Der norwegische YouTuber Bjørn Nyland, der seit zehn Jahren Elektroautos nach derselben strengen Methodik testet, veröffentlichte am 24. April 2026 die Ergebnisse seines Langstreckentests mit dem BMW iX3 50 xDrive. Bei konstanten 90 km/h erzielte er einen realen Verbrauch von 150 Wh/km und eine extrapolierte Reichweite von über 720 Kilometern, bei 120 km/h waren es 212,5 Wh/km und 511 km. Laut Nyland handelt es sich um die längste Reichweite in der SUV-Klasse, die er je gemessen hat — und das Fahrzeug wurde auf 21-Zoll-Rädern mit Goodyear-Eagle-F1-Reifen getestet, also nicht in der sparsamsten Ausstattung.
Nyland fährt seine Langstreckentests immer auf denselben Abschnitten der norwegischen Autobahn, mit dem Tempomat so eingestellt, dass die GPS-Geschwindigkeit exakt dem Zielwert entspricht. Beim Test bei 90 km/h musste er laut Bordtacho 91 km/h fahren, damit die GPS-Geschwindigkeit stimmte. Bei einer Außentemperatur von 17 °C und leichtem Gegenwind aus Norden verbrauchte das Fahrzeug 150 Wh/km. Teilt man die nutzbare Kapazität von 108,7 kWh durch 0,150 kWh/km, ergibt sich eine theoretische Reichweite von 724 Kilometern — das liegt nahe am Wert von 805 km, den BMW im WLTP-Zyklus angibt (der WLTP-Test ist allerdings anders aufgebaut, er kombiniert Stadt- und Autobahnbetrieb statt konstanter Geschwindigkeit).
Beim Segeltest (Ausrollen mit Schwung auf ebener Strecke) segelte der iX3 laut Nyland weiter als ein klassischer Hyundai Ioniq oder Volkswagen ID.3. Das Ergebnis von 150 Wh/km stammt dabei von einem Fahrzeug auf 21-Zoll-Rädern, nicht von der sparsameren 20-Zoll-Ausstattung — und Nyland selbst merkt an, dass der Verbrauch mit effizienteren Rädern und Reifen noch weiter sinken würde.
Der BMW iX3 fuhr auf Goodyear Eagle F1 Asymmetric 6 in der Dimension 255/40 R21. Laut Aggregator testpneumatik.eu handelt es sich um einen Premium-Sommerreifen mit einer Gesamtbewertung von 93/100 und Platz 9 im Segment. In europäischen Tests des Jahres 2026 belegte er Podestplätze (Auto Bild #2, Autozeitung #2, Sportauto #2). Seine Stärken liegen jedoch im Bremsweg bei Nässe und Trockenheit sowie in der Kurvenagilität — nicht im Rollwiderstand.
„Der Eagle F1 Asymmetric 6 ist ein sportlich ausgelegter Premiumreifen, konzipiert für die schnelle deutsche Autobahn, nicht für maximale E-Auto-Reichweite. Dass der iX3 auf diesem Reifen bei Tempo 90 auf 150 Wh/km kommt, ist in erster Linie ein Kompliment an den Antriebsstrang. Mit einem typischen EV-Reifen wie dem Continental EcoContact 7 oder Michelin e.Primacy ließe sich die Reichweite um weitere 30 bis 50 Kilometer steigern, allerdings auf Kosten eines längeren Bremswegs und schlechteren Kurvenverhaltens."
Jiří Chomat, testpneumatik.eu
Der Preis für 255/40 R21 bei Pneuteka.cz liegt bei 6.006 Kč pro Stück, ein Satz von vier Rädern kostet also rund 24.000 Kč.
