Škoda Elroq und Enyaq für 2026: LFP-Akku, Frunk, V2L und digitaler Schlüssel

Škoda Elroq und Enyaq für 2026: LFP-Akku, Frunk, V2L und digitaler Schlüssel

Jiří Zelinka, 28. März 2026

Škoda Auto hat ein umfangreiches Update für seine beiden elektrischen Bestseller angekündigt. Ab Mitte 2026 erhalten sowohl der Elroq als auch der Enyaq günstigere LFP-Akkus, einen 21-Liter-Frunk im vorderen Kofferraum, einen digitalen Schlüssel per Smartphone, eine 230-V-Steckdose für V2L sowie ein überarbeitetes Infotainmentsystem mit App-Store. Laut Hersteller handelt es sich um das umfangreichste Update beider Modelle seit ihrer Markteinführung.

LFP-Akku: günstigere Chemie für die Version 60

Die wichtigste Änderung ist der Wechsel zu Lithium-Eisenphosphat-Akkus (LFP) bei den Versionen Elroq 60 und Enyaq 60. Der neue Akku hat eine Bruttokapazität von 61 kWh (58 kWh nutzbar) und bietet eine maximale DC-Ladeleistung von 105 kW. Laut Škoda dauert das Laden von 10 auf 80 % 26 Minuten.

Die LFP-Chemie ist günstiger als die bisherigen NMC-Zellen, verträgt tägliches Laden auf 100 % besser und hat eine längere Lebensdauer. Für Kunden könnte das einen niedrigeren Anschaffungspreis der Einstiegsvarianten bedeuten — konkrete tschechische Preislisten hat Škoda allerdings noch nicht veröffentlicht. Die Systemleistung der Version 60 sank leicht von 150 auf 140 kW, den Sprint auf 100 km/h schafft der Elroq 60 in 8,5 Sekunden und der Enyaq 60 in 8,6 Sekunden.

Škoda Elroq 2026 Modelljahr von vorne
Škoda Elroq nach dem Modell-Update 2026. Foto: Škoda Auto

Die höheren Versionen 85, 85x und RS behalten den NMC-Akku mit einer Kapazität von 82 kWh (77 kWh netto) und einer maximalen Ladeleistung von 165 kW bei. LFP-Akkus sind also ausschließlich den preisgünstigeren Varianten vorbehalten.

Akkus aus Mladá Boleslav: Škoda wird zum größten Batteriehersteller im VW-Konzern

Škoda wird die LFP-Akkus für Elroq und Enyaq direkt in Mladá Boleslav produzieren. Die neue Cell-to-Pack-Fertigungslinie nahm Ende Februar 2026 den Betrieb auf und ist laut WhichEV die erste Fabrik dieser Art in Europa. Das Werk beliefert nicht nur Škoda, sondern auch andere Marken des Volkswagen-Konzerns — damit ist das Werk in Mladá Boleslav zum größten Produzenten von Batteriesystemen für Elektrofahrzeuge im gesamten Volkswagen-Konzern geworden.

Frunk, digitaler Schlüssel und V2L erstmals bei Škoda

Beide Autos bieten künftig einen 21-Liter-Frunk mit Gasdruckstreben im vorderen Kofferraum. Zum Vergleich: Der Frunk des Tesla Model Y fasst über 110 Liter, der Hyundai Ioniq 5 bietet 57 Liter. Škoda liegt beim Volumen also zwar zurück, doch der Platz reicht für Ladekabel oder Kleinigkeiten.

Erstmals gibt es bei Škoda einen digitalen Schlüssel — das Auto lässt sich per Smartphone mit der MyŠkoda-App entriegeln und starten. Neu ist auch die Vehicle-to-Load-Technologie (V2L): Im Kofferraum ist eine 230-V-Steckdose hinzugekommen, über die sich haushaltsübliche Elektrogeräte direkt aus der Antriebsbatterie des Autos versorgen lassen.

