Škoda belegte im Ranking der Langzeitqualität von Marken den fünften Platz laut TÜV Report 2026, der auf 9,46 Millionen Hauptuntersuchungen in Deutschland basiert. Mit einer durchschnittlichen Mängelquote von 23,0 % landete die Marke hinter Mercedes (18,5 %), Audi (19,2 %), Toyota (22,0 %) und Volkswagen (22,4 %). Zwischen den einzelnen Modellen gibt es jedoch enorme Unterschiede — vom Spitzenreiter Karoq bis zur problematischen Scala.
In der Gesamtbewertung der Langzeitqualität belegte Škoda den 5. Platz von 14 Marken mit einer durchschnittlichen Mängelquote von 23,0 % bei einer durchschnittlichen Laufleistung von 136.000 km. Damit lag die Marke vor Opel (23,1 %), Seat (24,2 %), BMW (25,1 %) und Ford (25,3 %). Hinter dem Schwestermodell Volkswagen (22,4 %) blieb sie um knapp einen Prozentpunkt zurück.
Interessant ist die Entwicklung im Zeitverlauf. Junge Škoda-Modelle (2–3 Jahre) weisen eine durchschnittliche Mängelquote von 7,6 % auf — einen Prozentpunkt schlechter als der Gesamtdurchschnitt aller Marken (6,5 %). Mit zunehmendem Alter kehrt sich das Verhältnis jedoch um: Im Alter von 6–7 Jahren erreicht der durchschnittliche Škoda 11,3 % Mängel gegenüber einem Durchschnitt von 13,8 %, im Alter von 8–9 Jahren dann 16,8 % versus 18,7 %. Škoda-Modelle altern also besser als der Durchschnitt — das Problem liegt eher in den ersten Jahren.
Die unabhängige Bewertung des niederländischen Verbraucherverbands Consumentenbond gibt Škoda als Marke eine Punktzahl von 7,5/10 und eine Kundenzufriedenheit von 8,3/10 — ein solider Durchschnitt. Auf Modellebene zeigt sich jedoch eine ähnliche Verteilung wie beim TÜV: Am schlechtesten schneidet der Enyaq ab (4,8/10) sowie die aktuelle Octavia (5,5/10), während Kamiq (8,8/10) und der neue Fabia (8,7/10) zu den am besten bewerteten Modellen gehören.
Bei der ersten Hauptuntersuchung (Alter 2–3 Jahre) ist der Karoq der beste Škoda mit einer Mängelquote von 5,0 %. Das liegt deutlich unter dem Durchschnitt aller getesteten Fahrzeuge (6,5 %) und bringt ihm Platz 33 von 111 bewerteten Modellen ein. Mit zunehmendem Alter verbessert sich der Karoq sogar relativ zum Durchschnitt — im Alter von 6–7 Jahren belegte er mit nur 7,8 % Mängeln den 4. Gesamtplatz, während der Durchschnitt bei 13,8 % lag.
Der Fabia macht mit 5,5 % Mängeln bei der ersten HU eine gute Figur, doch Vorsicht ist geboten beim Kamiq (8,4 %, Platz 88) und der Scala (9,3 %, Platz 95). Beide Kleinwagen liegen deutlich über dem Durchschnitt und gehören zum schlechtesten Drittel der bewerteten Fahrzeuge. Die Scala erreicht im Alter von 4–5 Jahren eine Mängelquote von 15,0 % — fast die Hälfte schlechter als der Durchschnitt (10,4 %).
Octavia startet solide mit 6,9 % und altert vorhersehbar — im Alter von 8–9 Jahren (16,5 %) liegt sie immer noch besser als der Durchschnitt (18,7 %). Der Superb hingegen startet schwach (9,6 %, Platz 101) aufgrund höherer Laufleistungen (durchschnittlich 77.000 km bei der ersten HU).

Die Daten zeigen ein klares Muster über alle Modelle hinweg: eine überdurchschnittliche Verschleißrate der Bremsscheiben. Der Kamiq weist bereits bei der ersten HU 4,2 % Mängel an den Bremsscheiben auf, die Scala 4,1 % — fast das Vierfache des Durchschnitts aller Fahrzeuge (1,1 %). Beim Superb liegt dieser Anteil bei 2,2 %, also dem Doppelten der Norm.
Im Alter von 4–5 Jahren verschärft sich das Problem: Kamiq, Scala und Superb erreichen übereinstimmend 4,3 % Mängel an den Scheiben, während der Durchschnitt bei 1,9 % liegt. Karoq und Octavia stehen deutlich besser da (1,1 % bzw. 1,3 %).
Der zweite Schwachpunkt ist das Abblendlicht. Der Fabia weist im Alter von 2–3 Jahren 2,1 % Mängel in dieser Kategorie auf (Durchschnitt 1,6 %), im Alter von 4–5 Jahren dann 3,1 % (Durchschnitt 2,3 %). Bei älteren Modellen über 10 Jahre kommen Ölundichtigkeiten hinzu — beim Fabia 10,9 %, bei der Octavia 5,7 %.
Der Enyaq absolvierte die erste Runde der Hauptuntersuchungen mit einer Mängelquote von 9,1 %, was ihm Platz 93 einbringt. Der Durchschnitt für Fahrzeuge im Alter von 2–3 Jahren liegt bei 6,5 %, sodass der elektrische Škoda bislang nicht das Niveau seiner Verbrenner-Geschwister erreicht.
Ein genauerer Blick zeigt jedoch ein spezifisches Profil: Der Enyaq hat weder Probleme mit den Bremsscheiben (0,0 %) noch mit dem Lenksystem (0,0 %). Die Hauptprobleme sind das Abblendlicht (1,4 % Mängel) und die Achsen (0,2 %). Die MEB-Plattform, die er sich mit dem Volkswagen ID.3 teilt, erreicht bei beiden Modellen übereinstimmend 9,1 % Mängel bei der ersten HU.

Škoda und Volkswagen teilen sich Plattformen, doch die Ergebnisse unterscheiden sich. Der VW T-Roc ist der absolute Champion — 3,0 % Mängel und Platz 2 in der Gesamtwertung, während sein Pendant Kamiq bei 8,4 % und Platz 88 liegt. Golf (6,6 %) und Octavia (6,9 %) liegen näher beieinander. Der Polo (6,9 %) schneidet paradoxerweise schlechter ab als der günstigere Fabia (5,5 %).
Tiguan (5,7 %) und Karoq (5,0 %) zeigen den umgekehrten Trend — die tschechische Version ist zuverlässiger. Dieselbe Plattform bedeutet nicht dieselbe Qualität — Montagewerk, spezifische Bauteile und Laufleistungen spielen eine Rolle.
Škoda ist in Tschechien die Nummer eins — laut Verband der Automobilimporteure macht die Marke über 30 % der Neuzulassungen aus. Die Ergebnisse des TÜV Reports zeigen, dass die Wahl des konkreten Modells wichtiger ist als die Marke selbst.
Wer einen gebrauchten SUV in Erwägung zieht, sollte sich auf Karoq und Kodiaq konzentrieren — beide altern überdurchschnittlich gut. Bei der Scala und dem Kamiq lohnt sich bereits bei der ersten Untersuchung eine gründlichere Kontrolle der Bremsscheiben. Die Octavia bleibt eine solide Wahl mit vorhersehbarem Alterungsverhalten — im Alter von 10–11 Jahren weist sie 20,6 % Mängel auf gegenüber einem Durchschnitt von 23,6 %.