Bei Autobahntempo 120 km/h stieg der Verbrauch auf 212,5 Wh/km, was einer Reichweite von 511 Kilometern pro Ladung entspricht. Für einen europäischen Fahrer, der auf der Autobahn üblicherweise 130 km/h fährt, ist diese Zahl aussagekräftiger als die WLTP-Norm — und laut Nyland handelt es sich um die längste Reichweite in der SUV-Klasse, die er je in Tests gemessen hat. „Zweifellos die längste Reichweite in dieser Klasse, sogar besser als der EQS," sagte er im Testvideo, „aber der kostet doppelt so viel."
Nach beiden Tests fuhr Nyland das Fahrzeug auf 0 % Ladestand herunter. Er legte 514 Kilometer zurück, und der Bordcomputer zeigte einen Gesamtverbrauch von 108,6 kWh an — was genau dem Wert von 108,7 kWh entspricht, den BMW als nutzbare Batteriekapazität laut EV Database angibt. Die Bruttokapazität liegt höher, bei 113,4 kWh.
| Test (Bjørn Nyland) | Verbrauch | Extrapolierte Reichweite | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| 90 km/h | 150 Wh/km | 724 km | Die längste Reichweite bei dieser Geschwindigkeit, die der Autor je gemessen hat |
| 120 km/h | 212,5 Wh/km | 511 km | Laut Autor die längste in der SUV-Klasse, mehr als beim Mercedes EQS |
| Reale Reichweite 100→0 % | — | 514 km | Mix aus 90/120 km/h, zügiger Fahrweise, Stadtverkehr |
Der zweite Testpunkt war das Laden. Nach dem Entladen der Batterie auf 0 % fuhr Nyland zu einer IONITY-Station in Tønsberg, wo Alpitronic-Säulen eine Spitzenleistung von 400 kW unterstützen. Vor dem Anschließen des Kabels aktivierte das Fahrzeug die Batterievorheizung — sie lag bei 24 °C — und laut Bordsystem sollte der Vorgang drei Minuten dauern. Die Leistungsaufnahme der Vorheizung lag bei etwa 13 kW, also deutlich mehr als bei der koreanischen Konkurrenz (Hyundai/Kia startet laut Nyland bei 4,5 kW).
Nach dem Anschließen erreichte das Fahrzeug die versprochene Spitzenleistung von 400 kW. Die Nennspannung der Batterie von 699 V bestätigt, dass der iX3 tatsächlich zur 800-Volt-Klasse gehört — eine solche Leistung wäre mit einer 400-Volt-Architektur ohne extreme Stromstärken nicht zu bewältigen. Dieselbe Architektur verringert zugleich deutlich die thermischen Verluste, was für den tschechischen Sommer von Vorteil ist, wenn sich EV-Batterien schneller aufheizen.

Neben den nackten Zahlen geht Nyland auch auf Details ein, die andere Tester oft übersehen. Der Bordtripcomputer zeigt den Verbrauch auf eine Nachkommastelle Wh/km genau an — also genauso detailliert wie bei Tesla, nicht die übliche Angabe in kWh/100 km. Die aktive Geräuschunterdrückung im Innenraum funktioniert, doch der Unterschied zwischen ein- und ausgeschaltetem Zustand ist auf dem groben norwegischen Asphalt schwer zu erkennen. Die LED-Scheinwerfer erhielten unerwartet großes Lob — „ich habe schon lange kein Auto mehr mit so guten Lichtern getestet," so Nyland.
Dem Harman/Kardon-Soundsystem gab er starke neun von zehn Punkten, den Lenkassistenten beschrieb er als leicht unruhig (leichtes Pendeln in der Fahrspur, ähnlich wie bei einem kürzlich getesteten Kia) und die Sitzmassagefunktion bezeichnete er als durchschnittlich, nicht so ausgefeilt wie bei chinesischen Fahrzeugen. Das Gewicht des iX3 50 xDrive auf der Waage: 2.420 kg, davon 1.160 kg auf der Vorderachse.
