Im Mai 2026 haben die Tschechen 22 213 neue Pkw und leichte Nutzfahrzeuge zugelassen, 5,9 % mehr als im Vorjahresmonat (20 989), aber 8,1 % weniger als im April (24 166). Den Markt dominiert traditionell Škoda, das sich knapp ein Drittel aller Zulassungen sicherte. Die eigentliche Geschichte des Monats verbirgt sich jedoch auf Platz sechs: Zum ersten Mal schaffte es eine chinesische Marke in die Top 10. Wie wir gleich zeigen werden, hat sie sich allerdings vor allem an sich selbst „verkauft". Wir knüpfen an den April-Überblick der Neuzulassungen an.
| Rang | Marke | Mai 2026 | Mai 2025 | Veränderung YoY |
|---|---|---|---|---|
| 1. | Škoda | 7 274 | 6 451 | +12,8 % |
| 2. | Volkswagen | 1 718 | 1 422 | +20,8 % |
| 3. | Toyota | 1 479 | 1 842 | −19,7 % |
| 4. | Hyundai | 1 380 | 1 514 | −8,9 % |
| 5. | Dacia | 1 010 | 884 | +14,3 % |
| 6. | Ford | 745 | 883 | −15,6 % |
| 7. | Mercedes-Benz | 708 | 776 | −8,8 % |
| 8. | Renault | 678 | 823 | −17,6 % |
| 9. | Peugeot | 618 | 560 | +10,4 % |
| 10. | Kia | 577 | 900 | −35,9 % |
Škoda sicherte sich mit 7 274 Fahrzeugen einen Marktanteil von 32,7 % und legte im Jahresvergleich knapp 13 % zu. Auch Volkswagen (+20,8 %) verzeichnet einen starken Monat, angetrieben von den SUV-Modellen Tiguan und Tayron. Am anderen Ende steht Kia, dessen Rückgang von 36 % die deutlichste Bewegung in den Top 10 darstellt; schwache Monate melden auch Toyota (−19,7 %) und Renault (−17,6 %).
Beachtenswert ist auch, was in der Tabelle nicht sichtbar ist: Würde man die Zulassungen von Omoda und Jaecoo (796 Fahrzeuge) zusammenzählen, würde dieses chinesische Duo auf Platz sechs landen - vor Ford. Warum das jedoch nicht so eindeutig ist, erläutern wir weiter unten.
| Rang | Modell | Mai 2026 | Mai 2025 | Veränderung YoY |
|---|---|---|---|---|
| 1. | Škoda Octavia | 1 355 | 1 438 | −5,8 % |
| 2. | Škoda Kodiaq | 1 298 | 824 | +57,5 % |
| 3. | Škoda Kamiq | 1 067 | 835 | +27,8 % |
| 4. | Škoda Karoq | 1 000 | 810 | +23,5 % |
| 5. | Škoda Fabia | 841 | 732 | +14,9 % |
| 6. | Škoda Scala | 694 | 684 | +1,5 % |
| 7. | Hyundai i30 | 569 | 549 | +3,6 % |
| 8. | Škoda Superb | 502 | 586 | −14,3 % |
| 9. | Hyundai Tucson | 341 | 401 | −15,0 % |
| 10. | Dacia Bigster | 296 | nový | — |
Das Modell-Ranking ist eine Parade der Marke aus Mladá Boleslav - sieben der zehn meistverkauften Autos tragen das Škoda-Logo. Die Octavia verlor zwar leicht, dafür glänzte der Kodiaq (+57,5 %) mit einem enormen Sprung dank der neuen Generation; gut liefen auch die kompakten SUV Kamiq und Karoq. Außerhalb von Škoda behaupten sich am besten der Hyundai i30 und der Neuling Dacia Bigster, der auf Anhieb in die Top 10 einstieg.
Chinesische Marken verzeichneten im Mai zusammen rund 1 440 Zulassungen, also über 6 % Marktanteil, und wachsen schneller als alle anderen. Die meiste Aufmerksamkeit erregt das Duo Omoda und Jaecoo aus dem Konzern Chery, das in der SDA-Statistik als eine Zeile auftaucht (442 + 354 = 796 Fahrzeuge) und sich damit auf Platz sechs drängen würde. Der Haken ist ein doppelter: Einerseits handelt es sich faktisch um zwei Marken mit gemeinsamen Showrooms, andererseits misst die Statistik Zulassungen, keine Verkäufe - also auch Fahrzeuge, die noch auf dem Hof des Händlers stehen.

