BMW iX3 Test 2026: Neue Klasse schreibt die Regeln neu, 800 km Reichweite und 400 kW Ladeleistung

Jiří Zelinka, 6. Mai 2026

Der BMW iX3 der Generation Neue Klasse ist ein anderes Auto als sein Vorgänger. Kein X3 mit unter den Boden gepresster Batterie, sondern eine komplett neue Architektur, an der München fünf Jahre gefeilt und in die man über zehn Milliarden Euro investiert hat. Nach einer Woche des Durchforstens von dreizehn ausländischen Testberichten, zweiundzwanzig Minuten Videomaterial von der internationalen Pressepräsentation in Spanien, Daten zu 50 000 europäischen Bestellungen und einer ersten Welle von Rückmeldungen echter Besitzer steht ein eindeutiges Urteil fest: Der iX3 50 xDrive ist das ausgereifteste Elektroauto, das BMW je verlassen hat. Und mit 72.300 € in der tschechischen Preislistenversion hat er den klaren Anspruch, sich mit dem Audi Q6 e-tron und dem Mercedes EQE SUV zu messen. Bewertung: 84/100.

BMW iX3 unter der Lupe: Neue Klasse als Marken-Reset

Als BMW 1961 die Neue Klasse vorstellte, rettete die Limousine 1500 das Unternehmen vor einer Übernahme durch Mercedes. Sechsundsechzig Jahre später greift München wieder zum gleichen Namen, diesmal jedoch nicht wegen einer Krise, sondern als strategischen Reset für die Elektro-Ära. Der iX3 der Generation NA5 ist das erste Serienfahrzeug auf der neuen Plattform, die BMW in den kommenden drei Jahren schrittweise über die gesamte Modellpalette ausweiten wird. Es handelt sich nicht um ein Facelift, sondern um einen komplett neuen Fahrzeugaufbau samt 800V-Architektur, zylindrischen Akkuzellen der sechsten Generation, zwei Synchronmotoren und einem zentralen Rechner, den BMW selbst Heart of Joy nennt.

Das Fahrzeug misst 4 782 mm in der Länge, 1 895 mm in der Breite und 1 635 mm in der Höhe, der Radstand beträgt 2 897 mm. Die Karosserie ist drei Zentimeter länger als der Verbrenner-X3, bietet aber dank des fehlenden Motors vorne 58 Liter Frunk-Volumen und 520 Liter Hauptkofferraum, der sich bei umgeklappten Sitzen auf 1 750 Liter vergrößert. Das Eigengewicht von 2 360 kg ist für ein elektrisches Mittelklasse-SUV mit einer Batterie von über hundert Kilowattstunden überraschend niedrig, die Gewichtsverteilung von 49:51 zugunsten der Hinterachse spüren Sie schon in der ersten schärferen Kurve.

Am Steuer: der Hecktriebler, der sich wie ein BMW anfühlt

Nach drei Kilometern im iX3 50 xDrive vergessen Sie, dass Sie in einem Elektroauto aus dem deutschen Werk im ungarischen Debrecen sitzen. Das Gaspedal reagiert mit jener linearen Direktheit, die Sie von BMW noch aus Zeiten der Reihensechszylinder kennen, das Bremspedal mischt Rekuperation und mechanische Bremsen geschmeidig ohne das geringste Ruckeln. Der Heckmotor mit 240 kW ist deutlich stärker als die vordere 123kW-Einheit, sodass das Auto beim Herausbeschleunigen aus einer nassen Kurve nicht nach Traktion sucht, sondern die Rotation um die Hochachse regelt. Die Stabilisierungskontrolle im Sportmodus lässt das Heck kurz ausbrechen, bei komplett abgeschalteter ESP ist auf abgesperrtem Gelände sogar ein Drift möglich – eine Disziplin, die BMW bei einem 2,3-Tonnen-Elektro-SUV besser beherrscht als jeder andere im Segment.

BMW iX3 40 sDrive in Fahrt auf einer tschechischen Landstraße
Foto: BMW

Der zentrale Rechner Heart of Joy verarbeitet in Echtzeit Daten von Hunderten Sensoren und steuert Brems- und Antriebssystem mit einer Reaktionszeit unter einer Millisekunde. In der Praxis bedeutet das: Das Auto bremst nicht, solange es nicht muss, und wenn es muss, bremst es genau so viel wie nötig. Vicky Parrott beschreibt im Wintertest für Electrifying.com die Rekuperation als "fließende Bewegung statt ruckartigem Zerren", und Andrei Nedelea, der eine Woche im iX3 für BMWBlog verbrachte, hebt die Funktion limo stop als absolut geschmeidiges Ein-Pedal-Bremsen ohne abschließendes Nicken der Karosserie hervor.

