Der Kia Sportage gehört zu den meistverkauften Kompakt-SUV in Europa — und das ist kein Zufall. Die fünfte Generation, für 2026 überarbeitet, bietet sechs Antriebsvarianten, einen geräumigen Innenraum und sieben Jahre Garantie, die im Segment kein anderer bietet. Unsere Bewertung: 79 von 100 Punkten. Der Sportage ist ein solides Familien-SUV mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis, das mit seiner Ausstattung begeistert und mit der Garantie überrascht — doch er hat eine Schwäche, und die ist nicht klein.
Der Sportage wird in Europa seit 1994 verkauft und hat sich seitdem von einem unscheinbaren asiatischen SUV in ein designstarkes Modell verwandelt. Die fünfte Generation (NQ5), seit 2022 auf dem Markt, erhielt dieses Jahr ein Facelift, das von der Designsprache des Elektromodells Kia EV9 inspiriert wurde — neue Front mit markanter Kühlergrillstruktur, überarbeitete Star Map LED-Grafik und angepasster Heckschürze.
Unter der Haube bleibt die N3-Plattform, die er sich mit dem Hyundai Tucson und dem Kia Sorento teilt. Mit einer Länge von 4 540 mm und einem Radstand von 2 680 mm bietet der Sportage die Proportionen eines typischen Kompakt-SUV — doch mit einer Breite von fast 1 870 mm wirkt er auf der Straße selbstbewusster als die meisten Mitbewerber.

Das Antriebsangebot ist ungewöhnlich breit: reiner Benziner 1.6 T-GDI (110 kW), stärkere Version mit Allradantrieb (132 kW), Diesel 1.6 CRDi mit Mildhybrid (100 kW), Vollhybrid HEV (155–176 kW) und Plug-in-Hybrid PHEV (180 kW). Die Antriebspalette wurde mit dem Facelift reorganisiert — beim Diesel bleibt der Mildhybrid, die Benzinversionen werden mit und ohne Elektrifizierung angeboten.
Der Sportage ist komfortabel, leise und auf der Autobahn angenehm gedämmt. Die Einzelradaufhängung an allen Rädern mit elektromechanischer Zahnstangenlenkung (statt Lenksäulenverstärkung wie beim Vorgänger) sorgt für präziseres Lenkgefühl. Auf Unebenheiten federt er besser ab als der verwandte Hyundai Tucson, und auf der Autobahn gehört er zu den leisesten im Segment.
Auf der Autobahn ist der Sportage tatsächlich ein leises Auto — Windgeräusche sind minimal, und das Triebwerk meldet sich nur bei stärkerem Gasgeben. Im Vergleich zum verwandten Tucson auf derselben Plattform fährt er spürbar komfortabler, besonders auf schlechteren Straßen.

Sportlichen Charakter sollte man jedoch nicht erwarten. Kurven meistert er sicher und mit ausreichend Grip, doch die Karosserieneigung ist spürbar, und das Lenkrad bietet nicht jenen direkten Kontakt zur Fahrbahn, den man etwa beim Ford Kuga oder dem Mazda CX-5 findet. Der Sportage ist schlicht ein Reisefahrzeug, kein Sportler.
Die Breite des Antriebsangebots ist eine der Hauptstärken des Sportage. Vom Basisbenziner mit Schaltgetriebe für 724 980 Kč bis zum Plug-in-Hybrid mit Allrad für 1 179 980 Kč deckt Kia nahezu jeden Bedarf ab.
| Motor | Kraftstoff | Leistung | Getriebe | Antrieb | Verbrauch WLTP | Preis ab |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1.6 T-GDI | Benzin | 110 kW (150 PS) | 6M | 4×2 | 7,0 l/100 km | 724 980 Kč |
| 1.6 T-GDI DCT | Benzin | 110 kW (150 PS) | 7A (DCT) | 4×2 | 7,0 l/100 km | 829 980 Kč |
| 1.6 T-GDI AWD DCT | Benzin | 132 kW (180 PS) | 7A (DCT) | 4×4 | 7,0 l/100 km | 894 980 Kč |
| 1.6 CRDi mHEV | Diesel | 100 kW (136 PS) | 6M / 7A | 4×2 | 5,0 l/100 km | 874 980 Kč |
| 1.6 T-GDI HEV | Hybrid | 155–176 kW | Automatik | 4×2 / 4×4 | 5,0 l/100 km | 899 980 Kč |
| 1.6 T-GDI PHEV | Plug-in-Hybrid | 180 kW (245 PS) | Automatik | 4×4 | 1,1 l/100 km | 1 179 980 Kč |
Realverbrauch vs. Normangabe: Der Sportage verbraucht mehr, als Kia angibt. Der Benziner 1.6 T-GDI genehmigt sich im Alltag 8 l/100 km, also einen Liter mehr als die WLTP-Norm verspricht. Der Diesel ist sparsamer — im Dauertest über 53 000 km pendelte sich der Schnitt bei 7,9 l/100 km ein. Der Hybrid bewegt sich in der Praxis um 6,3 l/100 km. Positiv sticht der PHEV heraus — die reale elektrische Reichweite beträgt 63 km, und der Verbrauch bleibt selbst nach entleerter Batterie unter 6 l/100 km.
Und nun die Schwäche. Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DCT) ist die Achillesferse des Sportage. Kalt ruckt es, beim Anfahren zögert es, und gelegentlich kann es sich nicht zwischen Hoch- und Runterschalten entscheiden. Im Alltag wirkt es unharmonisch — und bei langsamer Stadtfahrt kann es frustrierend zögerlich sein. Die Lösung? Die Hybridversion (HEV) nutzt ein Sechsgang-Automatikgetriebe, das deutlich geschmeidiger arbeitet — und für einen Aufpreis von knapp 70 000 Kč gegenüber dem Benziner mit DCT ist das eine lohnende Investition.