Und genau hier ist der Unterschied extrem. Bei Jaecoo entfielen im Mai nur 1,6 % der Zulassungen auf Privatpersonen, bei Omoda 3,1 %. Von Januar bis Mai hielten zwölf IČO-Nummern 59 % aller zugelassenen Omoda und Jaecoo, und eine Recherche im ARES-Register zeigt, dass es sich dabei überwiegend um Autohäuser und Mietwagenunternehmen handelt - der größte „Käufer" ist der Händler MACH MOTORS, auf den im Mai 68 Omoda und 64 Jaecoo entfielen. Dem gegenüber hat MG einen Privatkundenanteil von 55 %, und seine Zulassungen verteilen sich auf Hunderte von Einzelkäufern. MG verkauft sich in Tschechien also wirklich an Menschen, während Omoda und Jaecoo bislang größtenteils an sich selbst verkaufen.
Der Schlüssel zu dieser Zulassungswelle ist die Modelloffensive. Chery stapelt in Tschechien innerhalb weniger Monate eine Neuheit nach der anderen und jedes neue Modell oder jede neue Motorisierung trifft das Händlernetz wie eine Zulassungswelle - typischerweise mit null Privatkunden. Das zeigt die Aufschlüsselung des Mai nach Modellen: Das brandneue Omoda 7 kommt auf 38 Zulassungen und keinen einzigen Privatkäufer (93 % seiner Geschwistermodelle stehen zudem bei Firmen mit mehr als zwei Fahrzeugen), der Plug-in-Hybrid Omoda 9 sprang auf 126 Einheiten mit einem einzigen Privatbesitzer, und genauso erging es den frisch eingeführten Hybridvarianten von Jaecoo 7 und Jaecoo 5 (jeweils 0 % Privatkunden). Mit anderen Worten: Die Zahlen steigen nicht, weil die Menschen die Autos kaufen, sondern weil der Importeur die Lager vor dem Verkaufsstart jeder Neuheit füllt.
| Modell | Marke | Mai 2026 | Privat |
|---|---|---|---|
| Jaecoo 7 | Jaecoo | 357 | 2,0 % |
| MG ZS | MG | 201 | 54,7 % |
| Omoda 9 | Omoda | 177 | 1,7 % |
| Omoda 5 | Omoda | 139 | 5,8 % |
| Jaecoo 5 | Jaecoo | 85 | 0 % |
| Chery Tiggo 7 | Chery | 63 | 1,6 % |
| MG HS | MG | 55 | 56 % |
| Omoda 7 | Omoda | 38 | 0 % |
| BYD Dolphin Surf | BYD | 22 | 59,1 % |
| Leapmotor B10 | Leapmotor | 20 | 75,0 % |
| MG3 | MG | 19 | 68,4 % |
Die Tabelle zeigt zwei Gesichter der chinesischen Expansion. Modelle wie Jaecoo 7, Omoda 9, Omoda 5 und Chery Tiggo 7 haben nur wenige Prozent Privatkunden - ihre Zulassungen werden von Händlern gehalten. Demgegenüber weisen MG ZS, MG3, BYD Dolphin Surf und Leapmotor B10 einen Privatkundenanteil von über 50 % auf und sind echte „Volksautos".


| Marke | Mai 2026 | Privat | Verkaufscharakter |
|---|---|---|---|
| Jaecoo | 442 | 1,6 % | Händlereinlagerung |
| Omoda | 354 | 3,1 % | Händlereinlagerung |
| MG | 302 | 55,3 % | echte Verkäufe an Endkunden |
| BYD | 97 | 34,0 % | gesunder Mix |
| Chery | 92 | 7,6 % | Importeur Astana Motors (41 Stk.) |
| BAIC | 34 | 61,8 % | echte Verkäufe an Endkunden |
| Leapmotor | 33 | 63,6 % | echte Verkäufe an Endkunden |
Das Rennen um die Position der chinesischen Nummer eins wandelt sich dabei rasch: Omoda/Jaecoo und auch Chery allein haben den bisherigen Marktführer MG in diesem Jahr bereits überholt. Aus den obigen Zahlen geht jedoch hervor, dass MG eine deutlich gesündere Kundenstruktur aufweist - was in der Statistik allerdings nicht so eindrucksvoll aussieht.
