BMW macht die Entwicklung seiner neuen großen SUV-Generation spruchreif und hält eine Überraschung bereit: Der völlig neue X5 (Generation G65) wird mit nahezu jedem Antrieb erhältlich sein - von Mild-Hybrid-Benziner und Diesel über Plug-in-Hybrid bis hin zur rein elektrischen Version iX5 und sogar einer Variante mit Wasserstoff-Brennstoffzelle. Das britische Magazin Autocar ist bereits in späten Prototypen der Benzin-, Plug-in-Hybrid- und Elektroversion mitgefahren und bringt erste Details. Und genau der elektrische iX5 soll der Star sein: Er bekommt die größte Batterie, die je in einem BMW verbaut wurde.
Laut Autocar wird die neue Generation noch im Juni 2026 offiziell enthüllt, auf den britischen Markt kommt sie jedoch erst im März 2027. Die Produktion beginnt im August 2026 im amerikanischen Werk in Spartanburg, South Carolina.

Während BMW beim kleineren elektrischen iX3 und dem Verbrenner-X3 beide Welten auf strikt getrennte Plattformen verteilt hat, kehrt es beim neuen X5 zu maximaler Flexibilität zurück. Benzin, Diesel, Plug-in-Hybrid, Elektro und Wasserstoff - alle Versionen laufen vom selben Band in Spartanburg, teilen sich Karosserie, Armaturenbrett und den Großteil des Interieurs. Die Logik dahinter ist einfach: Schwankt die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen, steht BMW weder mit einem stillgelegten Werk noch mit gefährdeten Zulieferern da. Steigt sie hingegen, schickt man mehr Elektroeinheiten über das Band.
Der elektrische iX5 und die Verbrennerversionen basieren auf einer Weiterentwicklung der CLAR-Plattform, die BMW bereits im aktuellen X5, der 5er-Reihe und der 7er-Reihe einsetzt. Diese war von Anfang an für Verbrenner- und Elektroantrieb ausgelegt und wurde nun mit Elementen des elektrischen iX3, dem ersten Neue-Klasse-Modell, weiterentwickelt. Optisch wird sich der iX5 von den Verbrennerversionen daher nur in Details unterscheiden und die glatte, minimalistische Formensprache der Neue Klasse übernehmen. Zudem ist die Karosserie gewachsen: Die Länge stieg um 59 mm auf 4994 mm, der Radstand um 60 mm auf 3035 mm.

