Škoda Epiq enthüllt: 441 km Reichweite, 155 kW und Vergleich mit Cupra Raval und VW ID. Polo

Škoda Epiq enthüllt: 441 km Reichweite, 155 kW und Vergleich mit Cupra Raval und VW ID. Polo

Jiří Zelinka, 19. Mai 2026

Škoda hat am Dienstag, dem 19. Mai 2026, um 14 Uhr in Zürich erstmals die Serienversion des kleinsten Elektroautos Škoda Epiq enthüllt. Der Automobilhersteller aus Mladá Boleslav hat die vollständigen technischen Daten veröffentlicht, die tschechischen Preise werden Interessenten jedoch erst später bekannt gegeben – Škoda kommuniziert bislang nur, dass der Epiq ihr günstigstes Elektroauto sein wird und im Konzernportfolio die plattformverwandte Cupra Raval und den VW ID. Polo ergänzen wird.

Drei Leistungsstufen, zwei Batterien, bis zu 441 km Reichweite

Der Epiq ist das erste Serienfahrzeug von Škoda auf der neuen Plattform MEB+ mit Frontantrieb. Statt günstiger LFP-Batterien in den Basisversionen und einer NMC-Batterie in der stärksten Ausstattung setzt Škoda auf zwei Kapazitätsstufen und drei Abstimmungen des Elektromotors APP290. Die Versionen Epiq 35 (85 kW) und Epiq 40 (99 kW) teilen sich eine LFP-Batterie mit einer Nettokapazität von 37,5 kWh und einer Reichweite von 315 km, der Top-Epiq 55 erhält eine NMC-Batterie mit 51,5 kWh und eine WLTP-Reichweite von 441 km. (Quelle: Škoda Storyboard)

Version Leistung Drehmoment Batterie (netto) WLTP-Reichweite DC-Laden 0–100 km/h
Epiq 35 85 kW (116 PS) 267 Nm 37,5 kWh LFP 315 km 50 kW 11,0 s
Epiq 40 99 kW (135 PS) 267 Nm 37,5 kWh LFP 315 km 88 kW (23 min, 10-80 %) 9,8 s
Epiq 55 155 kW (211 PS) 290 Nm 51,5 kWh NMC 441 km 105 kW (24 min, 10-80 %) 7,1 s

Der WLTP-Verbrauch liegt laut Škoda zwischen 13,0 und 13,96 kWh/100 km, das Leergewicht beträgt 1.542 kg (Epiq 35/40) bzw. 1.544 kg (Epiq 55). Alle drei Versionen unterstützen bidirektionales Laden via V2L und V2H, sodass das Elektroauto Haushaltsgeräte versorgen oder Teil einer heimischen Solaranlage werden kann. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei den Basisversionen auf 150 km/h begrenzt, bei der stärksten Version auf 160 km/h.

Modern Solid: erster Škoda-Serienmodell im neuen Design

Der Epiq ist das erste Serienmodell von Škoda, das die Designsprache Modern Solid vollständig übernimmt. Die Tech-Deck Face-Maske wird von neuen T-förmigen LED-Scheinwerfern gerahmt, die die neue Lichtsignatur der Marke bilden und laut Škoda auch bei weiteren kommenden SUV erscheinen werden. Auf Wunsch sind fortschrittliche Matrix LED mit zwölf Segmenten und vier adaptiven Modi (Stadt, Landstraße, Autobahn, Schlechtwetter) erhältlich. Der Luftwiderstandsbeiwert von 0,275 gehört zu den besten im Segment der kompakten Elektroautos.

Armaturenbrett des Škoda Epiq mit 13-Zoll-Display und digitalem Kombiinstrument

Der Innenraum bietet ein 13-Zoll-Touchdisplay mit Android-basierter Benutzeroberfläche (Nutzer können Apps von ihren Smartphones verwenden), ein eigenständiges digitales Kombiinstrument sowie – je nach gewählter Linie (Studio Design Selection, Loft Grey, Loft Mint Design Selection oder Suite Design Selection) – Bezüge aus recyceltem Polyester oder Suedia-Material mit 3D-Muster. Die MyŠkoda-App ermöglicht Fernzugriff auf das Fahrzeug und die Steuerung von Škoda Charger Wallboxen; später wird Škoda auch einen digitalen Schlüssel freischalten, mit dem sich das Auto per Smartphone ver- und entriegeln lässt (die Funktion wird per Software-Update nachträglich aktiviert). Der Kofferraum fasst 475 Liter, nach Umklappen der Rücksitze bis zu 1.345 Liter. Ein Frunk unter der Fronthaube (25 Liter) wird später ins Angebot aufgenommen. Den Passagieren stehen 28,1 Liter Stauräume im Fahrgastraum zur Verfügung, und ein Wendekreis von 10,15 Metern macht den Epiq zu einer wendigen Wahl im Stadtverkehr.