Unter den Neuheiten, die im Mai des Vorjahres noch nicht zugelassen wurden, führt der Kia K4 Sportswagon mit 131 Einheiten. Es folgen die Hybridversionen des Jaecoo 7 (55) und der Omoda 9 (51), dann Omoda 7 (38) und Jaecoo 5 (23). Bei den elektrischen Neulingen tauchten Kia EV2 (16) und BYD Atto 2 DM-i (15) auf.
| Antrieb | Mai 2026 | Anteil | April 2026 | Mai 2025 | Veränderung YoY |
|---|---|---|---|---|---|
| BEV (Elektro) | 1 244 | 5,6 % | 1 588 | 1 175 | +5,9 % |
| PHEV (Plug-in) | 702 | 3,2 % | 622 | 257 | +173,2 % |
| HEV (Hybrid) | 1 928 | 8,7 % | 1 943 | 1 882 | +2,4 % |
| ICE (Verbrenner) | 18 339 | 82,6 % | 20 013 | 17 675 | +3,8 % |
Verbrenner halten nach wie vor über vier Fünftel des Markts, doch am schnellsten wachsen die Plug-in-Hybride: Im Jahresvergleich hat sich ihre Zahl fast verdreifacht (+173 %). Angetrieben wird das Wachstum vor allem durch den Zustrom chinesischer PHEVs wie dem Omoda 9 sowie durch Plug-in-Varianten europäischer SUV. Bei den reinen Elektrofahrzeugen gab es einen moderaten Anstieg (+5,9 %), meistverkauft waren Tesla Model Y (151 Stk.) sowie die elektrischen Škoda-Modelle Enyaq und Elroq. Klassische Hybride bleiben das stabile Rückgrat der „Elektrifizierung" für Fahrer, die sich nicht mit dem Laden befassen möchten.
Von den 22 213 Zulassungen entfielen auf Privatpersonen lediglich 24 %, der Rest auf Unternehmen, Leasing und Flotten. Die Unterschiede zwischen den Modellen sind jedoch enorm - und sie verraten viel darüber, wessen Auto es eigentlich ist.
| Modell | Zulassungen | Privat |
|---|---|---|
| Škoda Octavia | 1 355 | 6,8 % |
| Škoda Kodiaq | 1 298 | 9,9 % |
| Škoda Superb | 502 | 7,2 % |
| Volkswagen Golf | 286 | 13,6 % |
| Hyundai Tucson | 341 | 44,0 % |
| Dacia Bigster | 296 | 60,1 % |
| Dacia Duster | 295 | 63,7 % |
| KG Mobility Korando | 252 | 81,0 % |
Bestseller wie Octavia (6,8 %), Superb (7,2 %) und Kodiaq (9,9 %) sind nahezu ausschließlich Firmen- und Flottenfahrzeuge - Privatkäufer greifen nur selten zu. Dagegen gehen Dacia Bigster und Duster zu mehr als 60 % an Privatkunden, und den mit Abstand höchsten Privatkundenanteil verzeichnet überraschenderweise das günstige SUV KG Mobility Korando (81 %). Es gilt eine einfache Faustregel: Je teurer und repräsentativer das Auto, desto mehr wird es von Unternehmen nachgefragt; je günstiger und praktischer, desto eher kaufen es Privathaushalte.
Der Mai bestätigte damit zwei gleichzeitig verlaufende Trends: Der tschechische Markt stützt sich weiterhin auf Škoda und Firmenzulassungen, während chinesische Marken zwar schnell wachsen, bei einigen von ihnen aber das „Wachstum" bislang vor allem eine buchhalterische Operation zwischen Importeur und Händlern ist. Der eigentliche Test kommt, wenn diese Autos in großem Stil in die Hände privater Fahrer übergehen.