Škoda Auto hat ein umfangreiches Update für seine beiden elektrischen Bestseller angekündigt. Ab Mitte 2026 erhalten sowohl der Elroq als auch der Enyaq günstigere LFP-Akkus, einen 21-Liter-Frunk im vorderen Kofferraum, einen digitalen Schlüssel per Smartphone, eine 230-V-Steckdose für V2L sowie ein überarbeitetes Infotainmentsystem mit App-Store. Laut Hersteller handelt es sich um das umfangreichste Update beider Modelle seit ihrer Markteinführung.
Die wichtigste Änderung ist der Wechsel zu Lithium-Eisenphosphat-Akkus (LFP) bei den Versionen Elroq 60 und Enyaq 60. Der neue Akku hat eine Bruttokapazität von 61 kWh (58 kWh nutzbar) und bietet eine maximale DC-Ladeleistung von 105 kW. Laut Škoda dauert das Laden von 10 auf 80 % 26 Minuten.
Die LFP-Chemie ist günstiger als die bisherigen NMC-Zellen, verträgt tägliches Laden auf 100 % besser und hat eine längere Lebensdauer. Für Kunden könnte das einen niedrigeren Anschaffungspreis der Einstiegsvarianten bedeuten — konkrete tschechische Preislisten hat Škoda allerdings noch nicht veröffentlicht. Die Systemleistung der Version 60 sank leicht von 150 auf 140 kW, den Sprint auf 100 km/h schafft der Elroq 60 in 8,5 Sekunden und der Enyaq 60 in 8,6 Sekunden.

Die höheren Versionen 85, 85x und RS behalten den NMC-Akku mit einer Kapazität von 82 kWh (77 kWh netto) und einer maximalen Ladeleistung von 165 kW bei. LFP-Akkus sind also ausschließlich den preisgünstigeren Varianten vorbehalten.
Škoda wird die LFP-Akkus für Elroq und Enyaq direkt in Mladá Boleslav produzieren. Die neue Cell-to-Pack-Fertigungslinie nahm Ende Februar 2026 den Betrieb auf und ist laut WhichEV die erste Fabrik dieser Art in Europa. Das Werk beliefert nicht nur Škoda, sondern auch andere Marken des Volkswagen-Konzerns — damit ist das Werk in Mladá Boleslav zum größten Produzenten von Batteriesystemen für Elektrofahrzeuge im gesamten Volkswagen-Konzern geworden.
Beide Autos bieten künftig einen 21-Liter-Frunk mit Gasdruckstreben im vorderen Kofferraum. Zum Vergleich: Der Frunk des Tesla Model Y fasst über 110 Liter, der Hyundai Ioniq 5 bietet 57 Liter. Škoda liegt beim Volumen also zwar zurück, doch der Platz reicht für Ladekabel oder Kleinigkeiten.
Erstmals gibt es bei Škoda einen digitalen Schlüssel — das Auto lässt sich per Smartphone mit der MyŠkoda-App entriegeln und starten. Neu ist auch die Vehicle-to-Load-Technologie (V2L): Im Kofferraum ist eine 230-V-Steckdose hinzugekommen, über die sich haushaltsübliche Elektrogeräte direkt aus der Antriebsbatterie des Autos versorgen lassen.

Das Infotainmentsystem wurde komplett überarbeitet. Das neue, auf Android basierende System bringt einen überarbeiteten Startbildschirm mit Kachel-Layout, Suchfunktion und Favoriten. Erstmals gibt es in Škoda-Fahrzeugen einen App-Store — Spotify, YouTube und weitere Apps von Drittanbietern lassen sich direkt über den Touchscreen herunterladen.
Zum Update gehört auch die Integration des Dienstes Powerpass, der Zugang zu über einer Million öffentlichen Ladepunkten in 28 europäischen Ländern bietet. Das kabellose Laden des Telefons über das Qi2 Magnetic Power Profile erreicht eine Leistung von bis zu 25 W.
Die Assistenzsysteme wurden auf Travel Assist 3.0 mit präziserer Spurführung aktualisiert. Hinzugekommen sind Eckradare für einen verbesserten Crossroad Assist (Kreuzungsassistent) sowie eine Innenraumkamera zur Überwachung der Fahreraufmerksamkeit. Die Rekuperation bietet neu zwei Stufen für das One-Pedal-Fahren.

| Parameter | Bisher (Version 60) | Neu (Version 60 LFP) |
|---|---|---|
| Akku-Chemie | NMC | LFP |
| Kapazität (brutto / netto) | 63 / 59 kWh | 61 / 58 kWh |
| Max. DC-Ladeleistung | 175 kW | 105 kW |
| Laden 10–80 % | 25 min | 26 min |
| Leistung | 150 kW | 140 kW |
| Frunk | Nein | 21 l |
| V2L (230-V-Steckdose) | Nein | Ja |
| Digitaler Schlüssel | Nein | Ja |
| Infotainment | Android (1. Gen.) | Android (2. Gen. + App-Store) |
Der Škoda Elroq startet in Tschechien derzeit bei 799 000 Kč in der Version 50 Tour mit 125-kW-Motor und einem Akku mit 55 kWh Kapazität. Die Version 60 mit größerem Akku kostet ab 882 000 Kč. Der Enyaq beginnt bei 1 015 000 Kč. Aktualisierte Preislisten für das Modelljahr 2026/2027 hat der Hersteller noch nicht bekannt gegeben.
| Modell | Version | Preis ab (Kč) | Akku | WLTP-Reichweite |
|---|---|---|---|---|
| Škoda Elroq | 50 Tour | 799 000 | 55 kWh NMC | 377 km |
| Škoda Elroq | 60 | 882 000 | 63 kWh NMC → 61 kWh LFP | 428 km* |
| Škoda Elroq | 85 | 1 032 000 | 82 kWh NMC | 573 km |
| Škoda Enyaq | 60 | 1 015 000 | 63 kWh NMC → 61 kWh LFP | 432 km* |
| Škoda Enyaq | 85 | 1 130 000 | 82 kWh NMC | 578 km |
Die LFP-Chemie ist in der Regel 20–30 % günstiger als NMC. Sollte Škoda die Ersparnis an den Endpreis weitergeben, könnte die Version 60 unter die Marke von 850.000 Kronen fallen — und damit auf das Niveau der chinesischen Konkurrenz wie dem Leapmotor B10 oder dem MG ZS EV kommen. Andererseits könnte die geringere maximale Ladeleistung (105 statt 175 kW) diejenigen abschrecken, die regelmäßig längere Strecken fahren und schnelles Nachladen unterwegs benötigen.
Die überarbeiteten Modelle werden ab Mitte 2026 erhältlich sein. Škoda reagiert damit auf den wachsenden Druck chinesischer Marken, die LFP-Akkus serienmäßig und zu deutlich niedrigeren Preisen anbieten. Frunk, V2L und digitaler Schlüssel waren bis vor Kurzem eine Domäne genau der asiatischen Konkurrenz — jetzt bekommt sie auch der tschechische Bestseller.