Die Kehrseite der Medaille ist die Federungshärte. Der iX3 kommt ohne adaptive Dämpfer auf den Markt, was auf den perfekten spanischen Straßen nicht stört, auf dem holprigen Beton südböhmischer Umgehungsstraßen aber deutlich zu spüren ist. Die passiven Hydraulikdämpfer filtern große Querunebenheiten gut heraus, kurze Stöße von Kanaldeckeln und Fugen übertragen sie jedoch mit voller Wucht in die Kabine. Adaptive Dämpfer will BMW im Laufe des Jahres 2026 ins Programm aufnehmen, bis dahin ist der iX3 im Fahrverhalten deutlich straffer als etwa der Audi Q6 e-tron in der Basisversion. Wer 22-Zoll-Räder plant, sollte vorher eine Landstraße hinter Pilsen ausprobieren.

Motor, Batterie und realer Verbrauch

Das Topmodell 50 xDrive nutzt zwei Synchronmotoren (vorne 123 kW / 255 Nm, hinten 240 kW / 435 Nm) mit einer Systemleistung von 469 PS und einem Drehmoment von 645 Nm. Der Akku hat eine Bruttokapazität von 113,4 kWh, nutzbar 108,7 kWh, die tatsächliche Spannung von 800 Volt (genauer 698,9 V) reiht den iX3 unter die modernsten Elektroautos dieser Preisklasse ein. Beim Laden schafft er eine Spitzenleistung von 400 kW an unterstützten Alpitronic-Stationen, das Laden von 10 auf 80 Prozent dauert unter 21 Minuten.

Version40 sDrive50 xDrive
AntriebRWD4×4
Leistung235 kW (320 PS)345 kW (469 PS)
Drehmoment500 Nm645 Nm
0–100 km/h5,9 s4,9 s
Höchstgeschwindigkeit200 km/h210 km/h
Batterie (nutzbar)82,6 kWh108,7 kWh
Reichweite WLTP637 km720–805 km
Spitzen-DC-Ladeleistung300 kW400 kW
Preis ab63.800 €72.300 €

Der reale Verbrauch ist der Bereich, in dem die Neue Klasse glänzt. Der norwegische YouTuber Bjørn Nyland maß bei Messungen auf der Testschleife bei 90 km/h 150 Wh/km, was aus der Batterie eine extrapolierte Reichweite von 724 Kilometern herausholt; bei Autobahntempo von 120 km/h steigt der Verbrauch auf 212 Wh/km und die Reichweite sinkt auf 511 km. Diese Werte sind im Segment erstklassig, laut Bjørn schlägt der iX3 in der Effizienz sogar den Mercedes EQS SUV, der bislang den Titel des sparsamsten großen Elektro-SUV hielt. ArenaEV bestätigte im Wintertest bei 11 °C mit 20-Zoll-Rädern 12,1 kWh/100 km bei 60 km/h und 23,7 kWh/100 km bei 130 km/h.

Innenraum und Alltagstauglichkeit

Die Kabine ist das Mutigste, was BMW in den letzten Jahren gebaut hat, und gleichzeitig das Schwierigste zu bewerten. Sie wird von zwei Displays dominiert: einem 17,9-Zoll-Touchscreen in Form einer abgeschrägten SIM-Karte in der Mitte und vor allem der Panoramic Vision, einer kontextuellen Projektion am unteren Rand der Windschutzscheibe, die die Fläche von Säule zu Säule ausfüllt. Alle wichtigen Informationen erscheinen direkt im Blickfeld des Fahrers, was nach einer Stunde Gewöhnung brillant funktioniert, am ersten Tag am Steuer aber etwas überfordert. Rechnen Sie noch das 3D-Head-up-Display dazu, und Sie verstehen, warum BMW für den iX3 eine komplett neue Generation des Betriebssystems iDrive entwickelt hat.

