BMW iX3 hat erst am 1. April 2026 den Titel Weltauto des Jahres geholt, und in München wird bereits im Schnee die Coupé-Version getestet. Der Prototyp des BMW iX4 mit der internen Bezeichnung NA7 wurde kürzlich bei winterlichen Testfahrten in Schweden gesichtet, und die Aufnahmen des Fotografen SHProshots, veröffentlicht von Carscoops, bestätigen, worüber nach den Februar-Aufnahmen aus den Niederlanden nur spekuliert wurde: Die Topversion des iX4 erhält denselben Antrieb wie der gerade prämierte iX3 50 xDrive – 345 kW, 645 Nm und eine Reichweite von bis zu 805 km nach WLTP.
Von den B-Säulen nach vorne ist der iX4 laut der Publikation BMWBLOG praktisch nicht vom iX3 zu unterscheiden. Hinter den vorderen Türen folgt jedoch ein radikal abfallendes Dach, ein kleineres hinteres Seitenfenster und ein massiver, in die Heckklappe integrierter Spoiler. Das Ergebnis ist eine Silhouette, die eher einem Liftback als einem klassischen SUV ähnelt. München beendet damit den Lebenszyklus des Verbrenner-X4 (G02) ohne direkten Nachfolger – seine Rolle übernimmt der rein elektrische iX4 auf Basis der Neue-Klasse-Plattform.

Entscheidend für Interessenten: Der iX4 soll laut verfügbaren Quellen den Großteil der Technik mit dem iX3 teilen. Batterie, Motoren, 800-Volt-Architektur und Software – und damit auch sämtliche Lade- und Leistungsparameter. Der Topmodell iX4 50 xDrive übernimmt die komplette Hardware vom iX3 50 xDrive: zwei Motoren mit einer Systemleistung von 345 kW (463 PS), 645 Nm Drehmoment, eine nutzbare Batteriekapazität von 108,7 kWh (Bruttokapazität 113,4 kWh), einen Sprint von 0–100 km/h in 4,9 Sekunden und eine Reichweite nach WLTP von bis zu 805 km.
Das Laden an Gleichstrom-Stationen soll bis zu 400 kW erreichen, und BMW gibt an, dass zehn Minuten an der Schnellladesäule unter idealen Bedingungen rund 370 Kilometer Reichweite nachladen. Beim Wechselstromladen bleibt der iX4 auf dem gleichen Niveau wie der iX3 – serienmäßig 11 kW dreiphasig, das Zusatzpaket „AC Charging Professional“ hebt das Onboard-Ladegerät auf 22 kW an. Der Einstiegs-iX4 40 xDrive teilt sich mit der iX3-40-Version die kleinere Batterie mit 82,6 kWh und eine Leistung von rund 240 kW; die Reichweite dürfte wegen des etwas höheren Gewichts und der schlechteren seitlichen Aerodynamik der Coupé-Form um einige Prozent unter der des vergleichbaren iX3 liegen.

