Der Citroen C3 ist kein „neuer Junge im Viertel“. Dieses kleine SUV begleitet uns bereits seit 2017 und hat in diesem Jahr eine kleine Modellpflege erhalten. Der Hersteller konzentrierte sich darauf, das Design der Frontpartie an den Rest der Citroen-Familie anzupassen, und im Innenraum wurde im Grunde nur der Infotainment-Bildschirm größer. Weiterhin stehen bis zu 70 verschiedene Kombinationen aus Karosserielacken und Zubehör zur Auswahl. Man sieht: Beim C3 Aircross liegt ein starker Fokus auf Stil. Doch Stil ist nicht alles, und mit dem Auto muss man auch mal irgendwohin fahren. Deshalb sind wir hier.

Mit seinen 4160 mm Länge passt er genau in die Klasse der kleinen SUVs wie Captur, 2008, Arona, Kamiq, Yaris Cross oder Ford Puma. Es zeigt sich, dass fast jeder Hersteller ein Eisen im Feuer hat und der Wettbewerb ebenso groß ist wie die Ansprüche der Käufer. Jedes Auto hat seine besondere Stärke. Der Captur ist wohl der schönste, der Puma wohl der sportlichste, der Yaris Cross wohl der sparsamste, Arona und Kamiq wohl die vielseitigsten. Welches Adjektiv heftet sich der C3 Aircross an die Brust? Bei Citroen würden wir wohl den komfortabelsten oder den stilvollsten erwarten. Beim ersten wäre ich vorsichtig (siehe weiter unten), das zweite ist eher Geschmackssache. Autos dieser Klasse bewegen sich preislich um eine halbe Million und sind zugleich schon geräumig genug, um als Familienauto zu dienen. Sie müssen also nicht nur auf den Rücksitzen, sondern auch im Kofferraum geräumig sein. Ich persönlich mag eine verschiebbare Rückbank sehr, denn sie kann das Auto an die jeweiligen Bedürfnisse anpassen. Die Messlatte liegt hoch – schauen wir uns den C3 Aircross an und beginnen mit dem Design.

Das Markendesign entwickelt sich schrittweise in Richtung selbstbewusster und origineller Formen, die der C4 Aircross perfekt verkörpert. So erhielt auch der von uns getestete C3 Aircross im Rahmen des Facelifts die Aufmerksamkeit der Designer. Leider konzentrierte sich ihre Arbeit nur auf die Frontpartie. Zufällig ähnelt das Ergebnis dem des in der vergangenen Woche getesteten Suzuki S-Cross. Von vorn ist das Auto wirklich hübsch, aber wehe, man schaut es aus einem anderen Winkel an. Zur neuen Front voller wilder stilistischer Einfälle gehören weiterhin die schlichten Seitenflächen und das rundliche Heck, das sich überhaupt nicht verändert hat und an dem die Zeit ihre Spuren hinterlassen hat. Das Ergebnis wirkt etwas uneinheitlich. Im Innenraum bleibt alles beim Alten – abgesehen vom größeren Infotainment-Bildschirm. Bei diesem konkreten Modell fehlen die aufpreispflichtigen Rücksitze, die einen großen Trumpf dieses Fahrzeugs darstellen. Für 8 tisíc sind sie verschiebbar und zudem im Verhältnis 40:20:40 geteilt erhältlich. Das machte dieses Auto zur Spitze seiner Klasse. Hier gibt es nur eine gewöhnliche, ungeteilte Rückenlehne. Schade, bei einem Auto für fast 600 tisíc CZK. Übrigens kostete eine ähnlich ausgestattete Version mit demselben Motor vor drei Jahren 440 tisíc. Autsch.

Unter der Haube arbeitet der bekannte Dreizylinder 1.2 PureTech, in diesem Fall mit 81 kW und 205 Nm. Die Kraft gelangt über ein manuelles Sechsganggetriebe auf die Straße. Es hat relativ lange Schaltwege, und im Leerlauf ist der Schaltknauf etwas seltsam geneigt, doch ansonsten lässt es sich präzise schalten. Ungewöhnlich ist die straffe Kupplung, die Ihre Wade beim Stop-and-go im Stau ordentlich trainiert. Das Sitzen im Auto ist sehr angenehm; die sofaartigen Sitze ohne Seitenhalt verfügen über die Advanced-Comfort-Polsterung. Auch das ist eine der Neuheiten, und darauf sitzt man angenehm. Der Stoff der Sitze fühlt sich leider etwas gewöhnlich an. Die busartige Armlehne ist großartig und bleibt auch bei kleineren Personen an ihrem Platz, wenn diese den Sitz anheben und nach vorn schieben. Ein traditionelles Manko ist die Klimabedienung, doch darüber beschweren wir uns schon so lange, dass es nicht einmal mehr witzig ist. Die Verbindung eines Telefons per CarPlay sorgt zumindest dafür, dass man nicht auf die einfache Grafik schauen muss. Aber das Deaktivieren des Start-Stop-Systems ist eine Strafe. Nun ja, man sieht einfach, dass der C3 2017 auf den Markt kam.

