Der Lotus Eletre X Hybrid hat in ersten Fahrtests bestätigt, was der Hersteller versprochen hatte: Trotz Verbrennungsmotor unter der Haube verhält er sich fast nicht von der rein elektrischen Version zu unterscheiden. Tester von Top Gear beschreiben die Beschleunigung als „unglaublich ähnlich dem elektrischen Eletre — geschmeidig, leise, unmittelbar, ohne Ruckeln“. Der Seriell-Hybrid mit einer Systemleistung von 700 kW (952 PS) kommt im Oktober 2026 auf den europäischen Markt.
Der Schlüssel zum elektrischen Fahrgefühl liegt in der Antriebsarchitektur. Der aufgeladene Zweiliter-Vierzylinder mit 200 kW Leistung fungiert in erster Linie als Generator — er erzeugt Strom für zwei Synchronmotoren an den Achsen. Nur in Ausnahmesituationen koppelt sich der Motor über ein Einganggetriebe mit den Vorderrädern. Wie wir bei der Vorstellung des Fahrzeugs berichteten, handelt es sich um das Konzept eines seriellen Hybrids (Range Extender), nicht um einen klassischen Plug-in-Hybrid mit mechanischer Kopplung des Motors an die Räder.
Die Batterie hat eine Kapazität von 70 kWh und arbeitet mit einer 900-V-Architektur. Rein elektrisch schafft das Fahrzeug nach WLTP etwa 350 km (der chinesische CLTC-Zyklus gibt 420 km an). Dank einer Laderate von 6C steigt der Ladestand in neun Minuten von 20 auf 80 % — sofern die Ladestation genügend Leistung bietet. Der Fünfzig-Liter-Tank erweitert die kombinierte Gesamtreichweite auf etwa 1 200 km.
Der Eletre X wiegt je nach Ausstattung 2 575 bis 2 625 kg — ungefähr so viel wie die rein elektrische Version mit der größeren Batterie mit 108 kWh Kapazität. Laut Top Gear meistert das Luftfahrwerk mit aktivem 48-V-Stabilisator Unebenheiten überraschend gut. Das Auto „wirkt, als führe es tiefer, als es tatsächlich ist“, und hält in Kurven die Spur mit minimaler Seitenneigung. Auch aus 210 km/h überzeugt die Bremsleistung.
Das Fahrverhalten ist sportlich, aber nicht hart. Scharfe Schlaglöcher machen sich mit einem deutlicheren Stoß bemerkbar, insgesamt bleibt der Komfort jedoch auf dem Niveau eines Luxus-SUV. Die aktiven Stabilisatoren reduzieren die Wankneigung der Karosserie in Kurven deutlich — eine Technologie, die Lotus für die Eletre-Baureihe entwickelt hat.

Die Kabine ist identisch mit der elektrischen Version. Top Gear lobt das „individuell und geschmackvoll gestaltete“ Interieur mit umfangreicher Ausstattung, weist aber auf das Fehlen eines klassischen Instrumententrägers hin — anstelle großer runder Rundinstrumente bietet das Fahrzeug nur ein kleines Informationsdisplay. Das KEF-Soundsystem mit 23 Lautsprechern und einer angegebenen Leistung von 2 160 W gehört zu den besten seiner Klasse. Ein praktischer Kritikpunkt: Die Ablagefläche für die drahtlose Handyladung bräuchte einen höheren Rand, damit das Handy nicht verrutscht.
Lotus positioniert den Eletre X gegen die teuersten Performance-SUVs. Als direkte Rivalen gelten der Lamborghini Urus (490 kW, ab 6 050 000 Kč), der BMW XM (550 kW, ab 3 338 400 Kč) und der Porsche Cayenne, dessen elektrische Version S Electric 400 kW ab etwa 3,2 Millionen Kronen bietet. Lotus setzt jedoch auf einen anderen Charakter — statt dem Klang eines Achtzylinders bietet er einen lautlosen Sprint.
| Modell | Leistung | 0–100 km/h | Gewicht | Preis in Tschechien |
|---|---|---|---|---|
| Lotus Eletre X Hybrid | 700 kW (952 PS) | 3,3 s | 2 600 kg | unbestätigt |
| BMW XM | 550 kW (748 PS) | 3,8 s | 2 710 kg | ab 3 338 400 Kč |
| Porsche Cayenne S Electric | 400 kW (544 PS) | 3,6 s | 2 790 kg | ab ~3 200 000 Kč |
| Lamborghini Urus | 490 kW (666 PS) | 3,6 s | 2 200 kg | ab 6 050 000 Kč |
In Tschechien vertritt Lotus Car Praha in Horní Počernice die Marke. Der rein elektrische Eletre ist seit 2024 im Angebot und startet in Großbritannien bei 84 990 Pfund (umgerechnet etwa 2,7 Millionen Kronen). Die Hybridversion X dürfte preislich um 10–15 % teurer ausfallen, was sie in den Bereich über 3 Millionen Kronen einordnen würde — also auf das Niveau von Porsche Cayenne oder BMW XM. Der Verkauf in Europa beginnt im Oktober 2026.
Strategisch ist der Eletre X Hybrid ein Eingeständnis, dass Lotus das Versprechen einer rein elektrischen Zukunft aufgegeben hat. Die Verkäufe der rein elektrischen Modelle Eletre und Emeya blieben hinter den Erwartungen zurück — der operative Verlust der Marke belief sich in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2025 auf 357 Millionen Dollar. Der Hybrid-Emeya soll laut Motor1 im Jahr 2027 folgen. Für tschechische Kunden bleibt die Frage offen, ob der Händler in Prag einen mit etablierten Marken wie Porsche oder BMW vergleichbaren Servicestandard bieten kann.