Im Inneren überrascht der Sportage angenehm. Die Verarbeitung ist nach koreanischen Maßstäben ausgezeichnet — das optionale Premium Brown Paket (35 000 Kč) bietet Kunstleder, das kaum von echtem Leder zu unterscheiden ist. In der Materialqualität ist der Sportage auf Augenhöhe mit dem Hyundai Tucson und übertrifft den Ford Kuga, auch wenn er an den Volvo XC40 noch nicht heranreicht.
Das Cockpit beherrschen zwei 12,3″ Displays (digitales Kombiinstrument + Infotainment), ergänzt durch ein optionales 10″ Head-up-Display. Unterhalb des Hauptdisplays befindet sich ein Touch-Panel mit Drehreglern für die Klimaanlage — Kia hat physische Tasten für die Sitzheizung beibehalten, was jeder schätzt, der im Winter keine Funktion im Menü suchen möchte. Drahtloses Android Auto und Apple CarPlay sind serienmäßig.
Platzangebot: Der Kofferraum fasst 587 Liter (591 l bei reinen Benzinversionen) — das ist mehr als beim Nissan Qashqai (504 l), aber weniger als beim Volkswagen Tiguan (652 l). Die Fondsitze bieten mehr Beinfreiheit als der Tucson, und die 40:20:40-Teilung lässt sich auch vom Kofferraum aus umlegen. Bequem passen acht Handgepäckkoffer hinein. Das Panoramadach (bei GT-Line S) schränkt die Kopffreiheit hinten allerdings leicht ein.

Das Infotainment mit 12,3″ Display reagiert flott und bietet drahtlose Smartphone-Anbindung. Navigation mit Online-Verkehrsinformationen, DAB-Radio und WLAN-Hotspot sind im gesamten Angebot verfügbar. Höhere Ausstattungslinien (GT-Line S) ergänzen Harman Kardon-Lautsprecher, Ambientebeleuchtung und kabelloses Laden des Smartphones.