Innenraum des BMW iX3 mit braunem Leder, Panoramic Vision und zentralem 17,9-Display
Foto: BMW

BMW hat sich dabei erlaubt, physische Tasten dort zu belassen, wo der Fahrer sie braucht. Scheibenwischer, Scheibenheizung, Blinker, Feststellbremse, Wählhebel des Getriebes und Lautstärkeregler blieben ertastbar – anders als bei manchen Konkurrenten aus Wolfsburg oder Stuttgart müssen Sie beim Einstellen der Belüftung nicht ins Menü starren. Das neue Lenkrad mit vertikalen Speichen sieht ungewöhnlich aus, und der erste Kontakt wirft die Frage warum auf, doch nach einer halben Stunde Fahrt merken Sie, dass es ergonomisch besser funktioniert als klassische Dreispeichenlenkräder mit abgeflachter Unterseite. Die M-Sport-Pro-Sitze erhielten sowohl in Tests als auch bei Besitzern einhelliges Lob für Seitenhalt und Komfort auf langen Strecken.

Die Materialien sind in der Grundausstattung recycelte Textilien mit hinterleuchteter Struktur und weichem Kunststoff an den wichtigsten Berührungspunkten. Die höhere Ausstattung M Sport Pro fügt Lederpolsterung und kontrastierende Ziernähte hinzu. Die Rückbank bietet dank fehlendem Mitteltunnel (die rein elektrische Plattform bedeutet einen ebenen Boden) reichlich Beinfreiheit, die Rückenlehne lässt sich im Verhältnis 40/20/40 umklappen, und der mittlere Teil dient als Skidurchreiche. Andrei Nedelea erwähnte im Wochentest, dass einige Besitzer den kleinen Stauraum unter der mittleren Armlehne und die fehlende Sonnenbrillenhalterung kritisieren – seltsame Auslassungen bei einem Auto für 1,7 Millionen Kronen.

Technologie und Konnektivität

Das neue BMW Panoramic iDrive basiert auf dem BMW Operating System X und kommuniziert gleichzeitig mit drei Bildschirmen und dem Sprachassistenten. Apple CarPlay und Android Auto funktionieren drahtlos und in der vollen Breite der Panoramic Vision, die Navigation mit eigener Ladestationsintegration kann die Route inklusive Ladestopps berechnen und wird in Besitzertests wiederholt für die Genauigkeit der Reichweitenschätzung selbst in Grenzsituationen gelobt.

Die Assistenzausstattung ist gegenüber der Generation G08 eine Stufe höher. Der Highway Assistant erlaubt freihändiges Fahren auf der Autobahn auch bei höheren Geschwindigkeiten, den automatischen Spurwechsel bestätigt der Fahrer per Blick in den Spiegel (eine Kamera im Rückspiegel verfolgt die Augenbewegung), und neu ist die Möglichkeit, manuell zu bremsen, ohne den adaptiven Tempomat auszuschalten. Auto Motor und Sport bezeichnete das System im Test als "Assistenten, die nicht nerven", was in einer Zeit, in der sich viele Hersteller eher auf lästige akustische und visuelle Warnungen konzentrieren, ein seltenes Lob ist. Die Funktion Active Seal kann während der Fahrt kleine Reifendurchstiche abdichten und eine Weiterfahrt von bis zu 200 km bei 80 km/h ermöglichen, weshalb BMW beim iX3 auf Reserverad und Reifenreparaturset verzichtet.

BMW Panoramic Vision – Displayband über die gesamte Breite der Windschutzscheibe des iX3
Foto: BMW

BMW gibt an, dass der iX3 künftig bidirektionales Laden unterstützen wird, was ihn im tschechischen Angebot zu einem der flexibelsten Elektroautos für einen Photovoltaik-Haushalt macht. Die Wärmepumpe ist im Preis inbegriffen, ebenso die induktive Handy-Ladestation in der Mittelkonsole; das Einzige, was wirklich fehlt, sind klassische Türgriffe. Die versenkten Griffe klappen sich per Berührung oder Druck aus, im Winter könnten sie bei Schneeeis Probleme bereiten, worauf mehrere Besitzer in Foren bereits vorab hinweisen.

Sicherheit

Euro NCAP hat den iX3 der Generation NA5 bisher nicht getestet, BMW prognostiziert jedoch das volle Fünf-Sterne-Ergebnis, und das Unternehmen selbst veröffentlichte interne Crashvideos mit voll aktiven Airbags einschließlich Seiten- und Knieairbags. Die Karosserie kombiniert Aluminium- und hochfeste Stahlelemente mit erhöhter Steifigkeit rund um die Batterie, die von einer Knautschzone auf allen vier Seiten umgeben ist. Von den aktiven Systemen gehört serienmäßig der Driving Assistant Plus mit autonomer Bremsung, Radfahrer- und Fußgängererkennung, Totwinkelwarner, Spurhalteassistent und hinterem Einparkradar dazu.

