Volkswagen Caddy 1.5 TSI DSG – Minivan für Maximalisten

Jan Nemrava, 15. Februar 2022

In seiner fünften Generation will der Volkswagen Caddy mit einem neuen Design, einem neuen Fahrkomfort und vor allem der Ergänzung um eine Reihe elektronischer Systeme und Assistenten überzeugen. All dies, um mit Pkw mithalten zu können und so größere Familien und Kunden, die mehr Platz als in Kombis suchen, noch besser anzusprechen. Der neue Caddy hat eine technische Basis im neuen Golf, sodass von ihm einiges zu erwarten ist. Wie fährt sich dieser Golf mit dem aufgeblasenen Dach?

Mit einer Länge von 4,5 Metern ist der Caddy 13 cm kürzer als der CaddyGolfin der VersionVarianten, bietet aber dennoch das, was sich heute jeder so sehr wünscht: ausreichend Platz für Passagiere und Gepäck. Die fehlende Länge gleicht der Caddy mit einer Breite von 2,1 m und einer Höhe von 1,8 m aus. Der Caddy ermöglicht auch eine Belegung mit sieben Sitzen und kann damit durchaus mit großen SUVs konkurrieren, deren Offroad-Potenzial aufgrund des Straßenverkehrs oft völlig ungenutzt bleibt. 

Das A und O des Erfolgs dieses Modells ist seine Höhe, die den größten Trumpf darstellt, den es aber zu nutzen gilt. Die 30 cm über dem Kopf sind für einen Transporter zum Transport von Lasten sicherlich sinnvoll, aber nicht jeder wird diese Zentimeter für die persönliche Variante sinnvoll nutzen. Sowohl im Kofferraum als auch über Kopf. Die seitlichen Schiebetüren eignen sich in Kombination mit der hohen Innenhöhe sicherlich gut für den Umgang mit Kindern im Kindersitz oder zum Aussteigen älterer Menschen, und die hintere Klappwand mit extrem niedriger Ladekante erleichtert das Einladen des Gepäcks. Allerdings muss man bedenken, dass sich das große Auto durch die Luft bewegen muss, die Höhe hat also Auswirkungen auf mehr Lärm, Verbrauch und Komfort und der Caddy ist in dieser Hinsicht nur mit Pkw mit geschlossenen Augen zu vergleichen. Und das war einer der Gründe für die Ausleihe der Version mit Benzinmotor. Mich interessierte, wie sich ein traditioneller Konzern mit diesem Auto schlagen würde, das ein höheres Leergewicht hat (in dieser Version ca. 300 kg mehr als der Golf Variant), aber auch aufgrund seiner Höhe ein relativ starker Gegner für den Benziner sein wird. Aber dazu kommen wir noch.

Vom Design her handelt es sich um noch relativ schlichte Corporate-Formen, die durch Pastellfarben und Zusatzausstattung zu einer schönen, langlebigen Wertigkeit verfeinert werden können. Zwar verschwinden viele Details und Zierleisten der Karosserie in der schwarzen Farbe, aber mit getönten Heckscheiben hat auch diese Ausstattung ihren Reiz. Im Gegensatz zu den ÄrmerenDieselversionen im Sommer getestetIn dieser Version mangelte es nicht an einem großen Bildschirm, einem schlüssellosen Start, einem adaptiven Tempomat oder einem elektrischen Schließen der Seiten- und fünften Türen. Diese Version war außerdem mit tollen Ergoaktivsitzen mit einstellbarer Sitzlänge und Kniestützenhöhe, beheizbarer Windschutzscheibe, automatischer Klimatisierung, Lüftungsauslässen in der Decke oder 360°-Parksensoren ausgestattet. Hinter der großen, nach oben kippbaren fünften Tür versteckten sich 760 Liter Gepäck (unter dem Rollo). Bei Ausrichtung an der Decke ist es fast doppelt so viel (1213 Liter). Und das sind sehr ordentliche Werte, die bei Vollständigkeit jeden Pkw in den Schatten stellen, hier hat der Caddy also einiges zu bieten.

Besonders für Familien mit drei Kindern, die keinen Multivan haben wollen oder können, ist der VW Caddy sinnvoll. Dank Schiebetüren, viel Kopffreiheit und drei Sitzplätzen im Fond können Kinder aufstehen und Eltern ihre alltäglichen Aufgaben deutlich leichter bewältigen. Toll sind die elektrischen Schließer aller Türen, die ein leises Schließen der Tür ohne Zuschlagen ermöglichen. Der Caddy ist auch ideal, wenn Besitzer gelegentlich Fracht statt Passagiere befördern müssen und die Möglichkeit schätzen, eine Sitzreihe komplett zu entfernen, um ein Ladevolumen von 2556 Litern zu erreichen. Die Handhabung der Sitze ist sehr einfach. 

In der Kabine herrscht streng deutsche Ordnung, die Grundformen der Instrumententafel kennen wir vom Golf, hier sind sie jedoch eher zweckmäßig, einschließlich Zierleisten, die als Stauräume dienen. Zusätzliche Lagerflächen sind über Kopf vorhanden. Man muss sagen, dass sie eher unpraktisch sind, da sie schmal und tief sind. Auch die verstellbare Armlehne verbirgt Stauraum, ebenso wie das Fach vor dem Schalthebel. Es gibt viel Stauraum, was bei einem solchen Auto zweifellos sehr wichtig ist. Obwohl ich ein Fan von VW bin, muss ich sagen, dass der Innenraum des PSA Zwillinge istPeugeot RifterUndCitroen Berlingoist etwas praktischer – von größeren Ablagen über den Köpfen, über eine riesige Box in der Armlehne bis hin zu zwei Fächern vor dem Beifahrer.