Assistenzsysteme: Travel Assist 3.0 und Kreuzungsradar

Die Sicherheitsausstattung reicht vom adaptiven Tempomat und der Verkehrszeichenerkennung bis hin zur neuen Kreuzungsassistenz, die dank Eckradaren den Fahrer auf herannahende Fahrzeuge, Radfahrer oder E-Scooter-Nutzer hinweist. Serienmäßig an Bord ist das System Travel Assist 3.0 mit vorausschauender Fahrweise. Vom Mutterkonzern übernimmt der Epiq das adaptive Kurvenbremsmanagement sowie die neueste Generation ABS mit Momentenverteilung. Der Epiq ist zudem das erste Elektroauto der Marke, das vollwertiges Ein-Pedal-Fahren im Modus B mit einstellbarer Rekuperationsintensität ermöglicht.

First Edition: Navajo-Orange und 20-Zoll-Räder

Gemeinsam mit der Öffnung des Konfigurators bietet Škoda eine limitierte First Edition an, die ausschließlich auf der stärksten Version Epiq 55 basiert. Sie unterscheidet sich durch Spiegelkappen, Fensterzierleisten und Radnabenabdeckungen in Navajo-Orange, ein schwarz lackiertes Dach, ein First Edition-Emblem und spezielle 20-Zoll-Räder. Im Innenraum kommen orangefarbene Nähte an Lenkrad, Sitzen und Armaturenbrett, orangefarbene Sicherheitsgurte sowie ein dreiarmiges Sportlenkrad hinzu. Komfort- und Tech-Paket gehören zur Serienausstattung. Erste Auslieferungen der First Edition verspricht Škoda für später im Jahr 2026.

Tschechischer Preis fehlt noch, Wettbewerbsvergleich zum 19. Mai 2026

Škoda hat in der heutigen Pressemitteilung keinen tschechischen Preis für den Epiq genannt. Das Management sprach wiederholt von einem angestrebten Einstieg „um die 25.000 Euro“ (rund 620–650 Tausend Kč), und laut tschechischen Medien will Škoda die offizielle Preisliste bereits am Mittwoch, dem 20. Mai 2026, veröffentlichen. Bis dahin müssen Interessenten die technischen Daten mit Wettbewerbern vergleichen, deren offizielle Preise in Tschechien bereits bekannt sind:

Modell Preis in CZ (ab) Leistung (ab) Batterie WLTP-Reichweite Karosserie / Länge
Škoda Epiq 35 erwartet ca. 620.000 Kč 85 kW 37,5 kWh LFP 315 km SUV / 4.171 mm
Cupra Raval ab 719.900 Kč
(Raval ROOKIE 649.900 Kč ab 40. Woche)
85 kW 37 kWh LFP ca. 300 km Schrägheck / 4.057 mm
Volkswagen ID. Polo ab ca. 599.000 Kč (Vorverkauf im August) 85 kW 37 kWh LFP 329 km Schrägheck / 4.053 mm
Renault R5 E-Tech ab 679.000 Kč 90 kW 40 kWh 312 km Schrägheck / 3.922 mm
Hyundai Inster ab 549.990 Kč 71 kW 42 kWh 327 km SUV / 3.825 mm
Citroën ë-C3 ab 580.000 Kč 83 kW 44 kWh LFP 320 km SUV / 4.015 mm
BYD Dolphin Surf ab 499.900 Kč 65 kW 30 kWh LFP ca. 220 km Schrägheck / 3.990 mm
Dacia Spring ab 419.900 Kč 33 kW 26,8 kWh 225 km SUV / 3.701 mm

Cupra Raval und VW ID. Polo: Konzerngeschwister

Der Epiq teilt Plattform MEB+, Motor und Batterien mit der Cupra Raval und dem VW ID. Polo. Alle drei Fahrzeuge entstehen im SEAT-Werk in Martorell bei Barcelona, die Batterien für das gesamte Trio laufen auf einer gemeinsamen Fertigungslinie in Halle 20 vom Band. Der entscheidende Unterschied liegt in der Karosserie: Raval und ID. Polo sind Schräghecker um die 4,05 Meter, während der Epiq ein Crossover-SUV mit 4,17 Metern Länge und einem 475-Liter-Kofferraum ist, der gegenüber den Schrägheckern rund 100 Liter mehr bietet.