Die Version M Sport ergänzt den Driving Assistant Professional mit Highway Assistant, automatischem Spurwechsel und 3D-HUD. Konkrete Rückrufaktionen sind bei der neuen Generation bisher nicht aufgetaucht, es muss aber darauf hingewiesen werden, dass manche Suchergebnisse auf Rückrufe des älteren G08 (2021 bis 2024) verweisen, der ein völlig anderes Auto ist. Für den NA5 wird die erste Welle an Langzeitdaten frühestens Mitte 2027 vorliegen.

Zuverlässigkeit und Servicekosten

Für eine Zuverlässigkeitsbewertung ist der iX3 Neue Klasse noch zu neu. Die ersten Exemplare wurden Ende Januar 2026 im BMW Welt an Kunden übergeben, die erste Variante des iX3 50 xDrive läuft seit Herbst 2025 in Debrecen vom Band, sodass die ältesten Besitzer rund zweitausend Kilometer auf dem Tacho haben. Der niederländische Verbraucherindex Consumentenbond weist für den älteren G08 eine Bewertung von 9,2 von 10 aus (Modelljahre 2020 bis heute), was im Segment der Elektroautos ein sehr guter Wert ist, sich aber nur begrenzt auf die neue Plattform übertragen lässt.

Die Serviceintervalle sind zustandsabhängig (alle 30 tisíc km oder zwei Jahre) - im Rahmen der Inspektion werden Bremsflüssigkeit, Innenraumfilter und Kühlmittel des Batteriekreislaufs geprüft; das eDrive-Getriebe ist bei BMW auf die Lebensdauer des Fahrzeugs ausgelegt, klassisches Motoröl entfällt beim Elektroauto. Die Bremsen können dank Rekuperation 80 bis 100 tisíc Kilometer halten. Die Herstellergarantie deckt das Fahrzeug zwei Jahre ohne Kilometerbegrenzung ab, auf Batterie und Antriebsstrang gewährt BMW acht Jahre oder 160 tisíc Kilometer mit Garantie einer Kapazität über 70 Prozent. Der tschechische Händler fügt automatisch das pauschale Service Inclusive für die ersten drei Jahre hinzu, was bei Konkurrenten von Audi oder Mercedes meist ein Aufpreis ist.

Was echte Besitzer sagen

Der iX3 NA5 ist für die Öffentlichkeit noch so frisch, dass umfassende Besitzerdaten derzeit nicht zu erwarten sind. Wir haben deshalb das vollständigste Bild aus dem Forum Bimmerpost (über 365 Beiträge und 61 tisíc Aufrufe im Hauptstrang), dem deutschen motor-talk Owners Club und mehreren individuellen Langzeittests zusammengetragen. Die Stichprobe ist klein (zehn bis fünfzehn identifizierbare Besitzer aus Deutschland, der Schweiz, Großbritannien, Belgien, Schweden und Irland), doch konkrete wiederkehrende Muster zeichnen sich bereits ab.

Was Besitzer loben

  • Komfort auf langen Strecken. Nutzer OHV_44 aus Deutschland schrieb nach den ersten fünfhundert Kilometern, er sei "so entspannt lange nicht gefahren". Die M-Sport-Pro-Sitze erhalten quer durch Bimmerpost Lob für Seitenhalt und Komfort über den ganzen Tag.
  • Realer Verbrauch. Mehrere Besitzer aus dem motor-talk stimmen bei 17 bis 21 kWh/100 km im kombinierten Betrieb überein, ein Nutzer dokumentierte 20,5 kWh/100 km sogar mit 22palcovými Rädern bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 88 km/h. Das Auto unterbietet in der Praxis die WLTP-Norm, was im Segment eine Seltenheit ist.
  • Genauigkeit von Navigation und Reichweitenschätzung. Der Schweizer Besitzer tjsf2011 bestätigt wiederholt, dass das System die verbleibenden Kilometer mit einer Abweichung unter fünf Prozent auch in Grenzsituationen berechnet.
  • DC-Laden in der Praxis. Derselbe OHV_44 dokumentierte ein Laden von 30 auf 82 Prozent in 22 Minuten und 53 Sekunden mit einer Spitze von 250 kW an einer gewöhnlichen Station (400 kW erfordern die spezifische Alpitronic-Infrastruktur).

