BMW plant, beim elektrischen iX1 das übliche Facelift zu überspringen und direkt zu einer komplett neuen Generation auf der Neue-Klasse-Plattform überzugehen. Laut Informationen von Autoblog.nl, die sich auf den Insider ynguldyn aus dem Bimmerpost-Forum berufen, soll die Serienproduktion des neuen Modells mit der internen Bezeichnung NB5 im November 2027 beginnen.
Die aktuelle Generation des iX1 (interne Bezeichnung U11) ist dabei erst seit 2022 auf dem Markt. In Belgien und Luxemburg wurde er im vergangenen Jahr sogar zum meistverkauften Auto überhaupt, mit einem nahezu perfekten Verhältnis von 50:50 zwischen dem Verbrenner X1 und dem elektrischen iX1. In den Niederlanden wurden fast doppelt so viele iX1 wie X1 verkauft. Dennoch will BMW nicht auf die übliche Modellpflege nach vier Jahren warten und setzt stattdessen direkt auf den Generationswechsel.
Der Grund ist strategischer Natur. BMW investiert Milliarden in die Neue-Klasse-Plattform, auf der in den kommenden Monaten die ersten Serienmodelle anlaufen sollen, darunter der neue iX3. Die Elektromodelle sollen so schnell wie möglich auf diese Architektur umgestellt werden. Ein Facelift des aktuellen iX1 würde eine Investition in die bestehende FAAR-Plattform bedeuten, statt die Ressourcen auf den Nachfolger zu konzentrieren.
Die Entwicklung der Elektroplattformen schreitet so schnell voran, dass die ursprüngliche Technik nach fünf Jahren spürbar im Rückstand ist — bei Batteriekapazität, Ladegeschwindigkeit und Softwarearchitektur gleichermaßen. BMW ist sich dessen bewusst und wählt einen radikalen Ansatz: den direkten Sprung in eine neue Ära.

Der Nachfolger mit der Bezeichnung NB5 soll auf der vollwertigen Neue-Klasse-Plattform aufgebaut werden. Diese bringt zylindrische Batteriezellen der sechsten Generation mit sich, für die BMW eine rund 20 % höhere Energiedichte, bis zu 30 % schnelleres Laden und eine um 30 % größere Reichweite gegenüber der aktuellen Technik angibt. Der Antrieb erfolgt ausschließlich über die Hinterachse oder als Allradantrieb — einen Vorderradantrieb, wie ihn der aktuelle eDrive20 bietet, wird es nicht geben.
Im Innenraum ist das Projektionssystem Panoramic Vision zu erwarten, das Informationen über die gesamte Breite der Windschutzscheibe anzeigt, sowie ein neuer zentraler Bildschirm mit dem Betriebssystem iDrive X. Designtechnisch soll der neue iX1 laut Top Electric SUV wie eine verkleinerte Version des kommenden iX3 wirken — mit schmaler vertikaler Niere und integrierten LED-Scheinwerfern hinter einer Glasfläche.
Der geplante Lebenszyklus des NB5 ist bemerkenswert: Produktion vom Herbst 2027 bis 2036, also neun Jahre. Das deutet darauf hin, dass BMW die Neue-Klasse-Plattform als langfristige Basis betrachtet.

Ein anderes Schicksal erwartet die Verbrennerversion des X1. Sie soll Mitte 2027 ein klassisches Facelift (Life Cycle Impulse) erhalten und bis 2033 im Verkauf bleiben. BMW wird damit mehrere Jahre lang zwei X1-Versionen auf unterschiedlichen Plattformen anbieten — ähnlich wie derzeit bei X3 und iX3. Wie sich der Benziner-BMW X1 in der aktuellen Generation fährt, haben wir in der Rezension des BMW X1 beschrieben.
Der Verbrenner-X1 soll mit dem Facelift Elemente der Neue-Klasse-Designsprache sowie das System iDrive X erhalten. Spekuliert wird auch über das Projektionssystem Panoramic Vision, was der erste Einsatz dieser Technologie außerhalb eines rein elektrischen Modells wäre.
| Modell | Plattform | Facelift | Produktionsende |
|---|---|---|---|
| iX1 (U11) | FAAR | entfällt | 2027 |
| iX1 (NB5) | Neue Klasse | — | 2036 |
| X1 (U11) | FAAR | Mitte 2027 | 2033 |
Der BMW iX1 gehört in Tschechien zu den erschwinglichsten Elektro-BMWs. Der aktuelle Listenpreis beginnt bei 52.400 € für die Version eDrive20, die im Januar dieses Jahres eine größere Reichweite erhielt — BMW gibt bis zu 514 km nach WLTP an. Der Verbrenner-X1 startet bei 48.500 €.
Im Februar nahm der Fahrdienst Bolt in Prag zehn iX1 in Betrieb, was auf ein wachsendes Interesse an diesem Modell auch im Segment der Shared Mobility hindeutet. Der Wechsel auf die Neue-Klasse-Plattform dürfte eine deutlich größere Reichweite und schnelleres Laden bringen — Parameter, die für den tschechischen Markt mit einem weniger dichten Schnellladenetz als in den Beneluxstaaten entscheidend sind.