BMW hat den Einsatz einer neuen Vorkammer-Zündtechnologie in den serienmäßigen Reihensechszylindern unter der Bezeichnung BMW M Ignite angekündigt. Das 2024 erteilte Patent kommt erstmals in den Modellen BMW M3 und M4 zum Einsatz, deren Produktion mit diesem Motor im Juli 2026 beginnt. Das Modell BMW M2 erhält denselben Motor einen Monat später. Der Hubraum von 3,0 Litern sowie die Leistung (im Bereich von 353 bis 405 kW) bleiben laut Pressemitteilung der BMW Group unverändert - die Neuerung soll in erster Linie den Kraftstoffverbrauch bei hoher Last senken und sicherstellen, dass die Hochleistungsmodelle die Abgasnorm Euro 7 erfüllen, die im November 2026 in Kraft tritt.
Das Herzstück der Technologie ist eine im Zylinderkopf angeordnete Vorkammer, die über Überströmkanäle mit dem Hauptbrennraum verbunden ist. Jede Vorkammer verfügt über eine eigene Zündkerze und Zündspule - der Motor besitzt somit zwei unabhängige Zündsysteme. Bei niedrigen und mittleren Drehzahlen arbeitet der Motor konventionell: Die Hauptzündkerze im Raum über dem Kolben zündet das Gemisch früher als die Kerze in der Vorkammer.
Bei höherer Last und Drehzahl kehren sich die Rollen jedoch um. Die Vorkammer zündet den Teil des Kraftstoff-Luft-Gemischs, der ihr über die Überströmkanäle zugeführt wurde. Die entstehenden Flammen verlassen die Vorkammer mit annähernder Schallgeschwindigkeit und entzünden das Gemisch über dem Kolben gleichzeitig an mehreren Stellen. Das Ergebnis ist eine deutlich schnellere Verbrennung, die Unterdrückung von unkontrolliertem „Klopfen" des Motors und eine niedrigere Abgastemperatur. Neben der Vorkammer selbst hat BMW auch das Verdichtungsverhältnis erhöht und Turbolader mit variabler Turbinengeometrie eingesetzt.

Die Hauptmotivation für den Einsatz dieser Technologie bei den Sportmodellen ist die kommende Abgasnorm Euro 7. Diese gilt ab November 2026 für neu typgenehmigte Personenwagen und stellt strengere Anforderungen nicht nur an CO₂, sondern auch an Feinstaubpartikel und Stickoxide über einen breiteren Bereich von Betriebsbedingungen. Für die hochdrehenden M-Motoren ist das eine heikle Disziplin - hohe Drehzahlen bedeuten in der Regel höheren Verbrauch und höhere Emissionen.
BMW steht mit dieser Situation nicht allein da. Peugeot hat wegen Euro 7 die Preislisten der Modelle 3008 und 5008 überarbeitet und europäische Hersteller passen nach und nach ganze Modellportfolios an. Die Vorkammerzündung soll bei BMW M Ignite dafür sorgen, dass der aufwendige Reihensechszylinder S58 auch über das Jahr 2026 hinaus lebensfähig bleibt - in einer Zeit, in der zahlreiche Wettbewerber entweder auf kleinere aufgeladene Motoren mit Elektrifizierung oder auf rein elektrischen Antrieb umsteigen.
Vorkammerzündung ist im Motorsport nichts Neues - in verschiedenen Formen wird sie in der Formel 1, von Rennmotorenherstellern und auch in einigen Serienfahrzeugen außerhalb von BMW eingesetzt. Der praktische Nutzen für M-Kunden zeigt sich laut BMW vor allem bei intensiver Belastung, typischerweise auf der Rennstrecke. Mit derselben Kraftstoffmenge soll der Fahrer bei „Track Days" mehr Runden drehen können, da der Verbrauch bei hohen Drehzahlen sinkt. Die BMW-M-Community in Tschechien trifft sich regelmäßig auf Rennstrecken, sodass eine Verbrauchsreduzierung im Rundstreckenbetrieb für diese Kundengruppe durchaus sinnvoll ist.

BMW hat an der Vorkammer-Zündtechnologie auch als Beispiel für den Wissenstransfer vom Rennsport in die Serienproduktion gearbeitet. Das Patent wurde 2024 erteilt, und die ersten Serienanwendungen sollen nach und nach in drei Modellen der M-Division ankommen:
| Modell | Produktionsbeginn mit M Ignite | Motor | Aktuelle Leistung | Aktueller Preis in Tschechien |
|---|---|---|---|---|
| BMW M3 | Juli 2026 | 3,0 R6 Twin-Turbo | 353-405 kW (480-550 k) | ab 102.700 € |
| BMW M4 Coupé | Juli 2026 | 3,0 R6 Twin-Turbo | 353-405 kW (480-550 k) | ab 105.100 € |
| BMW M2 | August 2026 | 3,0 R6 Twin-Turbo | 353-390 kW (480-530 k) | ab 80.300 € |
Die BMW Group weist in ihrer Pressemitteilung ausdrücklich darauf hin, dass sowohl der Hubraum als auch die Leistung aller Motoren mit M-Ignite-Technologie gegenüber den entsprechenden bisherigen Motoren unverändert bleiben. Der aktuelle Sechszylinder S58 in der 3er- und 4er-Reihe leistet 353 kW in der Basisversion des M3, 375 kW in der Competition-Version und 390 kW in der Competition-Version mit M xDrive; die CS-Varianten erreichen 405 kW. Der M2 startet bei 353 kW und gipfelt in der limitierten CS-Version mit 390 kW. Diese Werte sollen auch bei den neuen Motoren erhalten bleiben.
BMW verkauft in Tschechien alle genannten Modelle - den M2 Coupé ab 80.300 €, den M3 ab 102.700 € und den M4 Coupé ab 105.100 €. Die Pressemitteilung gibt bislang nicht an, ob sich mit der Einführung von M Ignite die tschechischen Preislisten oder Liefertermine ändern werden. Spezifikationen und ein Vergleich der aktuellen Generation des BMW M3 sind auf unserer Website verfügbar. Etwaige mit der Zertifizierung nach Euro 7 verbundene Preisanpassungen werden wir weiter verfolgen - bei anderen Herstellern sind die Preise nach Homologationsmaßnahmen bereits gestiegen.
Für Besitzer von BMW M2, M3 und M4, die vor Juli beziehungsweise August 2026 gebaut wurden, bedeutet die M-Ignite-Technologie keinerlei Veränderung - ihre Fahrzeuge bleiben nach der geltenden Norm Euro 6e typgenehmigt, und die Anforderungen an die neuen Motoren gelten für sie nicht.
Laut der Pressemitteilung der BMW Group (München, 7. Mai 2026) ist M Ignite Teil einer breiter angelegten Markenstrategie, um die aufwendigen M-Verbrennungsmotoren trotz der strenger werdenden Regulierung im europäischen Angebot zu halten. BMW M plant, innerhalb von zweieinhalb Jahren bis zu 30 Neuheiten vorzustellen, wobei das erste rein elektrische M-Auto aus der Neue-Klasse-Familie Mitte des Jahrzehnts folgen soll.