BMW verdiente mehr als VW und Mercedes. Dennoch war 2025 das schwächste Jahr seit der Pandemie

BMW verdiente mehr als VW und Mercedes. Dennoch war 2025 das schwächste Jahr seit der Pandemie

Jiří Zelinka, 19. März 2026

Die BMW Group hat ihre Finanzergebnisse für das Jahr 2025 veröffentlicht. Der Betriebsgewinn von 10,2 Milliarden Euro übertrifft sowohl Volkswagen (8,9 Milliarden) als auch Mercedes-Benz (5,8 Milliarden). Auf den ersten Blick ist das eine gute Nachricht, doch im Jahresvergleich entspricht dies einem Rückgang um 11,5 % und dem schwächsten Ergebnis seit der Pandemie.

Die Margen sinken, der Ausblick ist nicht rosig

Die operative Marge der Automobilsparte sank auf 5,3 %, im Jahresvergleich um einen Prozentpunkt. Für das Jahr 2026 rechnet BMW mit einer Spanne von 4 bis 6 % — weit entfernt vom selbst gesteckten internen Ziel der Gruppe von 8 bis 10 %. Der Vorstandsvorsitzende Oliver Zipse erklärt laut Auto Plus, der richtige Kurs sei eingeschlagen und er beabsichtige nicht, die Strategie zu ändern.

Wie schneiden die Ergebnisse im Vergleich ab? Volkswagen meldet einen Einbruch des Betriebsgewinns um 53,5 % und plant den Abbau von 50 000 Arbeitsplätzen. Stellantis wies einen Nettoverlust von 22,3 Milliarden Euro aus. In diesem Kontext schnitt BMW tatsächlich besser ab — allerdings lag die Messlatte niedrig.

KonzernBetriebsgewinn 2025Veränderung gegenüber 2024Operative Marge
BMW Group10,2 Mrd. EUR−11,5 %5,3 %
Volkswagen Group8,9 Mrd. EUR−53,5 %3,4 %
Mercedes-Benz5,8 Mrd. EURn/an/a
StellantisVerlust von 22,3 Mrd. EURnegativ
Vergleich europäischer Konzerne für das Jahr 2025. Quelle: Geschäftsberichte, Auto Plus

China: 12,5% Rückgang und Preiskrieg

Hauptursache für den Rückgang ist China. Der Absatz von BMW auf dem chinesischen Markt sank um 12,5 %. Einheimische Marken, allen voran BYD, haben einen Preiskrieg entfacht, der die Gruppe nach Angaben von BMW innerhalb eines Jahres zwei Milliarden Euro kostete. Der Münchner Konzern reagierte mit finanzieller Unterstützung für die dortigen Händler und einer Neustrukturierung des Angebots.

Hinzu kommen die Zölle. Die Auswirkungen der EU-Zölle auf chinesische Elektroautos und der US-Zölle auf Importe sollen die Marge der Automobilsparte im Jahr 2026 um 1,25 Prozentpunkte verringern — eine leichte Verbesserung gegenüber den 1,5 Punkten des Vorjahres.

Ein gemischter Antriebsmix als Puffer

Dass BMW vergleichsweise besser abgeschnitten hat, liegt an einem Ansatz, den der Konzern als technologieoffen bezeichnet. Statt vollständig auf Elektroautos umzusteigen, verkauft er weiterhin Benzin- und Hybridmodelle, während der Elektroanteil schrittweise wächst. Im Jahr 2025 entfielen 18 % der gesamten Auslieferungen auf Elektroautos, im Jahresvergleich 3,6 % mehr. Das Ziel für das Jahr 2030 liegt bei 50 %.

Prototyp der BMW-i3-Limousine der Neuen Klasse, 2026
Der kommende BMW i3 auf Basis der Neue-Klasse-Plattform. Foto: BMW Group

Neue Klasse: 20 Elektroautos bis Ende 2026

Die neue Elektroauto-Generation Neue Klasse soll die Trendwende einleiten. Bis Ende 2026 wird die Gruppe 20 vollelektrische Modelle anbieten, bis zum Jahr 2027 sollen mehr als 40 neue oder aktualisierte Fahrzeuge auf den Markt kommen. In Forschung und Verwaltung hat BMW bereits 2,5 Milliarden Euro eingespart.

In Tschechien wächst BMW um rund ein Viertel

Die weltweiten Schwierigkeiten stehen im Kontrast zur Entwicklung auf dem tschechischen Markt. Im Jahr 2025 wurden in Tschechien 4 254 BMW-Pkw neu zugelassen, 26 % mehr als im Jahr 2024 (3 374 Fahrzeuge). Damit behauptet BMW seine Position unter den meistverkauften Premiummarken des Landes. Ob dieses Wachstum trotz sinkender Konzernmargen anhält, wird sich in diesem Jahr zeigen — insbesondere mit Blick auf die geplante Erweiterung des Neue-Klasse-Angebots.

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