Cupra hat Mitte Mai 2026 die offizielle tschechische Preisliste veröffentlicht: das Basismodell mit 85-kW-Motor und 37-kWh-Batterie kostet 719.900 Kč, die Aktionsvariante Raval ROOKIE ist ab der 40. Kalenderwoche für 649.900 Kč erhältlich. Volkswagen kommuniziert beim ID. Polo bislang nur, dass der Vorverkauf in Tschechien im August 2026 startet und der Einstiegspreis bei rund 599.000 Kč liegt. Wenn Škoda die angekündigten 25.000 Euro trifft, könnte der Epiq 35 preislich wettbewerbsfähig mit dem ID. Polo und fünfzig bis hunderttausend Kronen günstiger als die Cupra Raval sein – im Gegenzug für weniger Leistung und identische LFP-Batterien.

Renault 5: französischer Rivale auf eigenständiger Plattform

Außerhalb des Volkswagen-Konzerns ist der ernsthafteste europäische Konkurrent der Renault R5 E-Tech, der auf der eigens entwickelten Plattform AmpR Small aufbaut. Der Basis-R5 mit 90-kW-Motor, 40-kWh-Batterie und 312 km Reichweite startet in Tschechien bei 679.000 Kč, die stärkere Version mit 52-kWh-Batterie, 110 kW und 410 km Reichweite kostet 753.000 Kč. Der Renault ist 25 cm kürzer als der Epiq und hat einen kleineren Kofferraum, punktet aber mit Retro-Design, fünf Euro-NCAP-Sternen und einem breiten Personalisierungsangebot.

Asiatische Konkurrenz: Hyundai Inster, BYD Dolphin Surf und Dacia Spring

Unter der 600.000-Kronen-Grenze kämpfen gleich drei asiatische Alternativen um dieselben Kunden. Der Hyundai Inster bietet eine 42-kWh-Batterie und 327 km Reichweite ab 549.990 Kč, ist aber 35 cm kürzer als der Epiq. Der BYD Dolphin Surf startet bei 499.900 Kč, erkauft sich den günstigeren Preis aber mit nur 220 km Reichweite. Die Dacia Spring bleibt das Preisminimum des Marktes (419.900 Kč), liegt aber in Leistung und Abmessungen eine Klasse darunter. Der Citroën ë-C3 von Stellantis bietet 320 km Reichweite aus einer 44-kWh-Batterie für 580.000 Kč und ist von der Konkurrenz maßlich dem Epiq am nächsten.

Was der Epiq für den tschechischen Markt verändert

Der Kofferraum des Škoda Epiq fasst 475 Liter

Škoda ist seit Jahren die meistverkaufte Marke in Tschechien mit einem Marktanteil von über 30 % der Neuzulassungen. Der 2024 eingeführte Elroq hat der Marke bereits geholfen, Elektroautos einer breiteren Käuferschicht näherzubringen, und überholte im April 2026 in Europa den Karoq mit Verbrennungsmotor. Der Epiq als kompakteres Modell schließt die Lücke zwischen dem Elroq und dem kleinen Fabia und kommt mit dem angestrebten Preis von rund 620.000 Kč in die Reichweite von Käufern, für die Škoda-Elektroautos bislang unerschwinglich waren.

Werksgarantie, das Škoda-Servicenetz (mehr als 90 Händler in Tschechien) und ein höherer Restwert sind weitere Argumente, die gegenüber günstigeren asiatischen Rivalen den Ausschlag geben können. Offen bleibt, wie schnell Škoda den Konfigurator öffnet und ob es gelingt, das kommunizierte Preisniveau einzuhalten – die tschechische Preisliste dürfte voraussichtlich bis Ende Juni 2026 folgen (Quelle: Pressemappe Škoda Auto).

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