Škoda Elroq 2026 V2L 230-V-Steckdose im Kofferraum
Die neue 230-V-Steckdose für V2L im Kofferraum des Elroq. Foto: Škoda Auto

Neues Infotainmentsystem mit App-Store

Das Infotainmentsystem wurde komplett überarbeitet. Das neue, auf Android basierende System bringt einen überarbeiteten Startbildschirm mit Kachel-Layout, Suchfunktion und Favoriten. Erstmals gibt es in Škoda-Fahrzeugen einen App-Store — Spotify, YouTube und weitere Apps von Drittanbietern lassen sich direkt über den Touchscreen herunterladen.

Zum Update gehört auch die Integration des Dienstes Powerpass, der Zugang zu über einer Million öffentlichen Ladepunkten in 28 europäischen Ländern bietet. Das kabellose Laden des Telefons über das Qi2 Magnetic Power Profile erreicht eine Leistung von bis zu 25 W.

Travel Assist 3.0 und neue Radarsensoren

Die Assistenzsysteme wurden auf Travel Assist 3.0 mit präziserer Spurführung aktualisiert. Hinzugekommen sind Eckradare für einen verbesserten Crossroad Assist (Kreuzungsassistent) sowie eine Innenraumkamera zur Überwachung der Fahreraufmerksamkeit. Die Rekuperation bietet neu zwei Stufen für das One-Pedal-Fahren.

Škoda Elroq 2026 Innenraum mit neuem Infotainmentsystem
Der überarbeitete Innenraum des Škoda Elroq mit dem neuen Infotainmentsystem. Foto: Škoda Auto

Überblick der Änderungen: aktuelles vs. neues Modelljahr

ParameterBisher (Version 60)Neu (Version 60 LFP)
Akku-ChemieNMCLFP
Kapazität (brutto / netto)63 / 59 kWh61 / 58 kWh
Max. DC-Ladeleistung175 kW105 kW
Laden 10–80 %25 min26 min
Leistung150 kW140 kW
FrunkNein21 l
V2L (230-V-Steckdose)NeinJa
Digitaler SchlüsselNeinJa
InfotainmentAndroid (1. Gen.)Android (2. Gen. + App-Store)
Quelle: Škoda Storyboard. Die Angaben für die Versionen 85/RS bleiben unverändert.

Elroq ab 799.000 Kronen: ändert LFP den Preis?

Der Škoda Elroq startet in Tschechien derzeit bei 799 000 Kč in der Version 50 Tour mit 125-kW-Motor und einem Akku mit 55 kWh Kapazität. Die Version 60 mit größerem Akku kostet ab 882 000 Kč. Der Enyaq beginnt bei 1 015 000 Kč. Aktualisierte Preislisten für das Modelljahr 2026/2027 hat der Hersteller noch nicht bekannt gegeben.

ModellVersionPreis ab (Kč)AkkuWLTP-Reichweite
Škoda Elroq50 Tour799 00055 kWh NMC377 km
Škoda Elroq60882 00063 kWh NMC → 61 kWh LFP428 km*
Škoda Elroq851 032 00082 kWh NMC573 km
Škoda Enyaq601 015 00063 kWh NMC → 61 kWh LFP432 km*
Škoda Enyaq851 130 00082 kWh NMC578 km
Aktuelle tschechische Preise aus dem Škoda-Konfigurator (Oktober 2025). *Die Reichweite der Version 60 mit LFP-Akku wurde noch nicht bestätigt — sie kann leicht abweichen. Quelle: Datenbank Autohled.

Die LFP-Chemie ist in der Regel 20–30 % günstiger als NMC. Sollte Škoda die Ersparnis an den Endpreis weitergeben, könnte die Version 60 unter die Marke von 850.000 Kronen fallen — und damit auf das Niveau der chinesischen Konkurrenz wie dem Leapmotor B10 oder dem MG ZS EV kommen. Andererseits könnte die geringere maximale Ladeleistung (105 statt 175 kW) diejenigen abschrecken, die regelmäßig längere Strecken fahren und schnelles Nachladen unterwegs benötigen.

Die überarbeiteten Modelle werden ab Mitte 2026 erhältlich sein. Škoda reagiert damit auf den wachsenden Druck chinesischer Marken, die LFP-Akkus serienmäßig und zu deutlich niedrigeren Preisen anbieten. Frunk, V2L und digitaler Schlüssel waren bis vor Kurzem eine Domäne genau der asiatischen Konkurrenz — jetzt bekommt sie auch der tschechische Bestseller.

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