Das erste Elektroauto des japanischen Herstellers, der bislang eher nicht auf Elektrifizierung gesetzt hat. Mazda bietet bisher kein einziges Hybridmodell an, und der MX-30 ist das erste vollelektrische Fahrzeug der Marke. Wir haben die Möglichkeit eines eintägigen Testwagens von Auto Palace Spořilov genutzt und bringen Ihnen unsere Eindrücke. Vor uns steht ein Fahrzeug, das alle Trends vereint, die die heutige Zeit verlangt - es handelt sich um einen elektrischen Stadt-Crossover. Mit einer Länge von 4395 Millimetern ist er, nur zum Vergleich, fast auf den Zentimeter genau so groß wie der Škoda Karoq. Von außen erkennt man das unverwechselbare Mazda-Design, und man muss sagen, dass er von den japanischen Mainstream-Marken (Toyota, Honda, Suzuki) wohl am meisten fürs Auge gefällt. Und das nicht nur von außen, sondern vor allem von innen. Keine scharfen Kanten, keine scharfen Sicken in den Türen, sondern eine eher rundliche Karosserie, ergänzt durch die typischen runden Leuchten - sowohl vorne als auch hinten. Mit einer Batteriekapazität von 35 kWh ist er sicherlich kein Kilometer-Champion und verspricht eine Reichweite von rund 200 km, die Realität liegt dann noch etwas niedriger. Aber es handelt sich um ein Fahrzeug, das primär für den Stadt- und Vorortverkehr gedacht ist, ebenso wie der kürzlich getestete Honda e, der die gleiche Batteriekapazität hat.

Die erste Überraschung erwartet einen nach dem Öffnen der vorderen Türen, wenn sich der Öffnungsmechanismus der hinteren Türen zeigt, die entgegen der Fahrtrichtung öffnen - wie beim legendären Mazda RX-8. Das ist praktisch beim Einsteigen oder beim Hantieren mit einem Kindersitz, kann aber etwas unangenehm sein, wenn nebenan ein Auto steht und die Insassen im durch die offenen Türen begrenzten Raum „gefangen” sind. Aber es ist definitiv ein originelles Element. Im Innenraum fallen die farblich schön aufeinander abgestimmten, unterschiedlichen Materialien auf, wobei das ungewöhnlichste davon der Einsatz von Kork zur Auskleidung der Ablagefächer und der Türgriffe ist. Neben der optischen Auflockerung des Interieurs ist das auch ziemlich praktisch - Dinge rutschen nicht und klappern nicht. In der Mitte fällt die massige Mittelkonsole mit dem klassischen Schaltknauf des Getriebewählhebels auf. Die gesamte Konsole ist stark erhöht und sehr voluminös, vor allem deshalb, weil die Bedienung des nicht berührungsempfindlichen Infotainment-Bildschirms über einen Drehregler erfolgt, der in Reichweite der Hand des Fahrers liegen muss. Diese Bedienung selbst hat viele Vorzüge und ist sehr ähnlich dem iDrive von BMW, nur dass gerade bei Elektroautos (etwa dem ID.3) der Raum zwischen den Vordersitzen meist völlig frei ist und ein luftigeres Kabinengefühl schafft.

Wir setzen uns in die angenehmen Stoffsitze, vor uns erhebt sich die hohe Wand des Armaturenbretts, ein schönes Lenkrad mit kleiner Nabe und dahinter ein digitales Kombiinstrument mit hervorragend gestalteten Anzeigen für verfügbare Leistung, Geschwindigkeit und der Möglichkeit, auf andere Anzeigen umzuschalten. Das Kombiinstrument ist sehr übersichtlich und zweckmäßig. Im unteren Teil der Mittelkonsole befindet sich noch ein weiteres digitales Panel, diesmal ein Touch-Display, zur Bedienung der Klimaanlage, wobei die Temperatureinstellung und die Gebläsestufe seitlich auch als manuelle Tasten vorhanden sind. Hier würde ich fast sagen, dass dieses Display etwas selbstzweckhaft ist - es dient nämlich zur Einstellung der Luftstromrichtung und der Sitzheizung. Aber dafür braucht es kein 7" Display.

