Peugeot 408 – erhöhtes Fahrwerk und großer Kofferraum im französischen Gewand. Der neue Traum der tschechischen Familie?

Jan Nemrava, 9. Oktober 2023

Peugeot hat dieses Jahr das neue Modell 408 auf den Markt gebracht, das die erhöhte Bodenfreiheit von SUVs, die Praktikabilität und Aerodynamik von Fastback-Modellen und den Stil von Coupés miteinander verbindet. Genau wie beim Modell 308 bietet Peugeot auch hier eine sehr originelle Karosserie mit schönen Formen und eine originelle Lösung der Innenraumarchitektur i-Cockpit. Eine solche Innenraumgestaltung finden Sie sonst nirgendwo. Schauen wir uns also an, wie sich die Basismotorisierung mit dem Benzinmotor 1.2 PureTech mit Automatikgetriebe in Kombination mit der höchsten Ausstattungslinie GT line fährt. 

Genau vor einem Jahr hatten wir das Modell 308 mit derselben Antriebseinheit zum Test. Ein halbes Jahr später stellte der Hersteller das Modell 408 mit folgenden Worten vor: „Der Peugeot 408 besticht vor allem durch seine dynamische Fastback-Silhouette und einen unverwechselbaren Stil, der sich aktuellen Kategorien entzieht. Die kraftvolle Haltung eines Raubtiers ist typisch für die Modelle der Marke. Die Linien sind scharf, der Kühlergrill, der die Karosseriefarbe übernimmt und so perfekt mit der Fahrzeugfront verschmilzt, wird durch das neue Peugeot-Emblem in Form eines Löwenkopfes unterbrochen. Überraschend ist die umgekehrte Form der hinteren Stoßstange, die dem Profil eine ungewöhnliche Dynamik verleiht. Die zwanzig Zoll großen Felgen haben ein ungewöhnliches geometrisches Design.“ Das sind alles Worte, die dem Ohr schmeicheln. Es ist Zeit herauszufinden, wie es in Wirklichkeit ist. Von der Seite tritt dann jene besondere Kombination aus dem leicht erhöhten SUV-Fahrwerk und dem fließenden Heck eines Liftback-Modells (vielleicht sogar Coupés) am stärksten hervor. Von hinten ist der Anteil des schwarz lackierten Kunststoffs an der Gesamtfläche des Hecks vielleicht etwas irritierend. Rund um die C-Säule wirkt der 408 etwas bauchig, aber das liegt zum Teil daran, dass er einen großen Kofferraum verbirgt.

Im Innenraum finden wir eine Architektur, die mit dem Modell 308 identisch ist. Das modern gestaltete Armaturenbrett mit einer Reihe komplizierter Formen wirkt einladend. Ungewöhnlich massiv ist die Mittelkonsole mit dem kleinen Wählhebel für die Fahrtrichtung. Originell ist vor allem das dreidimensionale Kombiinstrument, das den Hauptbestandteil des Konzepts PEUGEOT i-Cockpit 3D bildet, also einer Architektur, bei der das Kombiinstrument über einem sehr kleinen Lenkrad platziert ist. Eine weitere große Neuheit sind die virtuellen Bedienelemente i-Toggles, die es ermöglichen, den Zugriff auf die Funktionen des Mitteldisplays weitgehend zu personalisieren. Das sieht sehr interessant aus, aber zum Beispiel die Einstellung der Sitzheizung lässt sich dort nicht unterbringen – das war eine große Quelle des Ärgers im Wintertest des Diesel-308. Für weitere Details zur Anordnung des Infotainments möchte ich die Leser genau dorthin verweisen. Kurz gesagt, die neue Generation ist zweifellos besser, aber der Sprung hätte vielleicht noch etwas größer ausfallen können.

Der Peugeot 408 ist 469 cm lang, 148 cm hoch, und sein Radstand beträgt 279 cm. Der Innenraum bietet somit genug Platz für alle Insassen. Auch für jene in der zweiten Reihe. Auf dem tschechischen Markt könnte dem 408 sehr helfen, dass sein Kofferraum ein Volumen von 536 Litern erreicht. Für diejenigen, die noch mehr suchen, hat Peugeot das Modell 308 SW im Angebot. Was das Angebot an Antriebseinheiten betrifft, ist es recht einfach. Von den klassischen Antriebseinheiten steht uns nur dieser Benzinmotor 1.2 PureTech mit 130 PS und einem hervorragenden Achtgang-Automatikgetriebe zur Wahl. In der Preisliste finden Sie weder einen Diesel noch die Möglichkeit, zu einem der Antriebe ein Schaltgetriebe zu wählen. Das mag etwas einschränkend sein, aber so sind eben die Zeiten. Neben dem von uns getesteten 1.2 PureTech gibt es im Angebot zwei Varianten des Plug-in-Hybridantriebs. Eine mit 180 PS und die andere mit 225 PS. Diesen Antrieb kennen wir gut, zum Beispiel vom Modell Peugeot 508 Plug-in.

