Lotus Eletre X im ersten Test: 952 PS und Fahrgefühl wie im Elektroauto

Lotus Eletre X im ersten Test: 952 PS und Fahrgefühl wie im Elektroauto

Jiří Zelinka, 22. März 2026

Der Lotus Eletre X Hybrid hat in ersten Fahrtests bestätigt, was der Hersteller versprochen hatte: Trotz Verbrennungsmotor unter der Haube verhält er sich fast nicht von der rein elektrischen Version zu unterscheiden. Tester von Top Gear beschreiben die Beschleunigung als „unglaublich ähnlich dem elektrischen Eletre — geschmeidig, leise, unmittelbar, ohne Ruckeln“. Der Seriell-Hybrid mit einer Systemleistung von 700 kW (952 PS) kommt im Oktober 2026 auf den europäischen Markt.

Range Extender, kein klassischer Plug-in

Der Schlüssel zum elektrischen Fahrgefühl liegt in der Antriebsarchitektur. Der aufgeladene Zweiliter-Vierzylinder mit 200 kW Leistung fungiert in erster Linie als Generator — er erzeugt Strom für zwei Synchronmotoren an den Achsen. Nur in Ausnahmesituationen koppelt sich der Motor über ein Einganggetriebe mit den Vorderrädern. Wie wir bei der Vorstellung des Fahrzeugs berichteten, handelt es sich um das Konzept eines seriellen Hybrids (Range Extender), nicht um einen klassischen Plug-in-Hybrid mit mechanischer Kopplung des Motors an die Räder.

Die Batterie hat eine Kapazität von 70 kWh und arbeitet mit einer 900-V-Architektur. Rein elektrisch schafft das Fahrzeug nach WLTP etwa 350 km (der chinesische CLTC-Zyklus gibt 420 km an). Dank einer Laderate von 6C steigt der Ladestand in neun Minuten von 20 auf 80 % — sofern die Ladestation genügend Leistung bietet. Der Fünfzig-Liter-Tank erweitert die kombinierte Gesamtreichweite auf etwa 1 200 km.

2,6 Tonnen, die sich wie ein Sportwagen verhalten

Der Eletre X wiegt je nach Ausstattung 2 575 bis 2 625 kg — ungefähr so viel wie die rein elektrische Version mit der größeren Batterie mit 108 kWh Kapazität. Laut Top Gear meistert das Luftfahrwerk mit aktivem 48-V-Stabilisator Unebenheiten überraschend gut. Das Auto „wirkt, als führe es tiefer, als es tatsächlich ist“, und hält in Kurven die Spur mit minimaler Seitenneigung. Auch aus 210 km/h überzeugt die Bremsleistung.

Das Fahrverhalten ist sportlich, aber nicht hart. Scharfe Schlaglöcher machen sich mit einem deutlicheren Stoß bemerkbar, insgesamt bleibt der Komfort jedoch auf dem Niveau eines Luxus-SUV. Die aktiven Stabilisatoren reduzieren die Wankneigung der Karosserie in Kurven deutlich — eine Technologie, die Lotus für die Eletre-Baureihe entwickelt hat.

Lotus Eletre X Hybrid Plug-in, Seitenansicht
Lotus Eletre X Hybrid in europäischer Spezifikation. Foto: Lotus

Interieur: 23 Lautsprecher, aber ohne klassische Rundinstrumente

Die Kabine ist identisch mit der elektrischen Version. Top Gear lobt das „individuell und geschmackvoll gestaltete“ Interieur mit umfangreicher Ausstattung, weist aber auf das Fehlen eines klassischen Instrumententrägers hin — anstelle großer runder Rundinstrumente bietet das Fahrzeug nur ein kleines Informationsdisplay. Das KEF-Soundsystem mit 23 Lautsprechern und einer angegebenen Leistung von 2 160 W gehört zu den besten seiner Klasse. Ein praktischer Kritikpunkt: Die Ablagefläche für die drahtlose Handyladung bräuchte einen höheren Rand, damit das Handy nicht verrutscht.

Konkurrenz aus einer anderen Welt

Lotus positioniert den Eletre X gegen die teuersten Performance-SUVs. Als direkte Rivalen gelten der Lamborghini Urus (490 kW, ab 6 050 000 Kč), der BMW XM (550 kW, ab 3 338 400 Kč) und der Porsche Cayenne, dessen elektrische Version S Electric 400 kW ab etwa 3,2 Millionen Kronen bietet. Lotus setzt jedoch auf einen anderen Charakter — statt dem Klang eines Achtzylinders bietet er einen lautlosen Sprint.