Mit 107 Kilowatt reiht sich der MX-30 eher bei den durchschnittlich starken Modellen ein. Er hat Frontantrieb und den Motor vorne. Unter der Motorhaube wird optisch geradezu mit Platz verschwendet, etwa die Hälfte des Raums bleibt ungenutzt - das liegt daran, dass dieses Jahr eine Version mit zusätzlichem Verbrennungsmotor kommen soll, der als Reichweitenverlängerer dienen wird. Aus diesem Raum unter der Haube, einschließlich des großen Tunnels, wo bei einem Verbrenner das Getriebe sitzen würde, wird deutlich, dass das Konzept des MX-30 auf der Basis eines Fahrzeugs mit konventionellem Antrieb aufgebaut ist. Im Vergleich mit dem ID.3, der zwar 15 cm kürzer ist, aber trotzdem innen unvergleichlich mehr Platz bietet, schneidet der MX-30 nicht am besten ab. Der Platz auf der Rückbank ist eher knapp, dafür aber dank der erwähnten gegenläufig öffnenden Türen sehr leicht zugänglich. Der Kofferraum bietet 360 Liter Gepäckraum, was eher dem Wert von Fahrzeugen einer Klasse darunter entspricht - auch hier zeigt sich also, dass der Platz nicht üppig bemessen ist.

Nach dem gelungenen Design ist das Fahrverhalten die stärkste Seite der Mazda. Fahrdynamisch steht der MX-30 den anderen Modellen der Marke in nichts nach und bietet ausgeprägte Fahreigenschaften, wenngleich das Fahrwerk dadurch natürlich etwas straffer ausfällt. Es verhält sich auf dem Niveau der Klasse der mittelgroßen SUV, dämpft Unebenheiten also sehr gut und ist zudem sehr leise. Ebenso gut ist die Karosserie gegen Windgeräusche auch bei höheren Geschwindigkeiten gedämmt. Das Einzige, was stört, ist der künstliche Elektromotorsound, der aus irgendeinem unbekannten Grund im Innenraum ziemlich deutlich zu hören ist. Die ersten paar Minuten stört das nicht, aber nach längerer Fahrt wird es eher lästig. Die Leistungsdosierung des Elektromotors ist komfortabel, die Mazda schießt auch nach einem beherzteren Tritt aufs Gaspedal nicht wie wild los, obwohl 265 Nm bei einem 1645 kg schweren Auto durchaus etwas bewegen können. Zweifellos war es Absicht, dass die Reaktionen so „zivilisiert” ausfallen. Mazda verspricht eine Beschleunigung von null auf hundert in 9,7 Sekunden, was für einen Stadt-Elektrowagen ausreichende, insgesamt aber eher unterdurchschnittliche Werte sind. Die Batterie mit 35,5 kWh (32 kWh nutzbar) soll gemäß WLTP-Norm bei einem Verbrauch von 19 kWh für 200 km reichen. Obwohl der MX-30 eine Wärmepumpe hat und ich mich im beheizten Auto in der Stadt sehr bemüht habe, war der niedrigste Wert, den ich erreichen konnte, 18 kWh. Bei normaler Fahrweise waren es 21 kWh, also eine Reichweite von rund 160 km. Es handelte sich aber nur um einen kurzen eintägigen Test, dafür wären mehr Kilometer am Steuer nötig.

Das Fazit dieses eintägigen Tests lautet wie folgt - wenn Ihnen das Design der Mazda gefällt und Sie sich mehr für Fahreigenschaften als für Praktikabilität interessieren, ist der Mazda MX-30 ein Auto, das Sie in Betracht ziehen sollten. Im Bereich der Raumnutzung, also Fahrzeuglänge vs. Platz im Innenraum, ist der MX-30 kein Volltreffer. Einschränkend kann auch die Reichweite von rund 160 km wirken, das ist aber auch ein Problem stilvoller Stadtautos wie des Honda e oder des Mini SE. Eine größere Reichweite bietet etwa PSA beim Peugeot e-2008, der eine 45-kWh-Batterie hat und zudem dem MX-30 in der Größe näherkommt, da es sich ebenfalls um einen Crossover handelt (siehe Fahrzeugvergleich auf autohled.cz).