Das Infotainment ist funktional und reagiert schnell, wirkt aber nach drei Jahren auf dem Markt nicht mehr ganz so frisch wie die Systeme im neuen VW Tiguan oder im Renault Austral. Die Bedienergonomie ist jedoch nach wie vor ausgezeichnet — die Menüs sind logisch aufgebaut, und Grundfunktionen lassen sich ohne langes Suchen bedienen.
Bei den Assistenzsystemen sind automatische Notbremsung, Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung und Anhängerstabilisierung serienmäßig. Adaptiver Tempomat und Totwinkelassistent mit Spiegelkamera sind höheren Ausstattungslinien vorbehalten.
Der Kia Sportage erhielt im Euro NCAP-Test 5 Sterne (bewertet im Jahr 2022, gilt auch für die überarbeitete Version 2026). Die Serienausstattung umfasst sechs Airbags, AEB mit Fußgänger- und Radfahrererkennung, Rückfahrwarnsystem mit Kollisionserkennung sowie Anhängerstabilitätskontrolle.
Im Februar 2026 kündigte Kia eine Rückrufaktion für das Modelljahr 2026 wegen eines Defekts am Kombiinstrument-Display an — betroffen sind Sportage, Sportage Hybrid und PHEV. In den USA wurden zudem 866 PHEV-Einheiten zurückgerufen, die zwischen Juli und Oktober 2025 produziert wurden.
Kia schneidet als Marke in Zuverlässigkeitsbewertungen gut ab — Platz 10 von 30 Marken im Consumentenbond-Ranking 2026 (Score 8,2). Der Sportage der fünften Generation (ab 2022) erhielt speziell eine Bewertung von 8,0/10 bei einer Besitzerzufriedenheit von 8,8/10.
Die Ergebnisse aus dem TÜV Report 2026 sind gemischt. Der Sportage zählt zu den Besten in der Kategorie 2–3 Jahre (Mängelquote 4,0 %, Platz 8), fällt aber im Alter von 4–5 Jahren ins Mittelfeld zurück (10,6 %, Platz 61). Schwachstellen sind Lenkgelenke und Beleuchtung, die schneller verschleißen als der Durchschnitt.
Besondere Erwähnung verdient der Auto Bild-Dauertest: Nach 53 514 km riss der Motorblock des Diesels 1.6 CRDi (Riss zwischen Zylinder 3 und 4). Kia gab an, dass von 16 513 in Deutschland verkauften Fahrzeugen mit diesem Motor dies nur in 8 Fällen vorkam (0,05 %). Die Reparatur würde rund 3 300 EUR kosten, ist aber vollständig durch die Sieben-Jahres-Garantie abgedeckt — und genau diese ist eines der stärksten Argumente für den Sportage. 7 Jahre / 150 000 km ist im Segment nach wie vor unübertroffen.
Der Kia Sportage startet in der Ausstattung Comfort mit Schaltgetriebe bei 724 980 Kč. Aktuell läuft eine Sonderaktion — der Aktionspreis beginnt bei 654 980 Kč (Ersparnis 70 000 Kč). Die Hybridversion startet bei 899 980 Kč, der Plug-in-Hybrid bei 1 179 980 Kč.
Wie steht er im Vergleich zur Hauptkonkurrenz?
| Kia Sportage | Hyundai Tucson | Nissan Qashqai | VW Tiguan | |
|---|---|---|---|---|
| Preis ab | 724 980 Kč | 609 990 Kč | 759 990 Kč | 949 900 Kč |
| Leistung (Basis) | 110 kW | 110 kW | 103 kW | 96 kW |
| Kofferraum | 587 l | 620 l | 504 l | 652 l |
| Verbrauch (Basis) | 7,0 l | 7,0 l | 6,0 l | 5,8 l |
| Länge | 4 540 mm | 4 525 mm | 4 425 mm | 4 539 mm |
| Hybrid | HEV + PHEV | HEV + PHEV | e-POWER | — |
| Diesel | Ja | Nein | Nein | Ja |
| 4×4 | Ja | Ja | Nein | Ja |
| Garantie | 7 Jahre | 5 Jahre | 3 Jahre | 2 Jahre |
| Euro NCAP | 5 ★ | 5 ★ | 5 ★ | 5 ★ |
Der Tucson ist technisch nahezu identisch (gleiche Plattform), bietet aber einen günstigeren Einstiegspreis und 33 Liter mehr Kofferraumvolumen. Der Qashqai ist kompakter und sparsamer im Verbrauch, hat aber weder Allradantrieb noch Diesel. Der Tiguan ist geräumiger, aber deutlich teurer — der Basispreis liegt um 225 000 Kč höher als beim Sportage.
Der Sportage punktet beim Preis-Ausstattungs-Garantie-Verhältnis. Wo verliert er? Beim Verbrauch (Qashqai, Tiguan) und beim Kofferraumvolumen (Tucson, Tiguan).
👉 Detaillierter Vergleich Sportage vs Tucson vs Qashqai vs Tiguan in unserem Vergleichsrechner
Wer ein Familien-SUV mit umfangreicher Ausstattung zu einem vernünftigen Preis sucht und die sieben Jahre Garantie zu schätzen weiß, für den ist der Sportage einer der besten Käufe im Segment. Nicht umsonst wurde er vom britischen Magazin What Car? als Familien-SUV des Jahres 2026 ausgezeichnet.
Wer überwiegend in der Stadt fährt und ein Automatikgetriebe möchte, sollte das DCT meiden und zur Hybridversion (HEV) greifen — sie hat ein geschmeidigeres Getriebe, einen niedrigeren Verbrauch und einen nur geringfügig höheren Preis. Für Vielfahrer, die Allrad wollen und längere Strecken zurücklegen, macht der Diesel nach wie vor Sinn — wir empfehlen jedoch, den Kühlmittelstand regelmäßig zu kontrollieren.
Wer Fahrdynamik priorisiert, sollte sich den Ford Kuga ansehen. Wer maximalen Platz möchte, bekommt beim Volkswagen Tiguan mehr Kofferraumvolumen — allerdings zu einem deutlich höheren Preis.