Per Knopfdruck erwecke ich den Dreizylindermotor zum Leben. Unter der Motorhaube ertönt ein leises Brummen. Der Automat mit hydrodynamischem Wandler ermöglicht ein sehr feinfühliges Manövrieren auf dem Parkplatz, und das großartige 360-Grad-Kamerasystem hilft mir, aus einer engen Stelle herauszukommen. Der erste Start, und ich höre das bekannte Brummeln des kleinen Motors. Das ist sehr angenehm. Das maximale Drehmoment erreicht er bereits bei etwa 1750 Umdrehungen, und so schaltet das Getriebe knapp über 2 Tausend ohne jegliche Zugkraftunterbrechung hoch. Das Schalten der Gänge erkennt man nur am Klang der Motordrehzahl. Auf dem Display leuchtet ein Verbrauch von über 8 Litern aus der letzten Leihdauer. Laut Hersteller sollen es jedoch nur 6 Liter sein. Ich setze den Bordcomputer zurück und bin gespannt, wie sich der Motor unter meinem Kommando verhält. Aus früheren Tests weiß ich, dass der Motor beim Fahren ziemlich täuscht. Schon bei relativ leichtem Gasdruck gibt er ziemlich viel von seinem Maximum ab, und das hat mehrere Konsequenzen. Die erste ist, dass sich das, wenn man das Gas wirklich nicht kitzelt, in einem erhöhten Verbrauch niederschlägt, und die zweite ist, dass er, wenn man das Gas bis zum Bodenblech durchtritt, keine große Leistungsreserve mehr hat und nicht mehr viel mehr Leistung bieten kann. Natürlich schaltet das Getriebe bei einem Kickdown ohne Weiteres um drei Gänge zurück und macht sich auf die Suche nach der gewünschten Leistung bis in hohe Drehzahlen. Gefühlt beschleunigt das Auto dadurch aber nicht wesentlich besser. 

Was den erwähnten Verbrauch betrifft, so pendelte er sich nach den ersten 300 km trotz Fahrten durch Prag und über Autobahnen bei einem Wert von 5,7 Litern ein. Das ist ein sehr guter Wert und entspricht der Tatsache, dass, wenn ein Mädchen fährt, sie nicht das Bedürfnis hat, den Motor so sehr zu quälen. Ich selbst kam dann auf einen Wert von 6 Litern. Was für ein Auto mit Automatikgetriebe immer noch ein recht guter Wert ist. Es gilt jedoch, dass der Verbrauch je nach Fahrstil und auch der Geschwindigkeit auf der Autobahn deutlich steigt. Aber auf jeden Fall ist es kein Problem, den vom Hersteller angegebenen Verbrauch zu erreichen. Und dafür muss man mit dem Fahrmoduswähler nicht einmal den Eco-Modus wählen. Ich gebe zu, dass ich diesen Schalter kein einziges Mal benutzt habe, beziehungsweise mir der Standardmodus am meisten zugesagt hat. Vielleicht hätte ich eine straffere Lenkung im Sport-Modus geschätzt, aber dafür ist dort das Ansprechverhalten des Motors auf das Gas allzu überempfindlich. Also habe ich ihn nicht angerührt. 

Fahrdynamisch ist es genau das, was man erwartet. Ein sehr weiches Fahrwerk, das leicht wippt, einzelne Unebenheiten gut filtert, aber bei einer Abfolge von Unebenheiten schaffen es die weichen Federn nicht mehr, die Räder rechtzeitig auf den Boden zurückzubringen, und das Auto wird unsicher. Trotzdem ist dieser Fahrkomfort ein großes Plus. Der Peugeot 408 ist leise und komfortabel. Die Karosserie ist gut schallgedämmt, und der Geräuschpegel, sei es vom Fahrwerk oder von der Karosserie, ist auf einem sehr guten Niveau. Sehr eingeschränkt ist die Sicht nach hinten, aber beim Rückwärtsfahren hilft die erwähnte Rückfahrkamera, auf der Autobahn die Erkennung von Fahrzeugen im toten Winkel und die großen Außenspiegel. 

Was zum Schluss? Es ist eigentlich ganz einfach. Wenn Ihnen die Innenraumgestaltung gefällt, Sie leicht eine Fahrposition hinter dem kleinen Lenkrad finden, Ihnen ein Benzinmotor mit Automatik genügt und Sie gleichzeitig das Design der Peugeot-Modelle beeindruckt, gibt es keinen Grund, Ihnen das Auto nicht zu empfehlen. Der günstigste 408 mit diesem Motor kostet 32.300 €, in dieser GT line-Ausstattung inklusive Massagesitzen und LED-Matrix-Licht verlangt der Hersteller 36.800 €. 

95%
BEWERTUNG

Stärken

  • Design
  • Abstimmung von Motor und Getriebe
  • Komfortniveau
  • großer Kofferraum

Schwächen

  • Sicht nach hinten
  • Antriebsangebot

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