Das Design basiert auf dem neuen Duster, doch der Bigster fügt robustere Proportionen und einen selbstbewussteren Auftritt hinzu. Die Frontpartie mit der charakteristischen Y-förmigen Beleuchtung sowie die Kunststoffschutzleisten entlang der gesamten Karosserie signalisieren, dass dieses Auto sich vor Schotterwegen nicht scheut. Mit einer Bodenfreiheit von 219–220 mm liegt er höher als die meisten Konkurrenten.

Der Bigster ist der bestfahrende Dacia in der Geschichte der Marke. Das Fahrwerk ist auf Komfort abgestimmt — Unebenheiten auf tschechischen Landstraßen meistert er besser, als es der Preis vermuten lässt. Die Federung schluckt Schlaglöcher mit überzeugender Souveränität und wirkt auch auf grobem Asphalt nicht unsicher.
Die Lenkung ist leicht und präzise, auch wenn die Rückmeldung im Lenkrad ausgeprägter sein könnte. Auf kurvigen Landstraßen reagiert das Auto vorhersehbar, ohne unangenehme Überraschungen. Auf der Autobahn zeigt sich bei höheren Geschwindigkeiten jedoch die größte Schwäche — erhöhte Reifen- und Windgeräusche im Bereich der Außenspiegel. Das ist vor allem oberhalb von 120 km/h zu hören und kann auf längeren Strecken ermüdend wirken.
Im Test von Auto Motor und Sport bewies der Bigster in der Basisausstattung, dass er auch ohne Premium-Ausstattung solide Fahreigenschaften bietet. Das polnische Autokult lobte wiederum die 4×4-Version für ihre Geländefähigkeiten, die für diesen Preis außergewöhnlich sind.
Der reale Verbrauch des Hybrids? Im Durchschnitt 4,9 bis 6,5 l/100 km, je nach Fahrstil. In der Stadt fährt er bis zu 80 % der Zeit elektrisch. Ein zweimonatiger Langzeittest über 4 569 km mit Anhänger ergab einen Durchschnitt von 7,8 l/100 km — eine beeindruckende Zahl für ein Auto, das quer durch Europa einen Anhänger gezogen hat.
Das Automatikgetriebe der Hybridversion arbeitet geschmeidig, kann jedoch gelegentlich mit einem leichten Ruckeln beim Schalten überraschen — der Preis für eine einfache, aber effiziente Konstruktion. Die 4×4-Version mit der Kombination aus LPG, Mildhybrid und elektrischem Heckmotor ist technisch einzigartig: Es handelt sich um den einzigen Allradantrieb von Dacia und das einzige Serienfahrzeug, das LPG mit elektrischem Antrieb der Hinterachse kombiniert.