Was Besitzern zu schaffen macht

  • Federungshärte ohne adaptive Dämpfer. Der britische Besitzer robfen mit 20-Zoll-Rädern in der M-Sport-Ausstattung (nicht Pro) erwägt wegen der zu harten Fahrt einen Radwechsel. Das Gleiche berichten Andrei Nedelea im Wochentest und Vicky Parrott im Wintertest für Electrifying.
  • Induktive Handy-Ladestation überhitzt. Der belgische Besitzer catalyst86 gibt an, dass die Kühlung der kabellosen Ladeschale nicht funktioniert und sich das Telefon darin stark erhitzt. Vermutlich eine Softwareangelegenheit, an deren Lösung BMW erst arbeitet.
  • Head-up-Display im Bereich der Geschwindigkeitsschilder. Mehrere Nutzer (xins01, OHV_44) berichten, dass die rechte Seite des HUD unscharf ist, besonders bei der Anzeige von Verkehrsschildern. OHV_44 half sich mit einer Fernbrille, doch es handelt sich um einen systematischen Ergonomiefehler, nicht um eine Einzelerscheinung.
  • Kleiner Stauraum unter der Armlehne. Das Fach unter der Mittelkonsole ebenso wie das Ablagefach unter der Armlehne sind bei einem Auto dieser Größe ungewöhnlich klein, außerdem fehlt eine Sonnenbrillenhalterung.
  • Der Highway Assistant aktiviert sich in der Schweiz erst nach einem Händler-Update. Die dortige Regulierung des autonomen Fahrens verlangt einen physischen Werkstatteingriff statt OTA, was zwei bis drei Monate Wartezeit nach der Lieferung bedeutet. Für Tschechien gilt bislang keine vergleichbare Einschränkung.

Bestellungen und Wartezeit: 50 000 in sechs Monaten

Von September 2025 bis März 2026 nahm BMW 50 tisíc europäische Bestellungen für den iX3 entgegen, praktisch alle noch bevor die Kunden das Auto bei einer Probefahrt gesehen hatten. Auf der Jahrespressekonferenz am 14. März 2026 gab BMW-Vorstandsvorsitzender Oliver Zipse bekannt, dass die Bestellungen 50 tisíc überschritten hätten, und BMW fügte gleichzeitig eine zweite Produktionsschicht in Debrecen hinzu. Britische Besteller warten standardmäßig sechs bis neun Monate (zum Beispiel bestellte BMPHIL Mitte Februar 2026 mit Lieferung zum 30. November), der amerikanische Markt erhält die ersten Exemplare im Sommer 2026. Die Jahresproduktion des iX3 für den europäischen Markt ist im Grunde bis Ende 2026 ausverkauft.

BMW iX3 in Tschechien: Preise, Verkäufe und Konkurrenz

BMW iX3 50 xDrive und 40 sDrive von hinten, offizielles tschechisches Pressefoto
Foto: BMW

Im Segment der Premium-Elektro-Mittelklasse-SUV misst sich der iX3 vor allem mit dem Audi Q6 e-tron, dem Mercedes EQE SUV, dem Porsche Macan Electric und dem etwas niedriger positionierten Tesla Model Y Long Range. Eine Tabelle vergleicht Preis- und Parametergrundlagen:

BMW iX3 50 xDriveAudi Q6 e-tronMercedes EQE SUVTesla Model Y
Preis ab72.300 €68.200 €84.600 €46.500 €
Antrieb4×4 (469 PS)4×4 (387 PS)4×4 (292 PS)4×4 (456 PS)
Batterie nutzb.108,7 kWh94,9 kWh89 kWh78 kWh
Reichweite WLTP805 km625 km590 km586 km
0–100 km/h4,9 s5,9 s6,6 s4,8 s
Spitzen-DC400 kW270 kW170 kW250 kW
Kofferraum520 l526 l520 l854 l

Der ausführliche Vergleich aller vier Modelle in unserem Vergleichstool zeigt, dass der iX3 in der Reichweite eindeutig führt (180 km über dem Q6 e-tron), ebenso bei der Ladegeschwindigkeit (400 kW sind ein Segmentrekord) und im Verhältnis von Leistung zu Preis. Der Tesla Model Y bleibt eindeutig der günstigste, verliert aber bei der Innenraumqualität, dem Premium-Gefühl und der Vielfalt der deutschen Rivalen. Der Porsche Macan Electric mit 2,1 Millionen Kronen für die Basisversion zielt in eine andere Preisliga, ist dynamisch aber vermutlich besser. Der Mercedes EQE SUV ist der teuerste und am wenigsten dynamische.