Ich bin etwas verwirrt, ob ich irgendwelche Vorbehalte gegen die Materialien haben sollte oder nicht – einerseits basieren wir auf der kommerziellen Version, andererseits sind solche Kunststoffe bei einem Auto, dessen Preis bis zu einer Million Kronen betragen kann, nicht erfreulich. Die Situation wird durch die wunderbare Polsterung der Sitze und des Innenraums sowie das angenehme Lenkrad gerettet. Abgesehen von der Klimaanlage, die über das Display gesteuert wird, hatte ich mit der Ergonomie der Bedienelemente keine Probleme. Allerdings muss man nach dem Starten des Motors noch auf das Laden des Bordsystems warten, sodass man einige Sekunden warten muss, um die Sitzheizung einzuschalten. 

Unter der Haube steckt das bekannte 1,5 TSI ACT-Aggregat mit 84 kW und 220 Nm bei 1.750 – 3.000, das in Verbindung mit dem DSG-Automatikgetriebe eine Beschleunigung auf 100 km/h in 11,9 Sekunden ermöglicht. Das Getriebe hat mich mit seinem Verhalten angenehm überrascht. Es ermöglichte sowohl einen langsamen als auch einen scharfen Start. Es machte ihr nicht einmal etwas aus, rückwärts den Hügel hinaufzugehen. Durch Nachfrage beim Markenvertreter erfuhr ich, dass es sich um ein DQ381-Getriebe handelt, also eine Version mit Nasskupplungen. Dies erklärt sowohl den höheren Aufpreis als auch sein verfeinertes Verhalten im Vergleich zum häufigeren DQ200. Das Getriebe reagierte stets adäquat auf das Gaspedal und bietet mit dem Benziner eine angemessene Dynamik. Schon zu Beginn des Tests hatte ich Vorbehalte gegen den Verbrauch, der bei wöchentlichen Fahrten durch die Stadt zwischen 8 und 9 Litern lag. Mir kam der Gedanke, dass dieser Motor mit aktiver Zylinderabschaltung und Freilauf, der rund 2.000 Umdrehungen dreht, das wohl nicht haben sollte. Ich habe einen ähnlichen Wert auf der Autobahn erwartet und ihn bekommen. Der Autobahnverbrauchstest ergab einen Wert von rund 8 Litern, der Endverbrauch des Tests lag bei 7,8 Litern pro hundert Kilometer, also genau zwei Liter mehr alsDieselvariante ab Sommer. Aber wie viel sollte ein solches Auto andererseits kosten? Es ist nur eine Belastung für diesen Raum, und SUVs ähnlicher Größe werden gleichermaßen hungrig sein.

Fahrtechnisch kann der Caddy seine Herkunft nicht ganz verleugnen – mehr Lärm dringt in den Innenraum, vor allem von der Hinterachse, die im Kasteninnenraum schwierige Verhältnisse hat, so dass selbst kleine Fahrbahnfugen innen mit Grollen zu hören sind. Bis 100 km/h sind die aerodynamischen Geräusche akzeptabel, auf der Autobahn muss man mit etwas mehr Lärm aus der Umgebungsluft rechnen. Auf der Autobahn dreht der Motor bis zu 2.500 U/min und nutzt dabei den hervorragenden Travel Assist voll aus – ein Knopfdruck am Lenkrad genügt und der Caddy übernimmt selbstständig die Geschwindigkeit von den Schildern, hält den Abstand und hält die Spur. Das alles sehr elegant und ruhig. Auf 17-Zoll-Rädern ist es eher steifer, ich würde auf jeden Fall einen Zoll kleiner empfehlen, dann hört man zumindest die Geräusche auf. Unser Modell war mit dem Zusatzartikel „Servolenkung für Behinderte“ ausgestattet, der eine sehr einfache Steuerung des Lenkrads ermöglicht, leider verhärtet sich die Servolenkung mit zunehmender Geschwindigkeit nicht mehr stark und das Lenkgefühl geht verloren. Schade, dass diese Funktion nicht über das Bordmenü deaktiviert werden kann.

Die Konkurrenz für den Caddy bestand hauptsächlich aus Autos wieBerlingoUndRiftervom Konzern Stellantis, deren Verbrennungsmotoren nun eine ungewisse Zukunft haben und derzeit nur mit Dieselaggregaten der N1-Kategorie angeboten werden. Theoretisch gibt es also nicht viele Autos dieser Art mit Benzinmotor – mir fällt da nur der Toyota Proace City Verso ein. Andererseits kann man für ähnliches Geld bereits einen viel größeren Toyota Proace Verso haben. Allerdings sprechen ihr langlebiges Design und die langsam sinkenden Gebrauchtwagenpreise für den Caddy. Und jetzt bitte Oma.

90%
BEWERTUNG

Stärken

  • Praktikabilität des Innenraums
  • Verarbeitung
  • Abstimmung von Motor und Getriebe
  • Umfang der Sonderausstattung
  • Optik

Schwächen

  • höherer Preis
  • Geräusche von der Hinterachse

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