Also steigen wir ein und fahren los. Für einen Dreizylinder läuft der Puretech-Motor sehr kultiviert und hat einen sympathisch brummigen Klang. Nur beim Anfahren vibriert das ganze Auto etwas, und die erste Abstimmung der Bewegungen von linkem und rechtem Fuß erfordert etwas Gewöhnung, damit das Anfahren richtig sanft gelingt. Danach klingt es aber insgesamt ziemlich gut. Der Motor hat wirklich genug Kraft und verleiht dem C3 ausreichend Elastizität. Das Auto wiegt 1200 kg, sodass die 205 Nm nicht allzu viel Arbeit damit haben und es den Sprint auf hundert in 10 Sekunden schafft. Dank der Abstimmung der Gaspedalreaktion reagiert der Citroen auch auf einen kleineren Pedaldruck sehr energisch – um den Preis, dass er in der zweiten Hälfte des Pedalwegs nicht mehr so viel zu bieten hat.

Die wohl schwächste Seite dieses Modells ist paradoxerweise gerade jene, in der Citroen sich als das Beste vom Besten profilieren will: Fahrverhalten und Fahrkomfort. Der C3 Aircross ist von den weichen Fahrwerken seiner Geschwister C4 und C5 Aircross weit entfernt. Das Auto kann seine Insassen selbst auf 16-Zoll-Rädern mit einem Querschnitt von 60 ordentlich durchschütteln. Problematisch ist auch die Geräuschkulisse: Beim Überfahren von Unebenheiten ist oft dieses typische französische „klop“ zu hören, das wir von modernen Autos gar nicht mehr kennen. Und das ist eigentlich eine recht große Enttäuschung. Es reicht, 60 tisíc draufzulegen und einen C4 Aircross zu haben, der ein so viel besseres Auto ist – besonders wenn Sie komfortabel unterwegs sein wollen. Vom C3 erwarten Sie sicher keine großen Eskapaden, sondern vor allem Ruhe und Entspannung. Die stellen sich vor allem auf einer guten Straße ein, wo erfreut, dass das Auto insgesamt recht gut gedämmt ist und auch Autobahntempo im Innenraum nicht stört.

Die letzte Station ist der Verbrauch – hier sind die Eindrücke, wie bei PureTech-Motoren üblich, eher positiv: Die Fahrten einer Woche entnahmen dem Tank knapp 6 Liter pro hundert km, auf der Autobahn pendelte sich der Verbrauch bei vernünftigen 6,5 Litern Benzin pro hundert Kilometer ein.

Den C3 Aircross hatten wir vor drei Jahren, und damals schrieb ich über ihn: „Der C3 Aircross hat auf dem Markt sicherlich seinen Platz. Obwohl er zur Kategorie Crossover/SUV gehört, ist er nicht auffällig hoch, breit oder lang und nutzt die Vorteile der höheren Karosseriebauweise voll aus. Mit sehr guter Technik, einem sehr guten Preis und einem sehr sympathischen Design sollte es für ihn nicht schwer sein, seine Kunden zu finden.“ Bis auf Preis und Design würde ich das wohl auch heute bestätigen; vergessen Sie nur nicht, 331 € für jene wunderbaren Rücksitze aufzuzahlen, sonst verlieren Sie einen großen Teil des Nutzwerts. Gerade der Preis schickt den C3 jedoch in das Revier unterdurchschnittlicher Fahrzeuge. In der Basis kostet er nämlich 529 tisíc, und die von uns gefahrene Version C-Series kostet 584 tisíc. Mit dem Aufpreis für Grip Control (9 tisíc), 12 tisíc für das 9-Zoll-Display mit CarPlay/Android Auto und 8 tisíc für das Paket Zima liegen wir bei 600 tisíc für ein vernünftig, aber nicht übertrieben ausgestattetes Auto. Und für 600 tisíc bekommen Sie bereits etwa einen um eine Klasse größeren S-Cross aus der vergangenen Woche oder einen hervorragend ausgestatteten Seat Arona.