Für wen ist der BMW iX3?

Wenn Sie ein Premium-Elektroauto suchen, das ohne Zwischenstopp von Brünn nach Berlin fährt und in München binnen zwanzig Minuten wieder auf achtzig Prozent lädt, ist der iX3 50 xDrive im Segment eindeutig die technisch ausgereifteste Wahl. Eine Reichweite von 800 km WLTP, 400kW-Laden, 800V-Architektur, zwei Motoren mit echter Drehmomentverteilung und das neue Infotainment machen ihn zum insgesamt bestausgestatteten Elektroauto seiner Preisklasse. Wenn Sie ein Familienbudget kalkulieren, bietet der 40 sDrive für 1,54 Millionen dieselbe Plattform und Kabine, nur mit kleinerer Batterie und einem Motor, was für den täglichen Betrieb abseits der Autobahn mit Reserve ausreicht.

Wenn Ihnen der Fahrkomfort besonders wichtig ist und Sie oft auf tschechischen Landstraßen unterwegs sind, warten Sie besser bis zur zweiten Jahreshälfte 2026, bis BMW die adaptiven Dämpfer nachliefert. Die Härte des passiven Fahrwerks ist derzeit der einzige konkrete Kritikpunkt, den wir quer durch ausländische Tests und Besitzerforen wiederholt hören. Und wenn es Ihnen vor allem um den Preis geht, bieten der Tesla Model Y oder der Škoda Elroq eine vergleichbare Reichweite für deutlich weniger Geld – nur ohne das Premium-Gefühl, ohne 800V-Architektur und ohne zwei Motoren mit 469 PS.

Vorteile

  • Reale Reichweite über 500 km und WLTP 805 km über der Konkurrenz
  • Spitzen-DC-Laden bis zu 400 kW an geeigneter Infrastruktur
  • 800V-Architektur mit Batterievorheizung von 13 kW im Winter
  • Ausgezeichnet ausbalanciertes Fahrwerk mit RWD-Bias, BMW-Fahr-DNA erhalten
  • Das neue Infotainment Panoramic Vision ist ergonomisch durchdacht
  • Reichhaltige Serienausstattung sowie Service Inclusive für 3 Jahre inklusive
  • World Car of the Year 2026 und World EV 2026 (Doppeltitel)

Nachteile

  • Straffes passives Fahrwerk ohne adaptive Dämpfer (bislang)
  • Hoher Einstiegspreis mit schnell steigenden Aufpreisen
  • Polarisierendes Exterieurdesign und ungewöhnliches Lenkrad
  • Induktive Handy-Ladestation überhitzt (Kühlung funktioniert nicht)
  • Die rechte Seite des HUD ist bei manchen Exemplaren unscharf
  • Kleine Ablagen in der Kabine, Brillenhalterung fehlt
  • Lange Wartezeiten (6 bis 9 Monate), Europa bis 2026 ausverkauft
84%
BEWERTUNG

Stärken

  • Reale Reichweite von über 500 km und WLTP-Wert von 805 km über der Konkurrenz
  • Spitzen-DC-Laden mit bis zu 400 kW an geeigneter Infrastruktur
  • 800-V-Architektur mit 13-kW-Batterievorheizung im Winter
  • Hervorragend ausbalanciertes Fahrwerk mit Heckantriebs-Tendenz, die BMW-Fahr-DNA bleibt erhalten
  • Das neue Infotainment Panoramic Vision ist ergonomisch durchdacht
  • Reichhaltige Serienausstattung sowie Service Inclusive für 3 Jahre im Preis inbegriffen
  • World Car of the Year 2026 und World EV 2026

Schwächen

  • Straffe passive Federung ohne adaptive Dämpfer
  • Hoher Einstiegspreis mit schnell steigenden Aufpreisen
  • Polarisierendes Exterieurdesign und ein unkonventionelles Lenkrad
  • Die induktive Handyladung überhitzt
  • Die rechte Seite des Head-up-Displays ist bei manchen Exemplaren unscharf
  • Kleine Ablagen in der Kabine, es fehlt ein Brillenfach
  • Lange Lieferzeiten (6 bis 9 Monate)

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