BMW bereitet laut mehreren Quellen drei Leistungsstufen des iX4 vor und teilt den Marktstart in zwei Wellen. Im November 2026 starten die Varianten 40 xDrive und 50 xDrive, die leistungsstärkere M60 xDrive folgt im März 2027. Anders als beim iX3, der auch als Hecktriebler 40 sDrive angeboten wird, erhält der iX4 zum Marktstart ausschließlich Allradversionen – die Coupé-Karosserie wird damit noch deutlicher sportlich positioniert, und eine günstigere Hecktriebler-Variante ist von München nicht geplant. Eine noch höhere M-Stufe mit dem internen Code ZA7 prüft BMW als Viermotoren-Variante mit über 800 PS, diese wird jedoch beim Marktstart des iX4 nicht im Angebot sein.
| Parameter | iX4 40 xDrive | iX4 50 xDrive | iX4 M60 xDrive |
|---|---|---|---|
| Marktstart | November 2026 | November 2026 | März 2027 |
| Leistung (erwartet) | ~240 kW | 345 kW (463 PS) | über 400 kW |
| Batterie (nutzbar) | 82,6 kWh | 108,7 kWh | 108,7 kWh |
| Reichweite WLTP (Schätzung) | ~590–610 km | ~790–805 km | ~690–720 km |
| DC-Laden | bis 300 kW | bis 400 kW | bis 400 kW |
| 0–100 km/h (Schätzung) | ~6,0 s | ~4,9 s | unter 4,0 s |
Eine interessante Änderung gegenüber der Vorgängergeneration betrifft den Produktionsstandort. Während der Verbrenner-X4 im US-amerikanischen Spartanburg gebaut wurde, wird der iX4 ausschließlich im ungarischen Werk Debrecen gefertigt – demselben Werk, in dem seit diesem Jahr auch der preisgekrönte iX3 vom Band läuft. BMW verlagert die Produktion wegen der Nähe zu den europäischen Abnehmern nach Ungarn und erhöht die Kapazität durch eine dritte Schicht. Das Produktionsfenster des iX4 soll laut BMWBLOG-Quellen von November 2026 bis Oktober 2035 laufen, also fast neun Jahre – ein klares Signal, dass München das SAC-Segment nicht aufgeben will.
Die offizielle Enthüllung des iX4 wird für das Spätsommer oder den Herbst 2026 erwartet, spekuliert wird über den Pariser Autosalon. Der Innenraum bringt laut Electrek praktisch nichts Neues: Er übernimmt den 17,9-Zoll-Zentralbildschirm, das durchgängige, panoramaartige Panoramic iDrive über das gesamte Cockpit, ein dreidimensionales Head-up-Display und eine neue Lenkradgeneration. Für den iX3 bedeutet das intern, dass er einen Bruder bekommt, der vermutlich mehr kosten wird, sich aber dank des markanteren Designs auch an Kunden verkaufen dürfte, die sich für einen gewöhnlichen iX3 nicht entschieden hätten.

BMW wird in Tschechien von BMW Group Czech Republic vertreten, und die Preisgestaltung bei SUV/SAC-Paaren ist historisch konsistent. Bei den Verbrennern X3 vs. X4 beträgt der Unterschied 70 bis 140 Tausend Kronen zugunsten des Coupés, bei den elektrischen iX1 vs. dem erwarteten iX2 rechnet München mit einer ähnlichen Spanne. Für den iX4 40 xDrive lässt sich in Tschechien also ein Einstiegspreis von rund 1.700.000 Kč erwarten – zum Vergleich haben wir den iX3 40 sDrive in unserer Datenbank für 1.544.400 Kč. Für den iX4 50 xDrive ist ein realistischer Zielpreis von 1.870.000 Kč zu erwarten, gegenüber 1.725.100 Kč beim iX3 50 xDrive. Die offizielle tschechische Preisliste wird BMW frühestens am Tag der Premiere veröffentlichen.
Die Lieferzeiten werden ein entscheidender Faktor sein. Die Zulassungen des iX3 in Tschechien lagen laut SDA-Daten für März 2026 (24 Stück) achtmal höher als im Januar (1 Stück) – und das vor der Bekanntgabe des Titels Weltauto des Jahres. Sollte sich bei iX4 ein ähnlicher Halo-Effekt zeigen, dürften die ersten Lieferungen der Coupé-Version nach Tschechien in der ersten Jahreshälfte 2027 die Kapazitäten der Händler schnell übersteigen. Die Konkurrenz im Segment verstärkt sich unterdessen: Eine Coupé-Variante bieten das Audi Q6 Sportback e-tron ab 1.851.000 Kč und der Porsche Macan 4 Electric ab 2.078.255 Kč. Das Tesla Model Y, auf dessen Leistung BMW implizit abzielt, startet laut unserer Datenbank bei 1.125.400 Kč und bleibt preislich unter dem iX4 – die Frage wird sein, ob die Neue Klasse mit Innenraumqualität und Reichweite die Kunden überzeugen kann, für das Coupé-Dach 700.000 Kronen mehr zu bezahlen.