Was bedeuten Nylands Zahlen in der Praxis für einen tschechischen Fahrer? Bei Autobahntempo 120 km/h schafft der iX3 511 km, bei sparsamen 90 km/h steigt die Reichweite auf bis zu 724 km. Die folgende Tabelle zeigt, wohin man von Prag aus mit einer Ladung ohne Stopp gelangt — und wo bereits ein Ladestopp eingeplant werden muss.
| Ziel ab Prag | Entfernung | Bei 120 km/h (511 km Reichweite) | Bei 90 km/h (724 km Reichweite) |
|---|---|---|---|
| Dresden (DE) | 150 km | ✓ Reserve 361 km | ✓ Reserve 574 km |
| Brünn | 200 km | ✓ Reserve 311 km | ✓ Reserve 524 km |
| Bratislava (SK) | 320 km | ✓ Reserve 191 km | ✓ Reserve 404 km |
| Wien (AT) | 330 km | ✓ Reserve 181 km | ✓ Reserve 394 km |
| Berlin (DE) | 350 km | ✓ Reserve 161 km | ✓ Reserve 374 km |
| Ostrau | 360 km | ✓ Reserve 151 km | ✓ Reserve 364 km |
| München (DE) | 390 km | ✓ Reserve 121 km | ✓ Reserve 334 km |
| Krakau (PL) | 530 km | ✗ fehlen 19 km | ✓ Reserve 194 km |
| Budapest (HU) | 530 km | ✗ fehlen 19 km | ✓ Reserve 194 km |
| Ljubljana (SI) | 700 km | ✗ ein Ladestopp | ✓ Reserve 24 km |
| Zürich (CH) | 720 km | ✗ ein Ladestopp | ✓ knapp, Reserve 4 km |
| Zagreb (HR) | 720 km | ✗ ein Ladestopp | ✓ knapp, Reserve 4 km |
| Mailand (IT) | 850 km | ✗ ein Ladestopp | ✗ ein Ladestopp |
| Paris (FR) | 1.050 km | ✗ zwei Ladestopps | ✗ ein Ladestopp |
Praktisches Fazit: Jedes tschechische oder benachbarte europäische Ziel bis 500 km ist von Prag aus mit dem iX3 mit einer Ladung auch bei Tempo 120 erreichbar. Für längere Strecken (Krakau, Budapest, Zagreb) genügt ein einziger 15-minütiger Stopp an einer 400-kW-Alpitronic-Säule, der die Batterie von rund 10 % auf 80 % bringt. Das Fahrzeug schlägt in der Praxis Konkurrenten, die doppelt so viel kosten.
In Tschechien ist der BMW iX3 50 xDrive für 1.725.100 Kč im Verkauf, die günstigere Version 40 sDrive für 1.544.400 Kč hat einen schwächeren 240-kW-Motor, eine kleinere 82,6-kWh-Batterie und 635 km WLTP-Reichweite — Nyland hat sie noch nicht getestet, doch der Verbrauchsunterschied dürfte gering sein, da beide dieselbe Aerodynamik und 800-Volt-Architektur teilen. Vor einer Woche erhielt dasselbe Fahrzeug den Titel Weltauto des Jahres 2026 und Welt-Elektroauto des Jahres, sodass der Verkaufsimpuls jetzt doppelt bestätigt ist — einerseits durch die Jury-Auszeichnung, andererseits durch unabhängige Realtests.
Der tschechische Markt reagiert bereits auf die neue Generation. Nach der Isolierung der VIN-Level-SDA-Daten (Unterscheidung nach Handelsbezeichnung und Fahrgestellcode) ergeben sich für das erste Quartal 2026 klare Zahlen für die Neue Klasse: Januar 1 Stück, Februar 3 Stück, März 24 Stück. Die alte Generation G08 kommt nach Tschechien nur noch als Gebrauchtimport — fünf Fahrzeuge von Januar bis März, überwiegend aus Deutschland und Österreich. Tatsache ist, dass der iX3 50 xDrive Neue Klasse jetzt eine Kombination aus Reichweite, Ladeleistung und Preis bietet, die in der Klasse der mittelgroßen Elektro-SUVs derzeit sonst niemand in Europa hat.