Facelift des BMW 7er: Das kontroverse Design bleibt, Level 3 fällt weg

Facelift des BMW 7er: Das kontroverse Design bleibt, Level 3 fällt weg

Jiří Zelinka, 14. März 2026

BMW bereitet ein Facelift der Limousine der 7er-Reihe der Generation G70 vor. Ein erster offizieller Teaser und Aufnahmen getarnter Prototypen bestätigen, dass das kontroverse Design mit geteilten Scheinwerfern und großen Nieren erhalten bleibt. Überraschend ist die Entscheidung, das autonome Fahrsystem Level 3 einzustellen — und stattdessen Technologien der neuen Plattform Neue Klasse in das aktuelle Modell zu übertragen.

Design: dezente Änderungen, die Kontroverse bleibt

Der auf den Social-Media-Kanälen von BMW veröffentlichte dunkle Teaser zeigt eine überarbeitete Frontpartie, die grundlegenden Proportionen bleiben jedoch bestehen. Der beleuchtete Kühlergrill dominiert die gesamte Front, und die geteilten Scheinwerfer — ein schmaler oberer LED-Streifen und die unteren Hauptscheinwerfer — prägen das Gesicht des Modells weiterhin unverändert. Bei Tests aufgenommene getarnte Prototypen deuten auf eine neue Grafik der Front- und Heckleuchten sowie zusätzliche Sensoren im Bereich der Frontstoßstange und der Windschutzscheibe hin.

Facelift des BMW 7er 2026, offizieller Teaser der Frontpartie
Der erste offizielle Teaser zeigt die überarbeitete Frontpartie mit beleuchtetem Kühlergrill. Foto: BMW

Personal Pilot Level 3 wird eingestellt. Gründe sind der Preis und der begrenzte Nutzen

Die überraschendste Neuerung ist die Einstellung des autonomen Fahrsystems Level 3 namens Personal Pilot L3. Das gegen einen Aufpreis von rund 6 000 Euro angebotene System ermöglichte automatisiertes Fahren in bestimmten Situationen — in Staus auf Autobahnen bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h. Der Fahrer konnte in diesem Modus Videos ansehen oder arbeiten, da die rechtliche Verantwortung auf das Fahrzeug überging.

BMW hat es jedoch aus dem Angebot genommen. Laut Auto Motor und Sport sind die hohen Systemkosten bei gleichzeitig minimalem praktischem Nutzen der Grund — die Funktion ließ sich nur auf baulich getrennten Straßen und bei langsamer Fahrt aktivieren. Das Preis-Nutzen-Verhältnis ging schlicht nicht auf.

Ersetzt werden soll es durch ein günstigeres Assistenzsystem der Stufe 2+, das technisch auf der Elektronikarchitektur der Neue Klasse basiert. Es ermöglicht freihändiges Fahren auf Autobahnen, einen durch den Blick des Fahrers bestätigten automatischen Spurwechsel und perspektivisch eine Navigationsassistenz im Stadtverkehr. Die Verantwortung für das Fahren bleibt jedoch stets beim Fahrer.

Der Innenraum erhält Technologien aus der Neue Klasse

Der Innenraum der überarbeiteten Luxuslimousine wird umfassend modernisiert. BMW plant die Integration des neuen Infotainmentsystems iDrive X und des Panorama-Head-up-Displays Panoramic Vision, das Informationen über die gesamte Breite des unteren Randes der Windschutzscheibe projiziert. Das Konzept ersetzt das klassische Kombiinstrument durch eine neue Anzeige- und Bedienarchitektur. Ergänzt werden soll es durch einen größeren zentralen Touchscreen und überarbeitete Bedienelemente.

Die 7er-Reihe könnte damit zu einem der ersten bestehenden BMW-Modelle werden, das zentrale Technologien der Neue Klasse übernimmt, ohne auf deren Plattform zu wechseln. BMW stellte im März den neuen i3 Neue Klasse vor, der jedoch vollständig auf der neuen Plattform basiert.

Facelift des BMW 7er 2026, Frontdetail eines getarnten Prototyps
Bei Wintertests aufgenommener getarnter Prototyp. Foto: BMWBLOG / Stephan Barral

Motoren: Sechszylinder bleiben das Rückgrat, der V8 könnte zurückkehren

Das Fundament des Angebots bilden Reihensechszylinder mit 48V-Mildhybridtechnik, ergänzt um Plug-in-Hybridvarianten. Der elektrische i7 könnte ein verbessertes Batteriesystem erhalten, wahrscheinlich mit zylindrischen Zellen höherer Energiedichte, wie sie BMW auch für die Neue Klasse entwickelt.

Darüber hinaus könnte das Modellprogramm um leistungsstärkere Versionen erweitert werden. Spekuliert wird über einen überarbeiteten M760 mit V8-Motor oder eine luxuriöse Alpina-Variante, die BMW neuerdings unter eigener Regie produziert. Die aktuelle 7er-Reihe ist seit November 2022 auf dem Markt.

Premiere im Jahr 2026

Laut Auto Motor und Sport laufen die Vorbereitungen für die Produktion des Facelifts. Die Weltpremiere wird im Jahr 2026 erwartet — als möglicher Veranstaltungsort kommt die Messe IAA Mobility in München infrage.

BMW 7er in Tschechien: ab 2,8 Millionen Kronen

Der BMW 7er wird in Tschechien zu Preisen von 114.400 € für den Benziner xDrive40i bis 196.000 € für den vollelektrischen i7 M70 xDrive angeboten. Die vollständige Preisliste und die technischen Daten des BMW 7er finden Sie in unserer Datenbank. Das Netz autorisierter BMW-Händler in Tschechien umfasst über 20 Standorte. Den genauen Termin für die Markteinführung des Facelifts in Tschechien hat BMW bislang nicht bekannt gegeben.

Update April 2026: BMW hat inzwischen eine neue Preisstruktur für die modernisierte 7er-Reihe veröffentlicht: Das Sechszylinder-Basismodell 740 xDrive startet bei 122.100 €, während der vollelektrische i7 nach dem Update mit einer Ladung bis zu 720 km schafft. Das Facelift in seiner vollständigen Form ist damit weiterhin Zukunftsmusik, BMW hat jedoch bereits damit begonnen, einzelne Motorisierungen auf Basis der bestehenden Plattform zu aktualisieren.

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