ModellLeistung0–100 km/hGewichtPreis in Tschechien
Lotus Eletre X Hybrid700 kW (952 PS)3,3 s2 600 kgunbestätigt
BMW XM550 kW (748 PS)3,8 s2 710 kgab 3 338 400 Kč
Porsche Cayenne S Electric400 kW (544 PS)3,6 s2 790 kgab ~3 200 000 Kč
Lamborghini Urus490 kW (666 PS)3,6 s2 200 kgab 6 050 000 Kč
Vergleich leistungsstarker SUVs. Tschechische Preise: Autohled-Datenbank, Artikel Porsche Cayenne S Electric. Spezifikationen: Hersteller

Lotus Car Praha: wann und zu welchem Preis

In Tschechien vertritt Lotus Car Praha in Horní Počernice die Marke. Der rein elektrische Eletre ist seit 2024 im Angebot und startet in Großbritannien bei 84 990 Pfund (umgerechnet etwa 2,7 Millionen Kronen). Die Hybridversion X dürfte preislich um 10–15 % teurer ausfallen, was sie in den Bereich über 3 Millionen Kronen einordnen würde — also auf das Niveau von Porsche Cayenne oder BMW XM. Der Verkauf in Europa beginnt im Oktober 2026.

Strategisch ist der Eletre X Hybrid ein Eingeständnis, dass Lotus das Versprechen einer rein elektrischen Zukunft aufgegeben hat. Die Verkäufe der rein elektrischen Modelle Eletre und Emeya blieben hinter den Erwartungen zurück — der operative Verlust der Marke belief sich in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2025 auf 357 Millionen Dollar. Der Hybrid-Emeya soll laut Motor1 im Jahr 2027 folgen. Für tschechische Kunden bleibt die Frage offen, ob der Händler in Prag einen mit etablierten Marken wie Porsche oder BMW vergleichbaren Servicestandard bieten kann.

In diesem Artikel erwähnt

Weitere Artikel

Tesla startet den Verkauf des Model Y L in den USA. Sechs Sitze und Preis ab 61 990 Dollar

Tesla startet den Verkauf des Model Y L in den USA. Sechs Sitze und Preis ab 61 990 Dollar

Tesla hat die Bestellungen für die verlängerte sechssitzige Version seines meistverkauften Fahrzeugs auch außerhalb Chinas geöffnet. Das Model Y L wird künftig in den Vereinigten Staaten und Puerto Ri
BMW startet Produktion der modernisierten 7er-Reihe: Der elektrische i7 schafft bis zu 727 km und lädt in 28 Minuten

BMW startet Produktion der modernisierten 7er-Reihe: Der elektrische i7 schafft bis zu 727 km und lädt in 28 Minuten

Die modernisierte BMW 7er-Reihe ist in die Serienproduktion gegangen. Im deutschen Werk in Dingolfing lief heute das erste Fahrzeug nach der umfassendsten Modernisierung in der Geschichte der Marke vo
Fiat belebt den Multipla neu: Der elektrische Vierradler Multiplina für unter 10.000 Euro

Fiat belebt den Multipla neu: Der elektrische Vierradler Multiplina für unter 10.000 Euro

Fiat hat offiziell den Multiplina vorgestellt, einen neuen elektrischen Vierradler für die urbane Mobilität, der an den Geist des legendären Fiat 600 Multipla von 1956 anknüpft. Markenchef Olivier Fra
Neuer BMW X5 ist da: Der elektrische iX5 schafft bis zu 845 km Reichweite und lädt mit 460 kW

Neuer BMW X5 ist da: Der elektrische iX5 schafft bis zu 845 km Reichweite und lädt mit 460 kW

BMW hat offiziell die fünfte Generation seines großen SUV X5 (interne Bezeichnung G65) vorgestellt. Das Modell, das 1999 faktisch das Segment der Premium-SUVs mit sportlichem Anspruch begründete, erhä
Dacia Striker, früher C-Neo: Hybrid, LPG und Allradantrieb vor der Premiere

Dacia Striker, früher C-Neo: Hybrid, LPG und Allradantrieb vor der Premiere

Dacia bereitet das längste Fahrzeug seiner Geschichte vor. Das C-Segment-Crossover-Kombi, das lange unter dem Codenamen C-Neo kursierte, hat den offiziellen Namen Striker erhalten und nähert sich nach
Hyundai Inster Lounge: Topversion des kleinen Elektroautos setzt auf Premium-Interieur und die Farbe Glow Mint

Hyundai Inster Lounge: Topversion des kleinen Elektroautos setzt auf Premium-Interieur und die Farbe Glow Mint

Hyundai erweitert das Angebot seines kleinsten Elektroautos um eine neue Topvariante. Der Inster Lounge richtet sich an Kunden, denen auch bei einem Stadtfahrzeug Komfort und Interieurqualität wichtig
Škoda Peaq kommt zur Tour de France. Premiere über Genf enthüllte neun Gesichter des elektrischen Flaggschiffs

Škoda Peaq kommt zur Tour de France. Premiere über Genf enthüllte neun Gesichter des elektrischen Flaggschiffs

Škoda Auto wählte für die Weltpremiere seines neuen Flaggschiffs eine ungewöhnliche Kulisse. Das elektrische SUV Peaq zeigte sich erstmals der Öffentlichkeit auf dem Gipfel des Mont Salève oberhalb vo
0Porovnávač