Nissan hat gerade die ersten offiziellen Teaser der neuen, vierzehnten Generation des Skyline vorgestellt — und Fans der JDM-Kultur dürfen jubeln. Statt eines weiteren umlackierten Infiniti Q50 bekommen wir nämlich eine Sportlimousine mit Retro-Design, runden Rückleuchten und Twin-Turbo-Sechszylinder — und vielleicht sogar einem manuellen Schaltgetriebe. Der Haken? Nach Europa kommt er nicht.
Die Enthüllung erfolgte im Rahmen der neuen Unternehmensstrategie „Mobility Intelligence for Everyday Life“, die Präsident und CEO Ivan Espinosa vorstellte. Nissan stuft den neuen Skyline als „Heartbeat-Modell für Japan“ ein — ein Fahrzeug, das ganz auf reine Fahrfreude, Präzision und Leistung ausgerichtet ist.
Die Teaserbilder zeigen eine dramatisch geschnittene Front mit vertikalen LED-Scheinwerfern und dem Skyline-S-Logo in der Mitte des Kühlergrills. Die Front ist breit, niedrig und wirkt deutlich aggressiver als alles, was der aktuelle Skyline V37 zu bieten hat.

Von hinten betrachtet ist das aber erst die eigentliche Rückkehr zu den Wurzeln. Der neue Skyline bringt ikonische runde Rückleuchten zurück, in separater, hervorstehender Ausführung, wie sie für die Generationen R32 bis R34 GT-R typisch war. Die Leuchten strahlen in kräftigem Rot und verweisen klar auf die berühmteste Ära dieses Namens.

Das Seitenprofil zeigt eine hohe Schulterlinie, die nach hinten abfällt — ein direkter Verweis auf die legendäre C10-Generation aus den späten sechziger Jahren, unter Fans bekannt als Hakosuka. Am hinteren Kotflügel kehrt der kursive Schriftzug „Skyline“ in klassischer Schrift zurück.

Nissan-Chefdesigner Alfonso Albaisa sagte zur neuen Ausrichtung: „Think big, wide, and blocky. Aggressive and not retro.“ Der neue Skyline soll also keine nostalgische Kopie sein, sondern eine moderne Interpretation dessen, was die ursprünglichen Generationen so besonders gemacht hat.
Im Rahmen des Teasers hat Nissan keine technischen Details veröffentlicht. Automedien erwarten jedoch, dass unter der Haube der bewährte 3,0-Liter-Twin-Turbo-Sechszylinder VR30DDTT aus dem aktuellen Modell bleibt. Carscoops schätzt die Leistung auf rund 450 PS bei Hinterradantrieb — Nissan hat dies bislang aber nicht bestätigt.
Japanische und australische Medien erwähnen die Möglichkeit eines manuellen Dreipedal-Schaltgetriebes — zum ersten Mal in der Geschichte des modernen Skyline. Die aktuelle Generation bietet nur eine Siebengang-Automatik, ein Schaltgetriebe wäre also ein deutlicher Schritt. Dabei handelt es sich allerdings um unbestätigte Informationen.
Spekuliert wird auch über eine Variante mit e-Power-Technologie, die einen Verbrennungsmotor mit elektrischer Unterstützung kombinieren würde, um die Emissionsnormen zu erfüllen. Nissan hat dies bislang nicht offiziell bestätigt.
Die aktuelle dreizehnte Skyline-Generation V37 basiert auf einer Plattform aus dem Jahr 2014 und ist im Grunde die japanische Version des Infiniti Q50 — einer Limousine, die in den USA im Herbst 2024 auslief. In Japan hat Nissan den Skyline jedoch nie aufgegeben.



Diese Sondereditionen signalisierten deutlich, dass Nissan den Skyline nicht aufgegeben hat. Im Gegenteil — man baute vor der Ankunft der neuen Generation gezielt Interesse auf.
Skyline und GT-R teilten sich die Plattform von der ersten GT-R-Generation im Jahr 1969 bis zum R34 im Jahr 2002. Danach trennte Nissan die beiden Baureihen — der R35 GT-R basiert auf einer eigenen Plattform und hat mit dem Skyline nichts mehr gemeinsam.
Nun wird jedoch spekuliert, dass die Plattform des neuen Skyline V38 als Basis für den künftigen R36 GT-R dienen könnte. Nissan hat bereits bestätigt, dass der GT-R einen Hybridantrieb mit über 700 PS erhalten wird — und die Rückkehr der runden Rückleuchten beim Skyline könnte ein stiller Hinweis darauf sein, wohin sich die gesamte Familie entwickelt.
Auf dem US-Markt soll dann ein Geschwistermodell in Form einer neuen sportlichen Infiniti-Limousine erscheinen, vermutlich unter der Bezeichnung Q50 oder Q60.
Skyline ist einer der am längsten ununterbrochen produzierten Modellnamen der Automobilindustrie. Seine Geschichte reicht bis ins Jahr 1957 zurück, als er noch von der Prince Motor Company gebaut wurde. Nach dem Zusammenschluss mit Nissan im Jahr 1966 entstand die dritte Generation C10 — jene, die auf Rennstrecken 49 aufeinanderfolgende Siege einfuhr und die Legende des GT-R begründete.
Die R32-Generation brachte 1989 die Bezeichnung GT-R zurück und erhielt in Australien den Spitznamen „Godzilla“, nachdem sie die lokale Konkurrenz in der australischen Tourenwagenmeisterschaft dominierte. Der R34 GT-R von 1999 wurde dank des Films Fast & Furious zu einer weltweiten Ikone und wird heute für astronomische Summen gehandelt.
Direkt nichts — Nissan plant den neuen Skyline ausschließlich für den japanischen Markt mit Rechtslenkung. In der Tschechischen Republik konzentriert Nissan sein Angebot auf die Modelle Qashqai, Juke und den elektrischen Ariya.
Trotzdem hat diese Nachricht auch für europäische Kunden Bedeutung. Nissan hat im Rahmen der Restrukturierung versprochen, die Entwicklungszyklen um 30 Monate zu verkürzen und mehr Modelle mit Fokus auf das Fahrerlebnis zu bringen. Sollte sich die Philosophie des neuen Skyline — Hinterradantrieb, Sechszylinder, Schaltgetriebe — auch auf globale Modelle übertragen, könnte die Marke die Aufmerksamkeit zurückgewinnen, die sie in Europa zunehmend verliert.
Der neue Skyline soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 auf japanischen Straßen erscheinen.