Die Hauptzahl lautet 141 kWh nutzbarer Kapazität (147,8 kWh brutto). Laut Autocar soll das mit großem Abstand die größte Batterie sein, die je ein Fahrzeug auf dem europäischen Markt geboten hat - zum Vergleich: der schärfste Rivale, der elektrische Porsche Cayenne, bewegt sich bei rund 121 kWh. Die elektrische Architektur der CLAR-Plattform nutzt eine Spannung von 800 V, Batterie und Motoren stammen aus der sechsten Generation des eDrive-Baukastens. Das bedeutet den Wechsel auf zylindrische Zellen wie beim iX3, allerdings höher und mit größerem Durchmesser, um so viel Kapazität im Fahrzeugboden unterzubringen.
Die Zellen werden laut BMW direkt zu einem Gesamtblock zusammengefasst (Cell-to-Pack), ohne den Zwischenschritt einzelner Module. Die Ingenieure räumten ein, dass die größte Herausforderung darin bestand, die Bauhöhe des gesamten Pakets - und damit des Kabinenbodens - niedrig zu halten, damit das Fahrzeug nicht unter dem „zweistöckigen“ Sitzgefühl leidet, das für manche Elektroautos typisch ist. Das zweite Problem war das Gewicht: Eine 141-kWh-Batterie hätte den iX5 an die Grenze von 3,5 Tonnen treiben können, ab der in einigen Ländern ein LKW-Führerschein erforderlich ist. Das endgültige Gewicht soll bei rund 3,0 Tonnen liegen.
Was die Reichweite betrifft, sind offizielle Zahlen noch nicht gefallen, Autocar schätzt jedoch, dass der iX5 im Alltag die Marke von 1000 km nach WLTP-Methodik angreifen könnte. Dank der 800-V-Architektur sollte er auch sehr schnelles Laden beherrschen; laut früher veröffentlichten Informationen bis zu 350 kW, was Hunderte Kilometer Reichweite in zehn Minuten bedeutet. Über die 800-V-Architektur, dank derer BMW nicht zum Range Extender zurückkehren möchte, haben wir gesondert berichtet.
| Parameter | iX5 - was wir bisher wissen |
|---|---|
| Segment | großes SUV, Nachfolger des X5 |
| Plattform | CLAR (weiterentwickelt), 800 V, 6. Generation eDrive |
| Batterie | 141 kWh nutzbar (147,8 kWh brutto), Cell-to-Pack |
| Zellen | zylindrisch, höher und breiter als beim iX3 |
| Leistung (60 xDrive) | 424 kW (577 PS), über 800 Nm |
| Gewicht | rund 3,0 Tonnen |
| Reichweite | laut Autocar-Schätzung bis ca. 1000 km (WLTP) |
| Fahrwerk | Luftfederung an beiden Achsen |
| Enthüllung / Markt | Juni 2026 / Großbritannien März 2027 |
BMW soll den elektrischen iX5 in drei Leistungsstufen anbieten - 50 xDrive, 60 xDrive und das Topmodell M70 xDrive. Die meisten konkreten Daten liegen bislang zur Version 60 xDrive vor: Zwei Motoren (vorne 184 kW, hinten 240 kW) ergeben zusammen 424 kW, also 577 PS, und über 800 Nm. Autocar beschreibt das Fahrverhalten als geschmeidig und souverän mit einem leicht sportlichen Einschlag - genau das, was man von einem großen BMW-SUV erwartet.
Die Elektroversion erhält stets Luftfederung an beiden Achsen. Der größte Fortschritt liegt an der Hinterachse, wo die Ingenieure Luftbalg und Dämpfer voneinander getrennt haben - dadurch hat der Balg ein größeres Volumen und kann bei Bedarf weicher ausgelegt werden, während ein separater adaptiver Dämpfer weiter außen für die nötige Steifigkeit sorgt. Gegen Aufpreis sind aktive Stabilisatoren und Hinterachslenkung erhältlich, die allerdings „nur“ rund 3,5 Grad schafft - statt zehn Grad bei manchen Mercedes-Modellen. Der Grund? Die Ingenieure wollen, dass sich der X5 wie ein BMW anfühlt, nicht wie ein Gabelstapler. Für maximale Reichweite rollt das Fahrzeug auf neuen Michelin Pilot Sport 5 Efficiency-Reifen.

Im Innenraum ist noch vieles verdeckt, dennoch ist bereits klar, dass der iX5 viel vom iX3 übernimmt: die minimalistische Armaturenbrett-Architektur und das Panoramic iDrive-Display, das Informationen über die gesamte Breite der Windschutzscheibe projiziert. Autocar weist jedoch auch auf die Schattenseite hin - das Touch-System biete laut dem Magazin zahlreiche unübersichtliche und wenig intuitive Menüs, durch die die Suche nach grundlegenden Funktionen unnötig viel Zeit koste.
Die Multi-Antrieb-Strategie unterstreicht auch, dass derselbe X5 eine Wasserstoffversion anbieten wird. Der Serien-iX5 Hydrogen soll 2028 erscheinen und wird in Zusammenarbeit mit Toyota entstehen.
Konkrete deutsche Preise für den iX5 stehen noch aus; auf den tschechischen Markt kommt er frühestens Anfang 2027. Zur Einordnung, wo das Modell preislich angesiedelt sein wird: Der aktuelle Verbrenner-BMW X5 ist in unserer Datenbank ab 2 168 400 Kč erhältlich, das Topmodell X5 M schlägt mit 3 976 700 Kč zu Buche. Der elektrische iX5 wird aller Voraussicht nach über den Basisversionen mit Verbrenner positioniert sein - in Großbritannien soll er laut verfügbaren Informationen oberhalb der Marke von 80 000 Pfund starten. Der kleinere elektrische BMW iX3 ist in Tschechien ab 1 544 400 Kč erhältlich, der iX5 wird also klar zur Premiumspitze des elektrischen Markenangebots gehören.
BMW wird in Tschechien von einem dichten Netz offizieller Händler vertreten, sodass Service und Verfügbarkeit des elektrischen X5 kein Problem darstellen werden. Offen bleibt die Frage, ob Kunden für eine Batterie, die größenmäßig alles auf dem Markt übertrifft, einen Aufpreis zahlen wollen - und ob sie eine solche Kapazität überhaupt benötigen, wenn selbst die Hälfte davon für eine Woche normalen Alltagsbetriebs ausreicht.