Es gibt viel Hartplastik — das ist eben Dacia. Doch es hat einen Vorteil: Es ist robust und leicht zu reinigen. Für Familien mit Kindern oder Hundebesitzer ist das eine praktischere Lösung als weiche Materialien, die nach einem Jahr verkratzt sind. Der Bigster bietet zudem das YouClip-System — modulare Haken und Halterungen, die im gesamten Innenraum verteilt sind.
Der Kofferraum ist eines der stärksten Kaufargumente. In der Grundkonfiguration fasst er 546 Liter (Hybrid) bis 609 Liter (Mildhybrid), bei umgeklappten Sitzen über 1 800 Liter. Die Rücksitze sind im Verhältnis 40:20:40 teilbar, sodass lange Gegenstände durch die Mitte passen. Die elektrische Heckklappe ist eine Premiere bei Dacia — und etwas, wofür andere Marken saftige Aufpreise verlangen.
Weniger angenehm überrascht: Der Innenraum ist für seine Länge relativ schmal. Hinten sitzen zwei Erwachsene bequem, aber drei Kindersitze nebeneinander passen nicht. Die Beinfreiheit im Fond ist großzügig, doch die Breite der Kabine entspricht eher einem niedrigeren Segment. Auch die Kopfstützen der Vordersitze sind hart und eignen sich auf längeren Fahrten nicht für jeden.
Das Infotainmentsystem mit 10,1-Zoll-Display reagiert flott und ohne Verzögerungen. Apple CarPlay und Android Auto funktionieren kabellos, kabelloses Laden des Telefons ist ebenfalls verfügbar. Dacia hat physische Tasten für die Klimaanlage beibehalten — anders als bei vielen modernen Autos, bei denen sich alles in Touch-Menüs versteckt. Das ist in der Praxis ein enormer Vorteil, besonders während der Fahrt.
Das digitale Kombiinstrument erfüllt seinen Zweck, auch wenn die Grafik nicht so ausgefeilt wirkt wie bei der Konkurrenz. Eine interessante Neuerung sind die My-Safety-Tasten, mit denen sich einzelne Assistenzsysteme schnell ein- oder ausschalten lassen, ohne durch Menüs navigieren zu müssen.
Euro NCAP vergab dem Bigster im Jahr 2024 nur 3 von 5 Sternen. Der Schutz erwachsener Insassen erreichte 69 %, der Kinderschutz 85 %, der Fußgängerschutz 60 % und die Sicherheitsassistenten nur 57 %. Gerade das niedrige Ergebnis bei den Assistenzsystemen zieht die Gesamtwertung nach unten — dem Bigster fehlen einige fortschrittliche Systeme, die die Konkurrenz in dieser Preisklasse bietet.
Das ist ein Kompromiss, den Dacia bewusst eingeht: Ein niedrigerer Preis bedeutet eine einfachere Ausstattung bei den Sicherheitsassistenten. Die Grundsysteme (ABS, ESP, Frontairbags, Seitenairbags) sind selbstverständlich vorhanden, aber ein adaptiver Tempomat oder ein fortschrittlicher Spurhalteassistent fehlen im Angebot.
Für eine Zuverlässigkeitsbewertung ist der Bigster bislang zu neu — die ersten Fahrzeuge kamen erst Mitte 2025 zu den Kunden. Der nächstliegende Referenzpunkt ist der Dacia Duster, mit dem sich der Bigster die Plattform CMF-B und den Großteil der Technik teilt.
Die niederländische Verbraucherorganisation Consumentenbond bewertet die Marke Dacia insgesamt mit 7,6 von 10 Punkten, bei einer überdurchschnittlichen Besitzerzufriedenheit (7,9). Die vorherige Duster-Generation (2017–2024) erreichte hervorragende 8,3 Punkte bei der Zuverlässigkeit. Daten des deutschen TÜV-Reports zeigen jedoch, dass der Duster nach dem fünften Jahr eine überdurchschnittliche Ausfallrate bei Scheinwerfern und Lenkung aufweist — ein Bereich, den es sich lohnt, auch beim Bigster im Auge zu behalten.
In Tschechien wird der Bigster erst seit Sommer 2025 verkauft — die ersten größeren Lieferungen begannen im Juli. In der zweiten Jahreshälfte 2025 entschieden sich über 2 200 Kunden dafür, wobei im Dezember mit 423 Zulassungen ein monatlicher Rekord aufgestellt wurde. Im Segment der kompakten SUVs belegte der Bigster damit Platz 7, obwohl er nur ein halbes Jahr verfügbar war. Hält er das Tempo von rund 350 Einheiten pro Monat, könnte er im Jahr über 4 000 Verkäufe erzielen und sich auf Platz 3–4 des Segments einreihen.
Interessant ist das Verhältnis zwischen privaten und gewerblichen Zulassungen: 56 % entfallen auf Privatbesitzer und 44 % auf Firmenfahrzeuge. Für Dacia, das traditionell vor allem private Kunden anspricht, ist das eine ungewöhnlich starke Präsenz in Flotten — vermutlich dank des niedrigen Anschaffungspreises und der günstigen Betriebskosten. Die Duster-Verkäufe sind unterdessen im Jahresvergleich um 46 % gesunken, von 5 246 auf 2 847 Stück — der Bigster zieht offenbar einen Teil der Kunden von seinem kleineren Geschwistermodell ab.

Detaillierter Vergleich von Bigster, Tucson, Sportage und Karoq in unserem Vergleichstool
Wenn Sie ein möglichst großes Auto für möglichst wenig Geld suchen — und nicht auf Premiummaterialien bestehen — ist der Bigster genau richtig für Sie. Familien mit ein oder zwei Kindern werden den riesigen Kofferraum, den niedrigen Verbrauch und den robusten Innenraum zu schätzen wissen, der sowohl Schlamm an den Schuhen als auch verschütteten Saft übersteht.
Wenn Sie jedoch drei Kindersitze im Fond benötigen, die Sicherheit für Sie ausschlaggebend ist (5 NCAP-Sterne) oder Sie ein leiseres Auto für die Autobahn möchten, werfen Sie einen Blick auf den Kia Sportage oder den Hyundai Tucson — beide kosten mehr, haben aber in diesen Bereichen die Nase vorn.